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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Cataetix; Catarrhīni; Catawba; Catch; Catchup; Câteau-Cambrésis; Catechu; Catēja; Catel

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Catarrhini - Catel

5 Jahre das Land mit Umsicht und Energie verwaltete. Nach den Senatswahlen im März 1876 gab C. seine Entlassung, namentlich wegen des drohenden russ.-türk. Krieges, an dem er das Land nicht teilnehmen lassen wollte. Von der bald darauf gewählten radikalen Kammer wurde C. samt seinen frühern Kollegen in Anklagezustand versetzt, die Anklage aber Anfang 1878 zurückgezogen. Seitdem ist C. wiederholt in den Senat gewählt worden und wirkte dort als Leiter der konservativen Opposition. Im April 1889 bildete er abermals ein Ministerium aus Mitgliedern der alten Bojarenpartei, behauptete sich aber nur bis Nov. 1889. Im März 1891 übernahm er in dem Ministerium Florescu das Innere und behielt dies auch in dem neuen Ministerium, das er selbst im Dezember desselben Jahres bildete. Da ihm 21. Dez. von der Deputiertenkammer ein Mißtrauensvotum erteilt wurde, bot er seine Entlassung an, die der König jedoch ablehnte. Die Kammern wurden aufgelöst und das Kabinett durch Aufnahme einiger junimistischer Mitglieder, darunter Carp als Handels- und Domänenminister, ergänzt. Durch diesen Schritt brach er mit den Überlieferungen der altkonservativen Bojarenpartei und nahm die Reformprojekte der Junimisten auf agrarpolitischem und administrativem Gebiet sowie den Anschluß an den Dreibund in der auswärtigen Politik in sein Programm auf. Der Erfolg zeigte sich in der überwältigenden Mehrheit, die die konservativ-junimistische Regierungspartei bei den Wahlen Febr. 1892 erlangte. Das Kabinett C. umfaßt folgende Männer: Catargiu, Carp, Al. Lahovary, Menelas Germani, Al. Marghiloman, Jaques Lahovary, Const. Olanescu, Tache Ionescu.

Catarrhīni (Simiae catharrhīnae), Schmalnasen, s. Affen.

Cataetix (grch. kataityx), bei den Alten die Sturmhaube, ein niedriger, den Kopf eng umschließender Helm aus Leder.

Catawba (spr. kättáhba) oder Großer C., Fluß in Nordamerika, entspringt in Nordcarolina unweit des Black Dome, fließt durch die Goldregion des Staates nach Osten, dann nach Süden, tritt, wo der Kleine C. in ihn mündet, in Südcarolina ein, heißt nach Aufnahme des Fishing Creek Wateree, vereinigt sich mit dem aus Broad und Saluda River entstandenen Congaree und bildet mit diesem den Santee, der nach 240 km südöstlichen, schiffbaren Laufes in zwei Armen in den Ocean mündet. Der C. ist etwa 400, der Wateree 160 km lang.

Catch (spr. kätsch), in der Musik der älteste Ausdruck der Engländer für Fuge, bedeutet ebenso wie Fuge das Jagen, Haschen und Fangen der Stimmen, hat dabei aber mehr, als der Name Fuge, die scherzhafte Bedeutung einer solchen Stimmenjagd bewahrt. Die engl. Musikstücke, die Catches genannt werden, sind daher vielfach komischer Art. Sammlungen von Catches sind: «Pammelia» (1609), «Deuteromelia» (1609), «Melismata» (1611). Ein Londoner Catchklub (seit 1761), dem die höchsten Adligen und hervorragende Musiker angehören, läßt sich die Pflege der Catches angelegen sein.

Catchup (spr. kättschöpp), ein aus Austern, Sardellen, Champignons oder Tomaten, nebst Zusatz von allerlei Gewürzen bereiteter Extrakt, der in England vielfach als Zusatz zu Saucen und zum Würzen von Fleischspeisen gebraucht wird.

Câteau-Cambrésis, Le (spr. kattoh kangbressih), auch schlechthin Le Câteau genannt (Castrum Cameracense), Hauptstadt des Kantons C. (159,18 qkm, 17 Gemeinden, 31052 E.) im Arrondissement Cambrai des franz. Depart. Nord, am Scheldezufluß Selle und an den Linien Paris-Erquelines der Nordbahn und Cambrai-Catillon der Anschlußbahnen, hat (1891) 10544 E., ein Kommunal-Collège, einen Gewerberat, ein Krankenhaus (Hôpital Paturle), eine Statue des Marschalls Mortier; bedeutende Woll- und Baumwollspinnereien, viele Merino-, Shawl-, Wollzeug- und Seidenfabriken, Bierbrauereien, Gerbereien, Kalkbrennereien und lebhaften Handel mit Kohlen, Eisen und Wein. – C. ist ein alter Ort und hat seinen Namen von dem Chateau Ste. Marie, das ums J. 1000 Herluin, der Bischof von Cambrai, gebaut und dessen Überrest man in eine Spinnerei verwandelt hat. Die frühern Befestigungen um den Mont-Plaisir sind zerfallen. Historisch bekannt ist der Ort durch den Friedensschluß, der hier, nach den im Okt. 1558 in dem Kloster Cercamp eröffneten Unterhandlungen, 2. und 3. April 1559 zwischen Frankreich einerseits, Spanien nebst England und Savoyen andererseits stattfand: Frankreich gewann im Nordosten, opferte Italien; Spanien trug moralisch den Sieg davon; England gab Calais auf, Savoyen wurde seinem Herzog zurückgegeben, franz. Prinzessinnen schlossen eine span. und eine savoyische Heirat ab; Heinrich Ⅱ. und Philipp Ⅱ. wandten sich von da ab der Bekämpfung der Protestanten zu. 1642 nahmen die Franzosen C. und schleiften die Festungswerke. Am 17. April 1794 schlugen bei C. die Österreicher unter dem Prinzen von Coburg, 26. April unter Schwarzenberg die Franzosen. – Vgl. de Ruble, Le traité de C. (Par. 1889). ^[Spaltenwechsel]

Catechu, s. Katechu.

Catēja, s. Bumerang.

Catel (spr. katéll), Charles Simon, franz. Komponist und Musiktheoretiker, geb. 13. Juni 1773 zu L'Aigle, gest. 29. Nov. 1830 in Paris, war 1795–1815 Lehrer der Harmonie am Pariser Konservatorium, für das er seinen «Traité d'harmonie» (Par. 1802; französisch und deutsch, Lpz. 1831) schrieb, der 20 Jahre lang das angesehenste Lehrbuch seiner Art war. Von C.s Kompositionen sind die beiden Opern «Semiramide» (1802), deren Ouvertüre zuweilen noch in Konzerten gebracht wird, und «Les Bajadères» (1810) die beachtenswertesten. Sie weisen auf Gluck, Mozart und Méhul als Vorbilder. Erfolgreicher war die komische Oper «Les aubergistes de qualité» (1812; deutsch als «Die vornehmen Wirte» lange beliebt).

Catel, Franz, Maler, geb. 22. Febr. 1778 in Berlin, trat zuerst als Illustrator von Taschenbüchern auf und lieferte u. a. zehn Darstellungen zu Goethes «Hermann und Dorothea» (Braunschw. 1799). 1807 ging er nach Paris, wo er in Öl zu malen begann. Seit 1811 ließ er sich in Rom nieder, wo er die Einwirkung von Carstens' Schule erfuhr und sich vorzugsweise in der Landschaftsmalerei versuchte. C. wußte die südl. Natur in ihrer sonnigen Heiterkeit trefflich wiederzugeben und war von großem Einfluß auf die jüngern, damals nach Italien wandernden Landschafter. Unter seinen Genrebildern ist: Die span. Weinkneipe auf Riva Grande in Rom mit der Künstlergesellschaft des Kronprinzen Ludwig von Bayern (Neue Pinakothek in München) wohl sein berühmtestes Bild; von seinen ital. Landschaften enthält die Neue Pinakothek eine große Anzahl; in der Berliner Nationalgalerie befinden sich: Golf von Neapel bei Abendbeleuchtung (1822), Römische

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