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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Cambridge; Cambridgegolf; Cambridgeshire; Cambridgewalze; Cambriels; Cambrische Formation; Cambrĭum; Cambronne; Cambs; Camburg

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Cambridge (George William Frederick Charles, Herzog von) - Camburg

nigreiche (1813) wurde C. 24. Okt. 1816 als Generalstatthalter dahin geschickt und infolge der Unruhen zu Göttingen 1831 zum Vicekönig von Hannover ernannt. Unter ihm wurde 1819 die alte ständische Verfassung geregelt und 1833 das von Wilhelm IV. verliehene neue Grundgesetz eingeführt. Als nach dem Tode Wilhelms IV. 1837 Hannover an C.s ältern Bruder Ernst August fiel, kehrte er nach England zurück. Hier wirkte er segensreich als Präsident vieler wohlthätiger Vereine, die er zum Teil begründen half, wie das deutsche Hospital in London. C. starb 8. Juli 1850. Aus seiner Ehe mit Prinzessin Auguste von Hessen-Cassel (gest. 6. April 1889) hinterließ er einen Sohn George William, der ihm als Herzog von C. folgte, und zwei Töchter: Augusta Karoline, geb. 19. Juli 1822, vermählt mit dem Großherzog Friedrich Wilhelm (s. d.) von Mecklenburg-Strelitz, und Mary, geb. 27. Nov. 1833, vermählt mit Herzog Franz von Teck (s. d.).

Cambridge (spr. kehmbridsch), George William Frederick Charles, Herzog von, Graf von Tipperary, Baron von Culloden, brit. Feldmarschall, Sohn des vorigen, geb. 26. März 1819 zu London, wurde bereits 1837 Oberst der brit. Armee und stieg 1845 zum Generalmajor auf. Im Orientkrieg führte er als Generallieutenant die 1. Division nach der Krim und nahm an den Schlachten an der Alma und bei Inkerman teil, kehrte jedoch hierauf nach England zurück. Juli 1856 ward er zum Oberbefehlshaber des brit. Heers ernannt, in welcher Stellung er namentlich für die Errichtung stehender Lager sowie verbesserte Ausrüstung der Truppen wirkte und nach längerm Sträuben auch in die Beseitigung des Kaufsystems und der körperlichen Strafen willigte. Am 9. Nov. 1862 erfolgte seine Erhebung zum Feldmarschall, und 12. Nov. 1887 wurde er bei Gelegenheit der Feier seines 50jährigen Dienstjubiläums zum Oberbefehlshaber der Armee (Commander-in-chief) ernannt, eine Würde, die als Letzter der Herzog von Wellington bekleidet hatte.

Cambridgegolf (spr. kehmbridsch-), tiefer Einschnitt des Timormeers an der Nordküste der brit. Kolonie Westaustralien, unter 15° nördl. Br., 128° östl. L. von Greenwich. Am Südende der Mount-Cockburn; in eine Bucht mündet der Ord-River.

Cambridgeshire (spr. kehmbridschschirr), s. Cambridge (in England).

Cambridgewalze (spr. kehmbridsch-), s. Ackerwalze.

Cambriels (spr. kangbrĭäll), Albert, franz. General, geb. 11. Aug. 1816 zu Lagrasse (Depart. Aude), trat 1836 in die Armee ein und stieg bis 1870 zum Brigadegeneral auf. Während des Krieges erhielt er das Kommando über eine Brigade des neuerrichteten 12. Armeekorps der Armee von Châlons, wurde in der Schlacht von Sedan verwundet und gefangen, entfloh jedoch während des Transportes und stellte sich in Tours der Regierung der nationalen Verteidigung zur Verfügung. C. übernahm den Oberbefehl über die in der Errichtung begriffene Ostarmee in Besançon, versuchte vergeblich, den Vormarsch der bad. Felddivision des 14. Armeekorps (General von Werder) aufzuhalten, und lieferte in der Nähe des Oignon 22. Okt. 1870 bei Etuz, Auson-dessus und Châtillon-le-Duc mehrere Gefechte, die ihn zum Rückzüge nach dem befestigten Lager von Besançon nötigten. Zerwürfnisse mit Garibaldi, der zum Oberbefehlshaber der Freikorps ernannt worden war, erschwerten dem General die Kommandoführung und bestimmten ihn, das Kommando Nov. 1870 niederzulegen. Anfang 1871 trat C. wieder in den aktiven Dienst zurück und übernahm das Kommando über das 19. Armeekorps in Vierzon mit dem Auftrage, den Abmarsch des Bourbakischen Heers nach Osten (zum Entsatze von Belfort) zu verschleiern, aber schon 27. Jan. brach die Kopfwunde wieder auf und nötigte C. das Kommando niederzulegen. 1875 übernahm C. das Kommando über das 10. Armeekorps in Rennes, 1879 trat er in den Ruhestand und starb 22. Dez. 1891 in Paris.

Cambrische Formation, Cambrium oder Primordialzone, der älteste versteinerungsführende Schichtenkomplex gleich über der Urschieferformation. Während die C. F. in Böhmen, Schweden, England und Nordamerika reich ist an Vertretern einer namentlich durch eigentümliche Trilobiten (s. d. und vgl. Taf. I, Fig. 1 zum Artikel "Paläozoische Formationsgruppe") gekennzeichneten Fauna, wird sie in Deutschland meist durch versteinerungsleere Schiefer vertreten, die nur sog. Phycoden (vielleicht Fucoiden) führen. Auch faßt man die C. F. als unterste Abteilung der Silurischen Formation auf.

Cambrĭum, s. Cambrische Formation.

Cambronne (spr. kangbrónn), Pierre Jacques Etienne, Graf, franz. General, geb. 26. Dez. 1770 zu St. Sébastien bei Nantes, trat 1790 in die franz. Nationalgarde, nahm an den Kämpfen gegen die Königlichen in der Vendée teil, machte, zu den Linientruppen übergetreten, die Unternehmung gegen Irland mit und kämpfte darauf in allen Feldzügen der Republik und des Kaiserreichs mit Tapferkeit und Auszeichnung. 1814 wurde er Brigadegeneral und folgte Napoleon nach Elba als Commandeur der 400 Mann der alten Garde. Als er mit Napoleon 1815 nach Frankreich zurückkehrte, ernannte ihn dieser zum Grafen, Pair von Frankreich und Generallieutenant. Bei Waterloo befehligte C. eine Division der alten Garde und leistete lange Widerstand, wurde verwundet und von den Engländern gefangen. Hierbei soll C. den Gegnern zugerufen haben: "Die alte Garde stirbt, aber sie ergiebt sich nicht", doch ist festgestellt, daß nicht C., vielleicht aber General Michel die Worte gebraucht hat. Auf das Versprechen, sich dem franz. Kriegsgericht stellen zu wollen, wurde er aus der Gefangenschaft entlassen, 1816 Kriegsgericht über ihn abgehalten, und er wurde, da er den Bourbonen keinen Eid geleistet, freigesprochen. 1820 ernannte ihn Ludwig XVIII. zum Commandeur von Lille. 1824 trat C. in Ruhestand und starb 5. März 1826 in der Nähe von Nantes, wo ihm 1848 ein Bronzestandbild (von Debay) errichtet wurde.

Cambs, Abkürzung für Cambridgeshire, s.Cambridge.

Camburg (Kamburg), Stadt im Kreis Saalfeld des Herzogtums Sachsen-Meiningen, Hauptort der Grafschaft C., einer Enclave zwischen preuß. und sachsen-weimar. Gebiet, 18 km nördlich von Jena, an der Saale und der Linie Großheringen-Saalfeld (Saalbahn) und der (im Bau begriffenen) Linie Zeitz-C. der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 2660 (1296 männl., 1364 weibl.) evang. E., Amtsgericht (Landgericht Rudolstadt), Steueramt; bedeutende Zuckerfabrik, große Handelsmühle, Fabrikation landwirtschaftlicher Maschinen, Dampfsägewerk, Dampfmolkerei, Gerbereien, Ziegeleien, Getreide- und Holzhandel, 2 Holzmessen (Palmarum und Johanni) sowie stark besuchte Viehmärkte. Von dem frühern Schlosse der Grafen von C. ist nur noch ein,

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]