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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Cephalodium - Cerastium

Cephalodium, Cephaloedium, s. Cefalù.

Cephalopus, s. Antilope.

Cephalonia, griech. Insel, s. Kephallenia.

Cephalophora, Kopfträger, Schnecken, Klasse der Weichtiere (s. d.).

Cephalopoda, Kopffüßer (s. d.), Tintenfische, Ordnung der Weichtiere.

Cephalotaxus Sieb. et Zucc., Pflanzengattung aus der Familie der Nadelhölzer (s. d.), Abteilung der Taxineen, deren wenige Arten Bäume oder Sträucher sind und in Japan und China vorkommen. Einige davon, wie C. Harringtonia Forb. (C. pendunculata Sieb. et Zucc.), werden in Deutschland vielfach als Ziersträucher gepflanzt.

Cephalothorax, der aus Verschmelzung der Kopf- und Brustsegmente bei den Krusten- und Spinnentieren entstandene Körperabschnitt.

Cephalothrypsie (grch.), s. Embryotomie.

Cephalus, s. Kephalos.

Cephenomyia, s. Nachenbremsen.

Cepheus, Sternbild in der Nähe des Nordpols, enthält nach Heis 159 mit bloßem Auge sichtbare Sterne, darunter 5 von der 3. und 4. Größe. Unter den mit bloßem Auge sichtbaren Sternen sind einige Doppelsterne. Durch seine intensiv rote Farbe ist µ Cephei (auch veränderlich) auffallend, von Herschel Granatstern genannt; ? Cephei ist einer der interessantesten Veränderlichen; seine Periode beträgt 5d 8h 47m,7; die Veränderlichkeit wurde schon 1784 von Goodricke entdeckt; größte und kleinste Helligkeit liegen bei ihm nur 1d 13h,6m auseinander.

Cepheus (mytholog.), s. Kepheus.

Cephissus, s. Kephisos.

Cephus, s. Holzwespen.

Cepola, s. Bandfische.

Cepphus, s. Alke.

Cer, s. Cerium.

Cera (lat.), Wachs (s. d.). C. alba, gebleichtes Bienenwachs; C. flava, rohes gelbes Bienenwachs; C. japonica, Japanwachs.

Ceram (Serang), die größte Insel des Archipels der Molukken (s. d.), zwischen 127° 59' und 130° 44' östl. L. von Greenwich sowie 3° 20' und 3" 40' südl. Br., bedeckt (mit den Nebeninseln) 18198 qkm und wird in der Richtung seiner Längenachse, von W. nach O., von einer nicht vulkanischen Gebirgskette durchzogen, die sich im Nussa Heli zu 3000 m erhebt. Die Insel ist außerordentlich fruchtbar (auf der Südküste fallen jährlich 2970 mm Regen, auf der Nordküste 2150 mm), aber bis jetzt nur zum kleinsten Teile und bloß an der Küste kultiviert. Die dichten Wälder liefern eine Menge der vortrefflichsten Holzarten. Sago- und Kokospalmen wie auch der Gewürznelkenbaum wachsen wild. Kulturpflanzen sind Reis, Tabak und Kakao. Von Tieren sind besonders die vielen und schönen Vogelarten, darunter ein Kasuar, und Insekten zu erwähnen. Von größern Säugetieren kommt bloß ein Hirsch vor. Die Bevölkerung wird auf 100000 Seelen geschätzt und besteht fast ausschließlich aus Alfuren, die von alters her grundsätzlich von der niederländ. Regierung gezwungen wurden, ihre Wohnsitze nur längs der Küste zu nehmen. Dieselben stehen auf einer sehr niedrigen Kulturstufe und sind teilweise Scheinchristen; Kopfjagd und andere barbarische Gebräuche bestehen fort.

Jedes Dorf lebt unter seinem eigenen Stammeshaupte. Fehden der einzelnen Dörfer untereinander sind häufig. C. gehört zu der niederländ. Residentschaft Amboina; Sawaai, an der Nordküste der Insel, wird mitunter von Walfischfahrern besucht und hat ein Blockhaus mit einer kleinen Garnison.

Cerambycidae, Käferfamilie, s. Bockkäfer.

Ceramium Lyngb., Horntang, Algengattung aus der Abteilung der Rhodophyceen. Man kennt

etwa 50 in allen Meeren weit verbreitete Arten. Es sind fadenförmige, meist reich verzweigte Algen, die kleine Büschel oder größere rasenförmige Polster von lebhafter, roter Farbe bilden. Der Thallus zeichnet sich dadurch aus, daß er mit ringförmigen Zonen besetzt ist, die durch sog. Rindenzellen gebildet werden (s. Tafel: Algen II, Fig. 17, C. echionotum). In diesen Rindenschichten treten die Tetrasporen auf (s. Rhodophyceen). Ein Habitusbild einer andern in den europ. Meeren sehr häufigen Art, C. rubrum Ag., findet sich auf Tafel: Algen I, Fig. 7. Man sieht auch hier noch an der in natürlicher Größe gegebenen Abbildung deutlich die Gliederung an den dickern Thallusfäden.

Cerano (spr. tsche-), ital. Maler, s. Crespi, Giovanni Battista.

Ceraphanien oder Cerophanien (lat.-grch.), durchscheinende Bilder aus Wachs. Um die Form derselben anzufertigen, wird geschmolzenes und unter Zusatz von Terpentinöl beliebig gefärbtes Wachs in einer etwa 2 mm starken Schicht aus einer Glasplatte ausgebreitet. Mittels Griffel aus Elfenbein oder Knochen werden sodann die lichten Teile der Zeichnung durch entsprechende Verdünnung der Wachsschicht erzeugt, während man die dunkeln Schatten durch angemessene Verstärkung dieser Schicht erzielt. Die so gebildete Wachstafel wird mit einem Rande umgeben, innerhalb dessen ein Gipsbrei eingegossen wird; nachdem letzterer getrocknet ist, wird die Glasplatte abgehoben. Von der Gipstafel erhält man wiederum Wachsabgüsse, indem man sie mit einem Rande umgiebt, mit Wasser tränkt und das mit Terpentinöl versetzte Wachs ausgießt. C. hießen auch Transparentmalereien auf Shirting mit Wachsfarben, die für Fensterdekorationen und Rouleaux verwendet werden.

Cerasin, der Hauptbestandteil des Kirschgummis und anderer Gummiarten, die mit Wasser nicht eine Lösung bilden, sondern damit zu einer schleimigen fadenziehenden Masse aufquellen. Es ist ein saures Kalksalz der Metarabinsäure. (S. Arabin.)

Cerasine, Handelsname für einen roten, aus Naphthionsäure und ß-Naphthol dargestellten Azofarbstoff.

Cerastes, s. Hornviper.

Cerastium L., Pflanzengattung aus der Familie der Caryophyllaceen (s. d.). Ihre zahlreichen Arten sind über die ganze Erde zerstreut und haben sämtlich weiße in gabelteilige Trugdolden oder Büschel gestellte Blüten. Eine der gemeinsten wild wachsenden ist das im Mai blühende C. arvense L., Ackerhornkraut, welches nicht allein an Ackerrändern und auf bebautem Boden als Unkraut vorkommt, sondern auch Mauern und Felsen mit seinen dichten, vielstengligen Büscheln schmückt. Es eignet sich diese einheimische wie manche ausländische Art vorzüglich zur Ausschmückung künstlicher Felsenpartien in Gärten. Eine großblumige, südeurop. Art, C. tomentosum L., mit schneeweißfilzigen Blättern und Stengeln, ist zu einer beliebten Zierpflanze geworden. Man verwendet sie oft zu Einfassungen und zur Herstellung weißer Flächen auf Teppichbeeten. Sie gedeiht in jedem Boden ohne