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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Campbell

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Campbell (Insel) - Campbell (Thomas)

"Les spectacles de la foire, 1595 - 1791" (2 Bde., 1877), "Voltaire, documents inédits" (1880), "L'Académie royale de musique au XVIIIe siècle" (2 Bde., 1884) u. s. w. Mit Boutaric gab C. die "Mémoires de Frédéric II" (2 Bde., 1866) heraus.

Campbell (spr. kämmbl), Insel im SO. von Neuseeland und zu ihm gehörig, unter 52° 34' südl. Br. und 169° 12' östl. L. von Greenwich, 183,8 qkm groß, gebirgig, bis 1500 m hoch, wird nur gelegentlich von Walfisch- und Seehundsfängern besucht.

Campbell (spr. kämmbl), schott. Familie, die den Herzogstitel von Argyll (s. d.) trägt.

Campbell (spr. kämmbl), Archibald, brit. General, geb. 12. März 1769 in Glenlyon (Grafschaft Perth), trat 1787 in das Heer ein, diente 1789 - 92 in Ostindien in den Kämpfen gegen Tippo-Sahib, den Sultan von Maisur, führte sodann unter Lord Wellington im span. Halbinselkriege eine Infanteriebrigade und blieb nach Napoleons Absetzung als General im portug. Dienste, aus dem er wegen polit. Mißhelligkeiten 1820 in den britischen zurücktrat. C. wurde 1821 Oberst und nach Ostindien gesendet, wo ihm 1824 die Compagnie den Oberbefehl im Birmanenkriege anvertraute. Nach zweijährigem Kampfe erzwang er den Frieden von Jandabu (24. Febr. 1826), in dem Arakan und Tenasserim an die Compagnie abgetreten wurden. Die Verleihung des Baronettitels sowie ein Dankesvotum des Parlaments belohnten diese Erfolge. C. wurde zum Statthalter der abgetretenen Provinzen ernannt und verwaltete sie, bis er 1829 nach Schottland heimkehrte. 1831 - 37 war er Statthalter und Befehlshaber der königl. Truppen in Neubraunschweig und bewährte sich dort unter schwierigen Verhältnissen während des canad. Aufstandes als geschickter Verwaltungsbeamter. Er starb zu Edinburgh 1843.

Campbell (spr. kämmbl), Sir Colin, Lord Clyde, brit. Feldmarschall, wurde als Sohn des Tischlermeisters M'Liver in Glasgow 20. Okt. 1792 geboren. Nachdem er sich in der Militärschule von Gosport ausgebildet und seinen väterlichen Namen mit dem mütterlichen (Campbell) vertauscht hatte, erhielt er 1808 ein Fähnrichspatent im 9. Regiment. Noch in demselben Jahre focht er bei Vimeiro in Portugal, machte dann 1809 die Expedition nach Walcheren mit und kämpfte unter General Ballesteros in vielen Hauptschlachten des Französisch-Spanischen Krieges. Die folgenden Jahre verlebte er in verschiedenen Kolonien. 1841 nahm C. als Oberstlieutenant an dem Kriege gegen China teil, führte im Kriege gegen die Sikh 1848 - 49 die 3. Division der Pandschabarmee, entschied die Schlacht bei Chillianwallah und vollendete bei Gudschrat die Niederlage des Feindes. Bis 1852 blieb er in Indien, wo er das schwierige Kommando in Pischawar führte und die Operationen gegen die unruhigen Bergvölker mit Umsicht leitete. Beim Beginn des Orientkrieges 1854 rückte er zum Generalmajor auf und führte in der Krim die Hochländerbrigade, mit der er in der Schlacht an der Alma dem hart bedrängten General Brown zu Hilfe eilte, die Russen zurückwarf und die Anhöhen erstürmte. Noch glänzendern Ruhm erwarb er sich in dem Treffen vom 25. Okt. bei Balaklawa, wo er nach der Niederlage der Türken den Angriff der feindlichen Kavallerie abschlug. 1856 wurde er zum Generallieutenant und Generalinspektor der Infanterie ernannt. Bei Ausbruch des ind. Aufstandes übertrug ihm die Regierung den Oberbefehl. Am 6. Dez. 1857 schlug er die Rebellen aufs Haupt, erstürmte im März 1858 Lakhnau, zog 7. Mai in Bareli ein und trieb im November die letzten Reste der Aufständischen über die Bergkette, welche die Grenze zwischen Nepal und Britisch-Indien bildet. Der Dank beider Häuser des Parlaments und die Verleihung der Pairswürde mit dem Titel Baron Clyde of Clydesdale (16. Aug. 1858) war sein Lohn. Nachdem ihm der Rang eines Feldmarschalls 9. Nov. 1862 zuteil geworden, starb er 14. Aug. 1863 zu Chatham. Er wurde in der Westminster-Abtei zu London bestattet. - Vgl. Shadwell, The life, diary and correspondence of Lord Clyde (2 Bde., Lond. 1881).

Campbell (spr. kämmbl), Harriett, engl. Romanschriftstellerin, geb. 1817 zu Stirling, gest. 15. Febr. 1841 in Frankreich. Sie lieferte zuerst Artikel zu Revuen und veröffentlichte später folgende treffliche Erzählungen: "The only daughter. A domestic story" (Lond. 1837; neu hg. von Gleig, 1859), "The cardinal virtues, or morals and manners connected" (2 Bde., ebd. 1841) und die nachgelassene "Self-devotion, or the history of Katherine Randolph" (3 Bde., ebd. 1842), die von verdientem Beifall und Erfolg begleitet wurden.

Campbell (spr. kämmbl), John, Lord, Lordkanzler von England, geb. 15. Sept. 1779 zu Springfield bei Cupar in Schottland als Sohn eines Geistlichen. Die Familie leitete ihre Abstammung von Archibald, zweitem Grafen Argyll (s. d.) ab, der bei Flodden 1513 fiel. Zuerst dem geistlichen Beruf bestimmt, wandte sich C. dann der Rechtswissenschaft zu, war in London mehrere Jahre Berichterstatter für das "Morning Chronicle" und erwarb sich seit 1806 als hervorragender Rechtsgelehrter eine glänzende Praxis. Zugleich veröffentlichte er Berichte über die wichtigsten Rechtsfälle an den ersten Londoner Gerichtshöfen: "Reports of cases at Nisi Prius etc." (4 Bde., Lond. 1809 - 16). Obgleich kein glänzender Redner, erwarb er sich doch seit 1830 Einfluß im Parlament, wo er sich den Whigs angeschlossen hatte, wurde in den Reformministerien 1832 zum Generalstaatsanwalt (Solicitor general), 1834 zum Kronanwalt (Attorney general) ernannt und 1841 als Lordkanzler von Irland in den Peersstand erhoben, mußte aber nach wenigen Wochen von diesem Amte wieder zurücktreten, um einem Tory Platz zu machen. Mit dem Beginn des Ministeriums Peel 1841 - 46 wurde er ein Führer der Opposition und veröffentlichte in dieser Zeit "Lives of the Lord Chancellors and Keepers of the great seal of England" (3 Serien in 7 Bdn., Lond. 1845 - 48; 8. Aufl., ebd. 1873) und "Lives of the Chief Justices of England" (3 Bde., ebd. 1849 - 57; 3. Aufl., 4 Bde., ebd. 1874), mit sehr guter Darstellung, aber sehr unzuverlässig in der Forschung. Daneben gab er eine Auswahl seiner Reden: "Speeches at the Bar and in the House of Commons" (Lond. 1842) heraus. Unter dem folgenden Whigministerium Russell wurde er 1846 Kanzler des Herzogtums Lancaster mit einem Sitz im Kabinett und stieg Juni 1859 zum Lordkanzler auf. Er starb 22. Juni 1861. -Vgl. Mrs. Hardcastle (C.s Tochter), Lord Chancellor C., his life and letters (2 Bde., Lond. 1881).

Campbell (spr. kämmbl), Thomas, engl. Dichter, geb. 27. Juli 1777 zu Glasgow, studierte seit dem 13. Jahre an der Universität daselbst die Rechte, verließ sie aber 1795 und ging nach Edinburgh. Hier erschien 1799 sein klassisches Lehrgedicht "The pleasures of hope" (deutsch von Lackmann, Hamb.

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