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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Calais; Calamagróstis; Calamanderholz; Calamariĭdae; Calamatta; Calambakholz; Calambour; Calame; Calamiānes

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Calais (in Nordamerika) - Calamianes

997 die Befestigungen; 1230 wurde es aufs neue befestigt, 1303 trat es in den Hansabund. Eduard III. von England ward es 1347 nach elfmonatiger Belagerung und tapferer Verteidigung erobert und blieb nun im Besitze Englands bis 1558, wo es als die letzte aller engl. Besitzungen in Frankreich der Herzog von Guise nahm. Seitdem bildete das Gebiet der Stadt (Calaisis) oder die alte Grafschaft Oye mit der angrenzenden Grafschaft Guines unter dem Namen Pays reconquiz eine eigene Unterstatthalterschaft der Picardie. Die Citadelle wurde 1561 erbaut. Zwar eroberten C. 1596 die Spanier unter dem Erzherzog Albrecht von Österreich, mußten es aber im Frieden zu Vervins 1598 zurückgeben. Auf der Höhe von C. ward 21. Okt. 1639 die span. Silberflotte durch den holländ. Admiral Tromp fast gänzlich vernichtet. - Vgl. Lefebvre, Histoire de la ville de C. et du Calaisis (2 Bde., Par. 1766); C. Landrin, Essais historiques sur le Calaisis (Calais 1889).

Calais (spr. källiß), Stadt im County Washington des nordamerik. Staates Maine, am St. Croixfluß, der hier die Grenze der Vereinigten Staaten gegen Neubraunschweig bildet, 20 km von der Passamaquoddybai, an der St. Croix- und Penobscotbahn,hat (1890) 7290 E.,starken Holzhandel, Steinbrüche und Schiffbau.

Calamagróstis Adans., Pflanzengattung aus der Familie der Gramineen (s. d.). Die wenigen Arten sind einheimisch in Europa und im mittlern Asien; es sind hohe Gräser, deren meist einblütige Ährchen in Rispen stehen. Eine der in Deutschland am häufigsten vorkommenden Arten, C. epigeios Roth., die an sandigen Ufern und auf trocknen Hügeln wächst, gilt als gutes Futtergras. Die übrigen deutschen Arten haben jedoch sehr harte Stengel und Blätter und sind deshalb nicht als Futterkräuter zu verwenden.

Calamanderholz, s. Koromandelholz.

Calamariĭdae, s. Zwergschlangen.

Calamatta, Luigi, ital.Kupferstecher, geb. 12. Juli 1802 in Civita-Vecchia, bildete sich in Paris bei Ingres. Seit 1837 war C. als Vorstand der Schule seines Fachs in Brüssel thätig, 1867 wurde er als Professor der Kupferstechkunst an die Akademie zu Mailand berufen, wo er 8. März 1869 starb. Im Salon von 1827 erschien sein Stich nach Dedreux-Dorcy: Bajazet und der Hirte, 1831 ein Bildnis Paganinis, 1834 sein Stich nach der Totenmaske Napoleons. Dieser Stich sowie andere nach Scheffer (Francesca da Rimini) machten ihn berühmt. 1837 entstand eins seiner Hauptblätter, der Stich nach Ingres' Gelübde Ludwigs XIII. 1855 trat er auf mit Wiedergaben nach Werken von Leonardo da Vinci, Raffael, G. Reni, Rubens. C. lieferte auch viele Bildnisse, die er teils nach eigener Zeichnung, teils nach guten zeitgenössischen Gemälden ausführte.

Calambakholz, s. Agallocheholz.

Calambour, s. Calembour.

Calame (spr. kalahm), Alexandre, schweiz. Landschaftsmaler, geb. 28. Mai 1810 zu Veven als Sohn eines Steinmetzen, trat 1830 in das Atelier von Diday in Genf ein. Durch unermüdliche Studien in den Gebirgsgegenden seiner Heimat lebte er sich in die Alpennatur so hinein, daß er ihre Schönheit und Wildheit vortrefflich wiederzugeben vermochte. 1839 bereiste er Deutschland und die Niederlande, 1840 England; 1842 begab er sich nach Paris, wo er seinen Montblanc, die Jungfrau, den Brienzersee, Monte-Rosa ausstellte. 1845 ging er nach Italien und verweilte zu Rom und Neapel längere Zeit, wo er auch aus der südl. Natur bedeutende Ausbeute gewann; so die Tempelruinen von Pästum (im Museum zu Leipzig). Später lebte C. in Genf. Im Herbst 1863 ging er seiner Gesundheit wegen nach Mentone, wo er 19. März 1864 starb. Sein Denkmal zu Genf wurde 3. April 1880 enthüllt. Seine Bilder, gleich energisch in Zeichnung und Farbe, schildern die großartige Alpenlandschaft mit hohem Schwung und klarer Technik. Besonders geschätzt sind seine Lithographien und Radierungen, von denen namentlich erstere als Musterblätter weit verbreitet waren, z. B. 18 Ansichten von Lauterbrunn und Meiringen (1842), 24 Blätter Alpenlandschaften (1845). Von seinen Alpenlandschaften besitzt das Museum in Leipzig sechs der vorzüglichsten Stücke: Monte-Rosa bei Sonnenaufgang, Eichen im Sturm (1842), Felsensturz im Haslithale, Alpenlandschaft (1852), Alpenpaß, Sonnenuntergang am Thunersee; die Berliner Nationalgalerie: Vierwaldstättersee (1843), Hochgebirgsschlucht (1855). - Vgl. Rambert, A. C., sa vie et son œuvre (Par. 1884).

Calamiānes, südwestlichste Gruppe der span. Philippinen in Südostasien, durch die breite Straße von Mindoro von der Insel Mindoro getrennt, besteht aus einer beträchtlichen Anzahl kleiner und aus vier großen Inseln: Barragon oder Calamian, Coron, Linacapan und Busuanga. Die C. sind zum Teil gebirgig (bis 657 m Höhe). Der Boden ist überall äußerst fruchtbar und trägt Kokospalmen, Reis, Indigo, Kaffee, Zuckerrohr, Tabak, herrliche Fruchtbäume und Gemüsearten. Außerdem finden sich Honig und Bienenwachs, Schildkröten, Perlenmuscheln, die eßbare Nester bauenden Schwalben

^[Abb: Calais (Situationsplan)]

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