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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Camp volant; Campsōres; Campulung; Campus Martĭus; Camrup; Camuccini; Camus; Camusat; Camwood; Cana; Caña

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Campsores - Cana

halten hat (deutsch von Wilde: "Die Blume eines Tags", Lpz. 1855). Der zweite Teil: "Espinas de una flor", ist unbedeutender. Der Erfolg veranlaßte die neugegründete komische Oper La Zarzuela in Madrid, ihm die Bearbeitung der französischen und die Herstellung neuer, meist von Barbieri und von Arrieta komponierter Textbücher zu übertragen. Wertvoller auch als seine lyrischen Gedichte ("Emociones", 1850) sind die beiden catalan. Schauspiele "La tornada de Tito" und "La teta gallinaire", frische Sittenbilder aus der eigenen Heimat.

Campsōres, s. Bankier.

Campulung oder Kimpulung, Hauptort des rumän. Kreises Muscel, in einem Querthal der Transsylvanischen Alpen auf der Grenze der Centralzone und der Vorketten, an einem Zufluß des Arschis gelegen, hat (1889) 10180 E., ein Spital, ist Endstation der Linie Golesci-C. der Rumän. Staatsbahnen und wegen seiner reizenden Lage als Sommerfrische besucht.

Campus Martĭus, s. Marsfeld und Märzfeld.

Camp volant (frz., spr. kang woláng), fliegendes Lager, früher in Frankreich Name eines Lagers, dessen Truppen unaufhörlich den Feind durch Neckereien, nächtliche Angriffe, Bedrohung seiner rückwärtigen und seitlichen Verbindungen beunruhigen sollten, dann aber auch das für dergleichen Zwecke bestimmte Truppenkorps.

Camrup, Distrikt in Assam, s. Kamrup.

Camuccini (spr. -uttschihni), Vincenzo, ital. Maler, geb. 1775 in Rom, gest. daselbst 2. Sept. 1844, bildete sich dort zum Maler aus und kopierte Bilder der großen ital. Meister, bis er sich der theatralisch-antiken Richtung der franz. Schule Davids zuwandte. Pius VII. ernannte ihn zum röm. Baron und zum Generalinspektor der päpstl. Gemälde und der Mosaikfabrik. Auch andere Ehrenstellen hatte er inne. In seinen Werken kommt er nicht über die, zum Teil recht äußerliche Nachahmung der Antike hinaus, wobei auch der Einfluß Raffaels, Andrea del Sartos und Domenichinos bemerklich wird. Er malte biblische und profangeschichtliche Bilder, z. B. den ungläubigen Thomas (für die Peterskirche zu Rom in Mosaik ausgeführt), Dekorationsbilder, z. B. die Decken im Torlonia-Palast, Bildnisse (Papst Pius VII.). Man verdankt ihm auch die Fortsetzung des "Museo Capitolino".

Camus (spr. -müh), Armand Gaston, franz. Politiker, geb. 2. April 1740 zu Paris, studierte die Rechte und wurde Advokat des Klerus am Parlament, dann Rat des Kurfürsten von Trier und des Fürsten Salm-Salm. Er gab sich der Revolution leidenschaftlich hin und ward in die Generalstände von einem Pariser Stadtbezirk gewählt. In der Konstituierenden Nationalversammlung erklärte sich C. gegen die wiederholten Anleiheprojekte, setzte die Aufhebung der päpstl. Annatengelder und die Einziehung der päpstl. Grafschaft Venaissin durch und nahm lebhaften Anteil an der Civilkonstitution des Klerus. Auch gelang es ihm, das sog. Rote Buch, in dem die Ausgaben des Hofs und der Prinzen, besonders die Pensionen verzeichnet waren, für die Versammlung zu erhalten, dessen Drucklegung die betreffenden Kreise arg bloßstellte. Heftig bekämpfte er Mirabeau, als dieser im Interesse der königl. Gewalt einlenken wollte. Nach der Flucht Ludwigs XVI. klagte C. den König, Lafayette und Bailly als Verräter an und forderte die Unterdrückung aller Orden und Korporationen, denen Geburtsrechte zu Grunde lagen. Unter seiner Mitwirkung kam das Dekret über die Bildung des Nationalkonvents zu stande. Als dessen Sekretär forderte er 18. Okt. 1792 die Anklage der Minister wegen Verrats und Veruntreuung, einige Tage darauf den Verkauf der Güter der Emigranten und der Klöster. Im Dezember wurde er als Kommissar nach Belgien zu Dumouriez gesandt, um die Generale und die Bewegungen des Heers zu überwachen. Von dort schickte er im Prozesse des Königs sein Urteil auf Tod ohne Aufschub und Appellation schriftlich ein. Als er im März 1793 den Auftrag erhielt, Dumouriez und die übrigen vier des Verrats verdächtigen Generale zu verhaften, wurde er von ihnen gefangen genommen, den Österreichern ausgeliefert und erst nach einer Haft von 2½ Jahren gegen die Tochter Ludwigs XVI., die spätere Herzogin von Angoulème, ausgewechselt. Bei seiner Rückkehr kam er in den Rat der Fünfhundert, dessen Präsident er 23. Jan. 1796 wurde. Nach der Katastrophe vom 20. Mai 1797 trat er aus und lebte als Mitglied des Instituts und Archivar litterar. Arbeiten. Seinen Grundsätzen treu, stimmte er 10. Juli 1802 gegen das lebenslängliche Konsulat Napoleons. Er starb 2. Nov. 1804. Die vorzüglichsten seiner Schriften sind: "Lettres sur la profession d'avocat, et bibliothèque choisie des livres de droit" (Par. 1772; 2 Bde., 1805), "Histoire des animaux d'Aristote" (2 Bde., ebd. 1783), "Code judicaire, ou recueil des décrets de l'Assemblée nationale et constituante sur l'ordre judicaire" (4 Bde., ebd. 1792), "Voyage dans les départements nouvellement réunis" (2 Bde., ebd.1803).

Camusat (spr. -müsah), Denis François, franz. Literarhistoriker, geb. 1695 zu Besançon, gest. 28. Okt. 1731. C.s wichtigstes Werk ist die "Bibliothèque française ou Histoire littéraire de la France" (Bd. 1 - 3, Amsterd. 1723 fg.), nach seinem Tode von seinen Freunden fortgesetzt und auf 50 Bände erweitert. Außerdem schrieb C. eine "Histoire critique des journaux", hg. nach seinem Tode von J. Fr. Bernard (2 Bde., Amsterd. 1734); C. behandelt hier namentlich das "Journal des savants" und ähnliche Zeitschriften. Das Werk ist noch heute sehr geschätzt.

Camwood (spr. kämmwudd), Barwood, Camholz, Cambalholz, Cabanholz, Angolaholz, Afrikanisches Sandelholz, ein ursprünglich weißes, beim Liegen an der Luft rot oder schwärzlich werdendes Farbholz von Baphia nitida (s. Baphia). Es wird in der Wollfärberei für braune und rotbraune Farben und in der Möbelpolitur an Stelle des Kaliaturholzes angewandt, ist aber erheblich teurer wie dieses und deshalb nur wenig gebraucht. Hamburg importierte 1891 etwa 40000 kg.

Caña (span., spr. kanja), Rohr, Zuckerrohr; ein geistiges Getränk, der Vorlauf von Rum (aus Zuckerrohr).

Cana, älteres Ellenmaß Spaniens (in Catalonien und auf den Balearen), geteilt in 8 Palmos zu 4 Cuartos (auf den Balearen Cuartillos). Die C. ist in Barcelona = 1,555 m, in Tarragona = 1,560 m, in Palma auf der Insel Mallorca = 1,564 m, in Mahon auf der Insel Menorca = 1,604 m. Dem span. Namen Cana entspricht das ital. Canna (s. d.) und das franz. Canne.

Cana, kleine Insel der Hebriden, zur schott. Grafschaft Argyll gehörig, im NW. von Rum, mit (1881) 57 kath. E.; an der Nordspitze der Kompaßfelsen, auf dem die Magnetnadel bedeutend nach W. abweicht.

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]