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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Campo santo; Camponōtus; Campōri; Campos; Campra; Camprodōn

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Camponotus - Camprodon

die span. Regierung das Recht habe, Veräußerungen zur Toten Hand zu beschränken. Ein Seitenstück dazu bildet sein handschriftlich hinterlassener "Tratado de la regalia de España" (hg. von Salva, Par. 1830).

Camponōtus, s. Roßameise.

Campōri, Cesare, Marchese, ital. Historiker, geb. 11. Aug. 1814 zu Modena, trieb hier Geschichte und Poesie und starb 6. Sept. 1880 zu Mailand. Er lieferte viele Einzelstudien, die gediegene Forschung und klare Darstellung auszeichnen. Die meisten wurden in "Atti della socièta di storia patria per le provincie dell'Emilia", in "Atti dell'academia di scienze, lettere ed arti di Modena" und andern Fachzeitschriften veröffentlicht. Von besonders erschienenen verdienen Erwähnung: "Del governo a commune di Modena" (Parma 1864), "Ricordi di Giuseppe Obici, scultore modenese"(Mod. 1865), "Notizie biografiche del commendatore Luigi Poletti architetto" (Parma 1865), ""Cristina si Svezia e gli Estensi" (ebd. 1877), "Storia del collegio di San Carlo di Modena" (ebd. 1878). C.s Hauptwerk ist die treffliche, an Neuem reiche Biographie "Raimondo Montecuccoli" (Flor. 1876). Eine Sammlung seiner Schriften erschien als "Memorie patrie, storiche e biographiche" (Mod. 1882). Auch einige Geschichtsdramen und ähnliche veröffentlichte er.

Campōri, Giuseppe, Marchese, ital. Kunstschriftsteller und Historiker, geb. 17. Jan. 1821 zu Modena, studierte daselbst und beschäftigte sich dann mit histor. und kunsthistor. Urkundenforschung seiner Heimat. Er starb daselbst 19. Juli 1887. Von seinen durch Gründlichkeit ausgezeichneten Werken sind hervorzuheben: "Delle opere di pittori modenesi" (2 Bde., 1844 - 45), "Gli artisti italiani e stranieri negli stati Estensi"(1855), "Della vita e della avventure del Marchese Alessandro Malaspina" (2. Aufl. 1868), "Notizie per la vita di Lodovico Ariosto" (2.Aufl. 1871), "Lettere artistiche inedite" (1866), "Una vittima della storia" (1866), "Memorie biografiche degli scultori, architetti, pittori nativi di Carrara ecc." (1873), "Centotrè lettere inedite di Sommi Pontefici" (1878), seine wichtige Sammlung von Briefen an Galilei: "Carteggio Galileiano inedito" (1881) und "Torquato Tasso e gli Estensi" (1883).

Campos, Häute, s. Rinderhäute.

Campos, Grasfluren, s. Savanne.

Campos, früher Sao Salvador, Stadt im brasil. Staat Rio de Janeiro, am rechten Ufer des Parahyba do Sul, etwa 60 km von seiner Mündung ins Meer, hat etwa 20000 E., darunter die Hälfte Schwarze, 12 Kirchen, ein Theater und elektrische Beleuchtung. Die Umgegend, die sog. C. dos Goyataraces, sind überaus stark bevölkert und liefern Kaffee, Reis, Baumwolle und Zuckerrohr, das für das beste in Brasilien gilt. Kleine Dampfer kommen den Fluß bis C. hinauf; Kanäle führen nach N. und S. zum Meere und eine Eisenbahn geht nach São Eduardo und Tombos im N. und über den Hafen Macahé nach Rio de Janeiro im S.

Campos, Ortschaft der span. Insel Mallorca der Balearen, 35 km im SO. von Palma, ist gut gebaut, hat (1887) 4364 E., im S. (12 km) einen schlechten Hafen und Salzgewinnung. In der Nähe (5 km) besuchte Schwefel- und salzhaltige Mineralquellen, San Juan de C. oder Fonte Santa.

Campo santo (ital., "heiliges Feld"), die ital. Bezeichnung für Friedhof, Gottesacker. Insbesondere versteht man unter C. s. die mit gewöhnlich künstlerisch geschmückten, nach innen offenen Arkaden umgebene Begräbnisstätte bedeutender Personen. Der berühmteste ältere C. s. befindet sich neben dem Dome zu Pisa, 1283 von Giovanni Pisano vollendet; einst Begräbnisplatz der Stadt, jetzt nur für besonders verdienstvolle Persönlichkeiten. Er ist 130 m lang und 40 m breit, mit Mauern umgeben, an deren innerer Seite eine offene Bogenhalle sich hinzieht. Sämtliche Wände wurden mit großen Gemälden geschmückt, die zu den bedeutendsten Leistungen der Frühkunst gehören. Die der Ostwand werden dem sagenhaften Buffalmaco, richtiger dem Pietro di Puccio zugeschrieben; die an der Nordwand mit Unrecht für Werke des Andrea und Bernardo Orcagna gehalten: der Triumph des Todes, das Jüngste Gericht und die Hölle. Daneben folgen Arbeiten aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrh. von Ambrogio uud Pietro Lorenzetti, Andrea di Firenze, Antonio Veneziano, Spinello Aretino und Francesco da Volterra. Die Westwand enthält nur Bilder aus neuerer Zeit. Das Unglück Pisas unterbrach eine Zeit lang die Ausschmückung; erst zwischen 1469 - 85 malte Benozzo Gozzoli seine anmutigen Gemälde. Lasinio gab Abbildungen davon ("Pitture a fresco del C. s. di Pisa", Flor. 1833, 46 Tafeln) heraus.- Vgl. Dütschke, Antike Bildwerke in Oberitalien. Bd. 1: "Die antiken Bildwerke des C. s. zu Pisa" (Lpz. 1874).

In Deutschland sollte der 1845 nach Stülers Plänen begonnene neue Dom zu Berlin an der einen Seite durch einen C. s. für die königl. Familie begrenzt werden, den Peter von Cornelius mit Malereien schmücken sollte. Seine Entwürfe, die berühmten Kartons, befinden sich in der Nationalgalerie zu Berlin. Der Bau blieb 1848 unvollendet liegen; an seiner Stelle wird der neue Dom (s. Tafel: Berliner Bauten I) errichtet werden. Der neue südl. Friedhof in München ist als C. s. nach ital. Muster erbaut.

Campra (spr. kangprah), André, franz. Opernkomponist, geb. 4. Dez. 1660 zu Aix in der Provence, kam, nachdem er mehrere Kapellmeisterstellen an Provinzialkathedralen bekleidet hatte, 1694 nach Paris, wo er 1718 eine lebenslängliche Pension von 500 Livres erhielt und 1722 königl. Kapellmeister wurde. Er starb 29. Juli 1744 zu Versailles. Unter seinen Opern (nach Fétis 20) und neben ihnen befindet sich eine größere Anzahl dramat. Gesangballetts, Entremets und Entrées, deren Handlung nur lose zusammenhängt. Sie wie die Opern bilden eine Fundgrube altfranzösischer, heute ausgestorbener Charaktertänze. C. ist der bedeutendste Komponist neben Lully und Rameau und interessiert auch geschichtlich durch den starken Einfluß ital. Muster. Seine eigene Begabung bekundet sich von Anfang an in den idyllischen Scenen: später spricht er auch in den Tönen der Leidenschaft wie ein Meister, am bedeutendsten im "Idoménée" (1712). Das Gebiet, auf welchem er Lully gleich mit dem ersten Wurfe ("L'Europe galante", 1697) übertraf, war die Instrumentation. Auch als Komponist von kirchlichen Kantaten und Motetten war C. gefeiert.

Camprodōn, Don Francisco, spanischer dramat. Dichter, geb. 1816 in Vich, gest. im Sommer 1870 auf einer Reise nach Cuba in Havana. Er verdankt seinen Ruf dem durch den Wohllaut seiner Verse ausgezeichneten Drama "Flor de un dia", das sich seit 1849 auf den span. Bühnen ge-^[folgende Seite]

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