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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Callcott - Callitris

Häute, Coca und Knochen. Eingeführt werden Eisenwaren, Leinen- und Baumwollwaren, Kohlen, Lichte und Bier. Der Schiffsverkehr hat bedeutend abgenommen,seitdem die Guanoverschiffungen in großem Maßstabe aufgehört haben; man hat auch in neuester Zeit aufgehört, ausführliche Schiffsberichte zu veröffentlichen. C. ist Sitz eines deutschen Konsuls und fast aller andern Staaten. Im S.von C. am Meeresboden die Trümmer des alten C., das bei dem Erdbeben 28. Okt. 1746 völlig zerstört und von der einbrechenden Flutwelle mit seinen 4000 E. und fast allen Schiffen verschlungen wurde.

Bei C. siegten die Chilenen über die Spanier 5. Nov. 1820, und C. war der letzte Platz, den die Spanier in Peru behaupteten. Erst 22. Jan. 1826 ging es, nach einer mehr als zweijährigen Belagerung, durch Kapitulation an Peru über. Seitdem spielt die Stadt in den häufigen Emeuten des Landes fast immer eine bedeutende Rolle. Am 6. Mai 1866 wurde C. von einer span. Flottille unter Nuñez ohne Erfolg beschossen. In dem sog. Salpeterkrieg der Chilenen gegen Peru und Bolivia wurde C., das schleunigst wieder befestigt worden war, durch ein starkes chilen. Geschwader blockiert und 22. April und 10. Mai 1880 bombardiert, hielt sich aber trotz großer Not auch nach den Niederlagen bei Chorillos unter dem neuen Präsidenten Piérola, bis die Hauptstadt Lima selbst gefallen war.

Callcott (spr. kahlkött), Sir Augustus Wall, engl. Landschaftsmaler, geb. 20. Febr. 1779 in Kensington, bildete sich nach Poussin und Cuyp, bereiste 1827 den Kontinent, wurde 1837 Konservator der königl. Gemäldesammlungen und starb 25. Nov. 1844 zu Kensington. Seine Landschaften zeigen im Tone noch die niederländ. Einflüsse, zeichnen sich aber durch Leuchtkraft der Farbe und treffliche Zeichnung aus. Hervorzuheben sind: Der Tower von der Wasserseite (1821), Ansicht von Trient (1831), Holländische Küste mit Fischweibern, Der Hafen von Livorno. - Vgl. Dafforne, Pictures by Sir A. W. C. (mit Biographie, Lond. 1875).

Calle (ital., Plural Calli), Pfad, Gasse.

Calle-Calle (spr. kalje), s. Valdivia (Provinz).

Callenberg, Lustschloß und Sommerresidenz des Herzogs von Coburg, 8 km im NW. von Coburg, in 386 m Höhe, hat (1890) 72 E., Beamte und Arbeiter des Herzogs, eine Musterfarm, Gestüt, Fasanerie, Wildpark, zoolog. Zwinger und ist wegen seiner herrlichen Lage von Fremden viel besucht. Unterhalb des Schlosses das Dorf C.

Callet (spr. -leh), Antoine François, franz. Maler, geb. 1741 zu Paris, gest. daselbst 1823, hat sich auf allen Gebieten der Malerei als tüchtiger Künstler bewährt. Vorzüglich sind sowohl die von ihm ausgeführten Porträte: Graf Artois (1779), Ludwig XVI. (1789, gestochen von Bervic), Ludwig XVIII. (1817), wie seine histor. Gemälde, von denen hervorzuheben sind: Kleobis und Biton, für das er 1764 den großen Rompreis erhielt; die im Auftrage Ludwigs XVI. angefertigten Vier Jahreszeiten (1783 - 91; jedes 9 qm; jetzt im Louvre); Opfertod des Marcus Curtius (1799); Einzug Napoleons I. in Warschau, Achilleus am Hofe des Lykomedes (1812, letztere zwei Pastellbilder). Ferner hat C. für den Louvre und das Schloß zu Versailles verschiedene Allegorien auf die Zeitereignisse gemalt, z. B. auf die Schlacht bei Marengo, auf den 18. Brumaire, auf die Schlacht bei Austerlitz. In seiner Malweise zeigt er sich als Nachahmer Bouchers; seine Bilder sind geistreich komponiert, der Farbenton lebendig und anmutig.

Calliāno, Flecken in der österr. Bezirkshauptmannschaft und im Gerichtsbezirk Rovereto in Tirol, am linken Ufer der Etsch, an der Brennerbahn und am stark befestigten Bergpasse Castel della Pietra, hat (1890) 826 E. und ist geschichtlich merkwürdig durch den Sieg der Österreicher über die Venetianer 1487 und Bonapartes Erstürmung 4. Sept. 1796. Dieser erzwang sich dadurch den Eingang nach Tirol, drang bis Trient vor, kam so in den Rücken der Österreicher unter Wurmser und nötigte diese zum Rückzüge.

Callidĭum, eine aus etwa 70 Arten (darunter 15 deutsche) bestehende Gattung der Bockkäfer (s. d.), von gedrungener Gestalt mit querovalem Halsschilde, flachen, breiten Flügeldecken und verdickten Schenkeln. Die Larven leben unter der Rinde und im Holze von Laub- und Nadelbäumen. Manche (z. B. C. variabile L.) werden bisweilen schädlich.

Callies, seit 1893 amtlich Kallies, Stadt im Kreis Dramburg des preuß. Reg.-Bez. Köslin, an drei Seen und der Nebenlinie Schneidemühl-Deutschkrone-C. (71,2 km), hat (1890) 3557 evang. E., Post, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Stargard) und Tuchfabrikation. C. ist seit 1303 Stadt.

Callimórpha, s. Bärspinner und Tafel: Schmetterlinge II, Fig. 11.

Callīnus, griech. Elegiker, s. Kallinus.

Calliópsis, s. Coreopsis.

Callisen, s. Calixtus, Georg.

Callistēmon R. Br., Pflanzengattung aus der Familie der Myrtaceen (s. d.). Man kennt 12 Arten, die fast ausschließlich der Flora Australiens angehören. Es sind sämtlich schön blühende Gewächse, sie haben abwechselnd gestellte, schmale, oft nadelförmige, immergrüne Blätter und von den Zweigen durchwachsene, daher dieselben scheidenförmig umgebende walzige Ähren, deren Blüten sehr viele lange, weit herausstehende Staubgefäße besitzen. Viele Arten sind beliebte Zierpflanzen, z. B. C. lanceolatum DC. mit purpurroten, C. speciosum DC. mit karmesinroten, C. lineare DC. mit scharlachroten Blumen. Sie lassen sich leicht im Kalthaus überwintern und durch Stecklinge vermehren.

Callistĕphus chinénsis Nees, s. Aster.

Callistus, röm. Bischof (Calixtus I., 217 - 222), war nach dem nur mit Vorsicht aufzunehmenden Bericht der Philosophumena (s. Hippolytus) ursprünglich Sklave, wußte sich nach einer höchst abenteuerlichen Vergangenheit beim Bischof Zephyrinus in Gunst zu setzen, mißbrauchte seinen Einfluß zur Einführung laxerer Sittenzucht und patripassianischer Lehrmeinungen und erlangte so bei eintretender Vakanz die Stimmenmehrheit bei der Bischofswahl. Als Bischof setzte er seine schon unter Zephyrinus begonnene Politik fort (s. Noetus), was einen Teil der Gemeinde bewogen zu haben scheint, ihm in Hippolylus einen Gegenbischof entgegenzustellen. Nach ihm sind die Calixtuskatakomben (s. Rom) benannt.

Callĭthrix, s. Springaffen.

Callitrĭche, Bezeichnung der Tierhändler für den Husarenaffen (Cercopithecus ruber Geoffr.).

Callĭtris Vent., Nadelholzgattung aus der Abteilung der Cupressineen (s. d.) mit nur wenigen Arten; die wichtigste ist die namentlich am Atlasgebirge vorkommende C. quadrivalvis Vent. (Thuja articulata Vahl.), der Sandarakbaum. Es ist ein kleiner, 5 - 9 m hoch werdender, sehr ästiger Baum

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]