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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Carnāt; Carnatic; Carnaubapalme; Carnaubawachs; Carné; Carnegie; Carnēri; Carnet; Carni; Carnicēr; Carnĭfex; Carnīn; Carniprivĭum; Carnivŏra; Carnot

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Carnat - Carnot (Lazare Hippolyte)

Morea» (1869) sowie «The gnostic heresies of the first and second centuries» (1875), ein hinterlassenes Werk seines Freundes, des Dekans der Paulskirche, Dr. Mansel, mit einer Biographie des letztern, und eine gelungene metrische Übersetzung von Äschylus' «Agamemnon» (1879) und von der «Odyssee» (Lond. 1887) heraus.

Carnāt, blaßrötliche oder fleischfarbige Varietät des Minerals Steinmark (s. d.).

Carnatic (spr. -nättĭk), s. Karnatak.

Carnaubapalme, s. Copernica.

Carnaubawachs, eine die Blätter der in Brasilien allgemein verbreiteten Palme Copernica cerifera Mart. beiderseitig überziehende wachsartige Masse, die sich leicht in zusammenhängenden Schuppen von grünlicher Farbe ablöst. Durch Abschmelzen in Wasser gewinnt man es im großen und bringt es in Form schmutzig grünlicher oder gelblicher Stücke, die mitunter noch einem Bleichprozeß unterworfen werden und dann gebleichtes C. von entsprechend hellerer Farbe liefern, in den Handel. Verpackung in Säcken von etwa 90 kg Inhalt. C. ist spröde und hart, läßt sich zu Pulver zerreiben und besitzt einen Schmelzpunkt von 84° C. Bestandteile sind Cerotinsäure-Ceryläther, Miricylalkohol und wenig freie Cerotinsäure. Zusätze von 5 bis 10 Proz. C. zu Stearin, Paraffin und Ceresin erhöhen den Schmelzpunkt dieser Stoffe und verleihen ihnen einen eigentümlichen Glanz und Härte. Man benutzt es deshalb in der Kerzen- und Wachsfirnisfabrikation; auch zum Glätten des Papiers in der Buntpapierfabrikation ist es sehr beliebt. Der Import Hamburgs (Hauptplatz für den Handel damit) betrug 1890: 62000 kg, 1891: 120000 kg. Wert im Großhandel (1892) 1,60 M. das Kilogramm.

Carné, Louis Marcien, Graf von, franz. Schriftsteller, geb. 17. Febr. 1804 zu Quimper aus einer alten Familie der Bretagne, war 1839–48 Mitglied der Deputiertenkammer, wurde 1863 in die Französische Akademie gewählt und starb 12. Febr. 1876 zu Quimper. Er schwankte zwischen Liberalismus und Ultramontanismus. C. schrieb: «Études sur l'histoire du gouvernement représentatif en France, de 1789 à 1848» (2 Bde., 1855), «Études sur les fondateurs de l'unité française» (2. Aufl., 2 Bde., 1856), «Les États de Bretagne et l'administration de cette province jusqu'en 1789» (2 Bde., 2. Aufl. 1875), «Souvenirs de ma jeunesse au temps de la Restauration» (1872; 2. Aufl. 1873) u. a.

Carnegie (spr. kärrnĕgi), Andrew, amerik. Fabrikant, geb. 25. Nov. 1835 zu Dunfermline (Schottland), wo sein Vater Weber war. C. wanderte 1845 nach Amerika aus, lebte als Telegraphenbeamter in Pittsburgh, erlangte durch Spekulationen mit Woodruffs Schlafwagen ein Vermögen, das ihn in stand setzte, Eisen- und Stahlwalzwerke zu errichten, die sich von Jahr zu Jahr erweiterten und jetzt die größten der Welt sind. Seine unermeßlichen Einnahmen kamen auch den Arbeitern und vielen Instituten in Schottland und Amerika zu gute (z. B. gründete er Bibliotheken mit 40000 Doll. zu Dunfermline, mit 500000 Doll. zu Pittsburgh, mit 250000 Doll. zu Edinburgh). Seine Schriften sind: «An American Four-in-Hand in Britain» (Neuyork 1883–84), «Round the World» (1884), «Triumphant Democracy: or fifty years march of the Republic» (1886).

Carnēri, Bartholomäus, Ritter von, österr. Parlamentarier und Schriftsteller, geb. 3. Nov. 1821 ^[Spaltenwechsel] in Trient, widmete sich in Wien jurist. und philos. Studien, übernahm 1857 das Gut Wildhaus in Steiermark und verwaltete es bis 1883. Seit 1861 gehörte er dem parlamentarischen Leben als Mitglied des Grazer Landtags an. 1870 trat er in das österr. Abgeordnetenhaus, dessen Mitglied er bis 1890 als einer der entschiedensten Gegner des Grafen Taaffe war. Er veröffentlichte mehrere polit. Broschüren, «Gedichte» (Lpz. 1848; 2. Aufl. 1850), «Pflug und Schwert. Sonette» (Wien 1862), «Ungar. Volkslieder und Balladen» (ebd. 1892) und eine Anzahl philos. Werke: «Sittlichkeit und Darwinismus» (ebd. 1871), «Gefühl, Bewußtsein, Wille» (ebd. 1876), «Der Mensch als Selbstzweck» (ebd. 1877), «Grundlegung der Ethik» (ebd. 1881), «Entwicklung und Glückseligkeit. Ethische Essays» (Stuttg. 1886), «Der moderne Mensch. Versuche über Lebensführung» (2. Aufl., Bonn 1891).

Carnet (frz., spr. -neh), kaufmännisches Notizbuch, Taschenbuch.

Carni, s. Kärnten.

Carnicēr, Don Ramon, span. Opernkomponist, geb. 24. Okt. 1789 zu Tarrega (Catalonien), wurde 1818 erster Kapellmeister bei der Oper in Barcelona, 1828 Kapellmeister am königl. Theater in Madrid und 1840Kompositionsprofessor am Konservatorium daselbst. Er starb 17. März 1855. C. war bemüht, nach ital. Vorbildern eine nationale Oper zu schaffen; seine Opern, von denen «Adela de Lusignano», «Don Juan Tenorio», «El Colon», «El Eufemio de Messina» (bis 1827) und «Elena e Malvina», «Ismalia», «Ipermnestra» (bis 1845) hervorzuheben sind, hatten meist großen Erfolg. Neben größern (auch kirchlichen) Werken komponierte C. zu vielen span.Volksliedern volkstümlich gewordene Melodien.

Carnĭfex (lat.), Scharfrichter.

Carnīn, organische Verbindung von der Zusammensetzung C7H8N4O+H2O ^[C<sub>7</sub>H<sub>8</sub>N<sub>4</sub>O + H<sub>2</sub>O], die im Fleischextrakte aufgefunden worden ist. Es bildet ein in heißem Wasser ziemlich leicht lösliches Pulver, giebt mit Salzsäure eine krystallinische Verbindung und wird durch Oxydation in Hypoxanthin übergeführt.

Carniprivĭum (mittellat.), soviel wie Fastenzeit; Dominica carniprivii sacerdotum, der Sonntag Quinquagesima, weil früher an diesem die Fastenzeit für die Geistlichen begann (für die Laien erst am Aschermittwoch).

Carnivŏra, s. Karnivoren.

Carnot (spr.-noh), Lazare Hippolyte, franz. Publizist und Staatsmann, Sohn des folgenden, geb. 6. April 1801 zu St.-Omer, begleitete seinen Vater in die Verbannung nach Magdeburg, wo er deutsche Sprache und Litteratur studierte. 1823 nach Frankreich zurückgekehrt, betrat er die jurist. Laufbahn, wurde aber bald in die polit.-sociale Strömung hineingerissen und einer der eifrigsten Anhänger des St.-Simonismus. Als jedoch Enfantins Richtung aufkam, trennte C. sich mit Bazard, P. Leroux, Reynaud u. a. von dieser Schule. 1839 in die Kammer erwählt, schloß er sich der äußersten Linken an. Nach der Revolution von 1848, die fast alle namhaften Mitglieder dieser Opposition zu hohen Staatsämtern berief, wurde C. Minister des öffentlichen Unterrichts, trat aber 5. Juli 1848 wegen Zwiespalts mit der Konstituierenden Versammlung zurück. Eine Nachwahl in Paris 10. Mai 1850 verschaffte ihm einen Sitz in der Gesetzgebenden Versammlung, wo er sich zu den Republikanern hielt, die zugleich den royalistischen Umtrieben der Mehr-^[folgende Seite]

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