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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Chamorro - Champagner
(1760), Bourrit (1775), de Luc, Pictet u. s. w. Mit
Genf ist C. durch eine treffliche Poststraße verbun-
den, die in einer Länge von ungefähr 84 km über
Sallanches, Cluses und Bonneville dem Lauf der
Arve folgt; eine Eisenbahn ist geplant. Ins Wallis
nach Martigny (Martinach) führt der Saumweg
über den Col de Valme und der Fahrweg über die
IM Noire, nach SW. in das Thal des^Vonnant
(Val de Montjoie) der aussichtsreiche Col de Voza
(1675 m). Von den zahlreichen, aber gefährlichen
Gletscherpässen, die von C. über das Montblanc-
Massiv nach Courmaycur an dcr Dora und in das
schweiz. Val Ferret führen, werden der Col du
Geant (3415 m) und die Cols d'Argcntiere (3362 m)
und du Tour am meisten begangen. Das Thal
zählt etwa 4000 E. - 2) Dorf, .Hauptort des Thals
C., auch nach dem 1090 hier gestifteten Venediktiner-
kloster Prieure de C. genannt, in 1050 m .höhe,
1855 zum Teil abgebrannt, ein stattlicher Ort, großen-
teils aus Gasthöfen bestehend, hat (1891) 2421, als
Gemeinde 2447 E. Haupterwerbszweige sind das
Gasthofs- und das staatlich geregelte Führerwefen,
der Handel mit Mineralien und mit Honig. 1887
wurde dafelbst ein Denkmal des Naturforschers
H. B. de Saussure enthüllt. In der Nähe die Pfarr-
dörfer Argentiere und Les Houches.
Chamorro, Bewohner der Laoronen (s. d.).
Chamos, so viel wie Camos (s. d.).
Chamosit(spr.scha>, Ch am oisit), ein grünlich-
schwarzes, fein oolithisches Eisenerz, das aus platten
und unregelmäßig gestalteten (mit Magnetitstaub
verunreinigten) Körnchen besteht und, mit Kalkstein
gemengt, eine stockartige Ablagerung im Kalkschiefer
des Chamosonthals bei Ardon im Wallis bildet;
die Körnchen werden von Säuren unterHinterlassung
von Kieselsäuregallert leicht zersetzt und liefern als
reine Substanz 25 Proz. Kieselsäure, 19 Thonerde,
40 Eisenoxydul, 3 Magnesia und 13 Proz. Wasser.
Auch oolithische Eisenerze von Chrustenitz in Böh-
men sowie aus dem Kessel zwischen den beiden Wind-
gällen in der Schweiz hat man (5. genannt.
Ehamotte, Schamotte, ein Gemenge von ein
Drittel rohem feuerfestem Thon mit zwei Drittel
gebranntem und zu gröblichem Pulver gepochtem
Thon. Zu letzterm liefern namentlich die gebrauch-
ten, zum Brennen des Porzellans benutzten Kapseln
ein vorzügliches Material. Man verfertigt daraus
feuerfeste Steine zum Ofenbau, Chamott esteine,
zu deren Verbindung man Thonbrei, in möglichst
dünner Schicht aufgestrichen, als Mörtel gebraucht.
Auch vortreffliche Schmelztiegel werden aus C. her-
gestellt. C. gebraucht man ferner vielfach in der
Thonwarenfabrikation bei der Verarbeitung sehr
fetter Thone, die beim Brennen zu starte Schwin-
dung zeigen, als Zusatz, um den Thon magerer zu
machen, so namentlich bei der Anfertigung von grö-
hern Wasserleitungsröhren und solcher Stücke, die
im Feuer möglichst geringe Formveränderung zei-
gen dürfen. In Deutschland besitzen die Chamotte-
ziegel meist Normalmaß und kosten je nach Qualität
90-125 M. pro 1000 Stück; Chamottemörtel kostet
3-4 M. der Doppelcentner.
Ehamouny (spr. schammunih), s. Chamonix.
vkanip (frz., spr. schang), Feld; (^. äe drille
(spr. battäj), Schlachtfeld; (5. äe mai (spr. mä), Mai-
seld; 0. äs Nai-8, Marsfeld; Märzfeld (s. d.).
Ehampagne (spr. schangpännj; lat. (^inMuia.),
ehemalige franz. Provinz, im N. von Lüttich und
Luxemburg, im O. von Lothringen und der Franche
Comte', im S. von Burgund, im W. von Orlöanais,
Isle-de-France und der Picardie begrenzt, bestand
aus der eigentlichen C. (26269 hkm), aus wel-
cher zum großen Teil die Departements Ardennes,
Aube, Marne, Haute-Marne, ferner Teile von Seine-
et-Marne, Uonne und Meuse gebildet worden sind,
aus dem Fürstentum ^edan (246 hkm, Depart.
Ardennes), aus den Landschaften Chalonnais
(1304 hkm) und Re'mois (1420 hkni, Depart.
Marne) und aus der Landschaft S^nonais
(1427 cikin, Depart. Ionne). Die Provinz hatte
ein Gesamtareal von 30667 ^m und zur Haupt-
stadt Troyes. Der östl. Teil bildet eine wellenför-
mige Ebene von 100-190 m Höhe, mit einem Bo-
den, dessen kreidige Felsunterlage vielfältig zu Tage
tritt und überall nur mit dünner Ackerkrume bedeckt
ist. Nur spärliche Gehölze, Nebenpstanzungen, Ge-
treidefelder und einzelne Weiler beleben das ein-
tönige Bild der meist zu Viehtristen benutztenFlächen
und haben den dürrsten Gegenden an der Marne und
Aisne den Namen der C. Pouilleuse (lausige C.)
zugezogen. Im westl. Teile dagegen, in^den 'Thal-
furchen der Aisne, Marne, Aube und ^eine, wie
in den Gegenden westlich von Epernay, unterstützt
eine dickere Humusrinde eine reichere Vegetation.
Zahlreiche Gehölze und Ortschaften, frucktvare Ge-
treidefluren, Wein- und Obstgärten schmücken die
Landschaft, deren Reichtümer an köstlichstem Wein
einen Weltruf erlangt haben. DieBewohner(Cham-
penois) gelten als kriegerisch, aber auch als wild
und boshaft und im übrigen Frankreich als dumm.
- Seit dem 11. Jahrh, hatte die C. eigene Grafen,
die Vasallen der frank. Krone waren. 1234 erbte
GrafThibautvonC.Navarra; durch dieVermählung
König Philipps IV. mit Johanna von Navarra kam
auch die (5. 1284 an Frankreich. Als Johanna I.
1305 starb, folgte ihr ältester Sohn (später Lu'd-
wig X.) als Graf von C. und Brie. Nach dessenTode
1313 siel das Land an seine Tochter Johanna II.,
welche ihre Rechte an den König von Frankreich
abtrat, worauf die C. 1361 mit der Krone vereinigt
wurde. - Vgl. Debercy, I^6c1i6i'cd68 8m- Ia Ö.
(Troyes 1832); Arbois de Jubainville, Hiswirs äsg
Vnc8 6t ä63 eomt68 ä6 0. (7 Bde., Par. 1859-69);
Poinstgnon, Hi8toii-6 ^enei^is äs lg. 0. (3 Bde.,
Chälons-sur-Marne 1885 fg.).
Champagne (spr. schangpännj) oder Cham-
peigne, der östl. Teil der franz. Landschaft Tou-
raine zwischen Cher und Indre, fruchtbar und reich
an Weizen und Früchten; ferner ein Teil von Unter-
berry, wasserlos, wenig fruchtbar und schlecht be-
völkert, mit zahlreichen Schafherden; sodann ein
großer Teil des Depart. Charente; die Große C. ist
der gegen den Ns, die Kleine C. der gegen die Cha-
rente geneigte Teil; in der erstern liegen die Cognac-
orte: Segonzac, Gents und Gimeux.
Champagner heißt der Wein der ehemaligen
franz. Provinz Champagne. Man unterscheidet
stillen und moussierenden C. Der stille C. (non
M0U886UX) war schon im 14. Jahrh, sehr beliebt.
Er wird sowohl rot als weiß gekeltert. Die weißen,
wie 311161/ 860 Q0U H10U386UX, sind sehr feine,
trockne Weine von eigentümlichem Aroma. Die
Rotweine stehen im zweiten Range; sie haben viel
Feinheit, Delikatesse, Esprit und sind seidenartig
(8076UX). Sie steigen rasch zu Kopf, doch ist ihre
Wirkung nicht anhaltend. Der C. wird vorzugs-
weise in dem Depart. Marne und zwar in den Ar-
rondissements Chalons, Epernay, Reims, St. Mene-
Artikcl, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.