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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Cäsar

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Cäsar

pejus C. in der Besetzung von Dyrrhachium (Durazzo) zuvor und vereitelte durch ein siegreiches Gefecht die von C. beabsichtigte Umschließung. C. wendete sich nun nach Thessalien, um Pompejus von dessen Hauptstütze, von der Flotte, abzuziehen, was auch gelang. Bei Pharsalos (s. d.) trafen die beiden Gegner am 9. Aug. (des röm., 6. Juni des berichtigten Kalenders) 48 aufeinander; trotz seiner Übermacht wurde Pompejus völlig geschlagen.

Pompejus floh über Mytilene nach Ägypten, wo er auf Geheiß der Umgebung des minderjährigen Königs ermordet wurde. Wenige Tage nachher kam C., der ihn mit nur 4000 Mann verfolgt hatte, in Ägypten an. Dort hatte der minderjährige Ptolemäus Dionysus (oder vielmehr dessen Vormund) seine Schwester Kleopatra, die nach dem Willen des Vaters als seine Gattin mit ihm den Thron gemeinsam besitzen sollte, vertrieben. Als nun C. Kleopatra in ihre Rechte wieder einsetzte, kam es zum Aufstand. C. schwebte in der königl. Burg monatelang (vom Okt. 48 bis März 47) in der größten Gefahr, bis im März 47 Mithridates von Pergamon mit einem Entsatzheer ankam, und eine glückliche Schlacht C. zum Herrn von Alexandria machte. Ptolemäus fiel. Nachdem C. dann noch Kleopatra, deren Reize auch ihn bestrickten (sie gebar ihm kurz nach seiner Abfahrt einen Sohn Cäsarion, s. d.), mit ihrem zweiten elfjährigen Bruder vermählt und wieder als Königin eingesetzt hatte, machte er den Übergriffen, die Pharnaces, König von Bosporus, indessen in Asien sich erlaubt hatte, durch die Schlacht bei Zela in Pontus (2. Aug.) rasch ein Ende. "Veni, vidi, vici" (d. h. ich kam, sah und siegte), schrieb er darüber an einen Vertrauten. Eile that auch not: in Rom, wohin C. nach der Schlacht bei Pharsalus Marcus Antonius zurückgesendet hatte, herrschte trotzdem vollkommene Anarchie, ein Teil der Legionen in Campanien meuterte und verlangte den verheißenen Lohn; in Afrika sammelte sich die Pompejanische Macht: Pompejus' Gattin und Sölme, Pompejus' Schwiegervater Metellus Scipio, Cato u. a.

Schon Ende 48 waren C. aufs neue die Diktatur auf ein Jahr mit außerordentlichen Vollmachten und außerdem auf Lebenszeit die tribunicischen Rechte gegeben und so seine Alleinherrschaft auf gesetzmäßige Art begründet worden, jetzt galt es diese Herrschaft auch auszuüben. Im Sept. 47 landete C. in Tarent und eilte ohne Aufenthalt nach der Hauptstadt, wo jetzt endlich wieder geordnete Zustände einkehrten. C. belohnte seine Anhänger durch Aufnahme in den Senat und Verleihung von Provinzen und Ämtern, und verzieh den Pompejanern, die sich ihm unterwarfen. Nur wenige von denen, die in seine Gewalt gerieten, mußten mit dem Leben büßen; andere verloren ihr Vermögen und wurden aus Italien verwiesen.

Unterdessen hatten die Pompejaner in Afrika die Zeit benutzt, um nach Kräften zu rüsten und den Widerstand zu organisieren. Den Befehl führte Metellus Scipio; neben ihm stand König Juba von Numidien. C. kürzte deshalb seinen Aufenthalt in Italien nach Möglichkeit ab. Noch am 25. Dez. (nach dem berichtigten Kalender im Okt.) 47 ging er von Sicilien aus mit nur sechs Legionen nach Afrika in See und kam überdies, da die Stürme die Flotte zerstreuten, zunächst nur mit einem Teile derselben dort an. Doch fanden sich die andern Schiffe bald bei ihm zusammen und allmählich trafen auch die weitern nach Afrika bestimmten Legionen ein.

Trotz der Überlegenheit des Feindes an leichter Reiterei vernichtete C. seine Gegner vollständig in der Schlacht bei Thapsus am 6. April (Febr.) 46. In vier prachtvollen Triumphen feierte dann C. in Rom seine Siege über die Gallier, Ägypter, Pharnaces und Juba, gab dem Volke Feste, Spiele und Geschenke, seinen Veteranen reiche Belohnungen, führte glänzende Bauten aus, darunter den schon 54 begonnenen prächtigen Bau des Forum Caesaris. Zum Diktator auf 10 Jahre und zum Praefectus morum (mit censorischer Gewalt) ernannt, begann er weiter die innern Angelegenheiten des Staates dauernd zu ordnen. Die Zusammensetzung der Gerichte wurde verbessert, dem Aufwande durch ein Gesetz gesteuert, für die Ordnung des Kalenders (s. d.) Sorge getragen, das gerichtliche Verfahren gegen Gewalt und Majestätsverbrechen durch neue Gesetze geordnet. Aber schon im Herbst 46 ward C. wieder von Rom abgerufen zum Spanischen Kriege. Die blutige Schlacht bei Munda (in Andalusien, aber in sonst unbekannter Lage) 17. März 45 entschied endlich den völligen Untergang der Pompejanischen Partei, deren noch übrige Häupter umkamen. Nur Sextus Pompejus, der jüngere von den beiden Söhnen des Pompejus, rettete sich. Als C. wieder in Rom eingezogen war, wurde ihm außer andern außerordentlichen Ehren, die er aber nicht alle annahm, der Titel Imperator, der als ständiger Titel außer dem militär. Oberkommando auch die höchste richterliche und administrative Gewalt in sich begriff, auf Lebenszeit verliehen. Der Monat Quintilis, in dem C. geboren war, wurde Julius genannt; auch die Vergötterung ward vom Senat verfügt, der sich eidlich zum Schutz für sein Leben verband und im Tempel des Quirinus C.s Statue aufstellte. Durch Vermehrung der Magistrate schaffte sich C. das Mittel, seine Anhänger zu belohnen. Und wenn er auch nur für einen Teil der höhern Staatsämter das Recht annahm, die Träger zu bezeichnen, so war doch faktisch die Besetzung aller Ämter in seiner Hand. Auch der Senat war völlig von ihm abhängig: während in diesen nunmehr, nachdem C. ihn schon 47 vermöge seiner außerordentlichen Vollmachten aus den Reihen seiner Anhänger ergänzt hatte, eben die eintraten, welche mit seinem Willen die unterste Magistratur erlangt hatten, besaß C. zugleich das Recht, die auszustoßen, die ihm mißfielen. Zudem drückte er das Ansehen des Senats dadurch herab, daß er die Mitgliederzahl beträchtlich vergrößerte, oder auch dadurch, daß er öfter nicht den ganzen Senat, sondern nur einige Mitglieder berief und befragte.

C. besaß so jetzt wirklich die alleinige Herrschaft im Staate; die republikanischen Formen und Ämter blieben zwar, aber mit wesentlich veränderter Bedeutung. (S. Cäsarismus.) Er war sich aber auch der Aufgabe bewußt, die ihm damit auferlegt war, und war bestrebt, ihr zu genügen: es war das die Reorganisation des Reichs und die Vollendung der Weltherrschaft im Osten durch Besiegung der Parther, wie er den Westen gebändigt und durch Verleihung des Bürgerrechts oder des lat. Rechts und Anlage von Kolonien zu latinisieren begonnen hatte. Die Kolonien dienten zugleich dazu, Rom von dem massenhaften Proletariat zu befreien und den Verarmten selbst zu helfen. Nachdem schon Tausende von Veteranen Ländereien in Kolonien in Italien erhalten hatten, wurden außer andern Veteranen viele Tausende von Bürgern in den Provinzen des Westens und

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