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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Cerasus - Cercle

besondere Pflege und läßt sich durch Zerteilung der Stöcke leicht vermehren.

Cerăsus, der Kirschbaum (s. Kirsche).

Cerăsus, Stadt, s. Kerasus.

Cerāte nennt man in der pharmaceutischen Technik durch Zusammenschmelzen von Wachs mit Fetten oder Harzen bereitete, für den äußerlichen Gebrauch bestimmte Arzneimittel, die ihrer Konsistenz nach den Übergang von Salben zu Pflastern bilden. Das Deutsche Arzneibuch enthält nur noch ein C., den Muskatbalsam (s. d.). Außerdem findet noch sehr viel Anwendung das Ceratum labiale rubrum, die rote Lippenpomade (s. d.).

Ceration (lat.), Überzug eines Körpers mit Wachs; Umwandlung in eine wachsartige Masse durch Feuer oder Auflösung.

Ceratītes de Haan, beschalte fossile Cephalopoden, als Vorläufer der echten Ammoniten (s. d.), besonders für Ablagerungen der Trias bezeichnend und kenntlich an den Zähnchen, welche die Loben (d. i. die von der Schalenmündung abgekehrten Wellen der Luftkammerscheidewände) an deren Vereinigung mit der äußern Spiralschale zieren. Diese Zähnchen fehlen noch den alten Goniatiten (s. d.), während bei den Ammoniten sehr komplizierte Auszackungen an deren Stelle sind. (S. vorstehende Abbildung von C. nodosus Brug.) ^[Abb.: C. nodosus]

Ceratochlōa pendŭla, Schradd., anderer Name für Bromus Schraderi Kunth (s. Bromus).

Ceratŏdus Forstēri Krefft, Barramundafisch, ein zu den Lungenfischen (Dipnoi) gehöriger, von Forster 1870 in Australien (Queensland) entdeckter Fisch, der bis 2 m Länge erreichen kann. Der Kopf und Körper sind mit sehr großen, abgerundeten, dünnen, mosaikartig zusammengesetzten Schuppen bedeckt, eine zusammenhängende Flosse umgiebt den hintern Teil des Körpers. Die Brust- und Bauchflossen sind in der Mitte beschuppt; ihr knorpliges Skelett besteht aus einer vielgliedrigen Mittelachse, von welcher seitlich gegliederte Strahlen abgehen. Das Maul ist klein, oben und unten mit zwei schneidenden, aufrecht stehenden Zähnen und dahinter mit eigentümlich gekerbten, kammartigen Zahnplatten im Gaumen und Unterkiefer bewaffnet. Außer den wohlgebildeten Kiemen besitzt das Tier zum Unterschiede von den andern Doppelatmern nur eine einzige, sehr große, zellige Lunge, die sich mit einer kurzen Luftröhre in der obern Wand des Schlundes öffnet und der knorpligen Wirbelsäule angeheftet ist. Das ganze Skelett besteht nur aus Knorpel. Eine zweite Art (Ceratodus miolepis Gnthr.) hat kleinere Schuppen. Die Tiere nähren sich von Vegetabilien, besonders Blättern von Wasserpflanzen, und verbringen die Trockenzeit im Schlamme vergraben. Sie sollen gelegentlich aufs Land gehen. Die verbreitete Angabe, das Fleisch sei sehr geschätzt, beruht auf einer Verwechselung mit dem auch Barramunda genannten Osteoglossum Leichardti. C. ist das älteste lebende Wirbeltier der Erde. Im Muschelkalk und Keuper der Trias finden sich Zähne, die bis auf geringe specifische Abweichungen denen der lebenden Art gleichen, sodaß Krefft und Günther, welcher letztere eine Monographie bearbeitete, unbedenklich den von Agassiz den fossilen Zähnen beigelegten Gattungsnamen auch für die lebende Art benutzten.

Ceratonĭa L., s. Johannisbrot.

Ceratophyllacēen, Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Urticinen mit nur einer Gattung: Ceratophyllum (s. d.).

Ceratophýllum L., Hornblatt, einzige Gattung der kleinen Familie der Ceratophyllaceen mit nur vier Arten in der gemäßigten Zone. Es sind untergetauchte Wasserpflanzen mit zierlich zerteilten quirlständigen Blättern und kleinen unscheinbaren, eingeschlechtigen Blüten. In Deutschland finden sich nur drei Arten, von denen die häufigste der sog. Wasserzinken, C. submersum L., ist. Die Pflanze eignet sich gut zur Kultur in Zimmeraquarien wegen der schönen grünen Farbe und der zierlichen Form der Blätter. Sie erhält bei lebhafter Vegetation das Wasser der Aquarien frisch.

Ceratospongĭae, s. Hornschwämme.

Cerātum labiāle rubrum, die rote Lippenpomade (s. d.).

Cerbĕra L., s. Ahovaibaum.

Cerbĕrus, ein von Hevelius benanntes nördl. Sternbild nahe dem des Hercules.

Cerbĕrus (mytholog.), s. Kerberos.

Cercarĭen, s. Saugwürmer.

Cerceau, Androuet du, franz. Architekt, s. Ducerceau.

Cercis L., Pflanzengattung aus der Familie der Leguminosen (s. d.), Abteilung der Cäsalpiniaceen, von welcher man nur drei in Canada (C. canadensis L.), China und Japan (C. chinensis L.) und Südeuropa (C. siliquastrum L.) vorkommende Arten kennt. Letztere, in Deutschland Judasbaum (weil sich Judas Ischarioth an einem solchen Baume aufgehängt haben soll) oder Judenbaum genannt, ist eine schöne Holzart, die in Süd- und Westfrankreich zu einem stattlichen Baume mit umfangreicher Krone heranwächst, in Deutschland eine nur mittelmäßige Größe erreicht und einen geschützten Standort verlangt. Die Pflanze hat langgestielte, nierenförmige Blätter und entwickelt ihre schön rosenroten gestielten Blüten mit krugförmigem Kelche in dichten Büscheln vor dem Laubausbruch. Die Frucht ist eine längliche, zusammengedrückte, vielsamige Hülse, die häufig als falsches Johannisbrot bezeichnet wird. Von C. siliquastrum sowohl wie von C. canadensis wird das schön geäderte Holz in der Kunsttischlerei verwendet.

Cercle (frz., spr. ßärkl), Kreis, Zirkel; (geschlossene) Gesellschaft, besonders die Hofgesellschaft. C. halten wird von fürstl. Personen gesagt, die bei

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]