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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Champagny – Champignon

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Champagner'

hould und Vitry jährlich in einer Menge von etwa 700000 hl bereitet, wovon 180000 hl auf die Schaumweinfabrikation entfallen. Der Export Frankreichs betrug (1890) 21699111 Flaschen, (1891) 19685115 Flaschen. Frankreich verbraucht jährlich etwa 3500000, Großbritannien mit den Kolonien 2500000, Amerika 2100000, Rußland 1700000, Deutschland 1500000 Flaschen. – Über den moussierenden S. s. Schaumweine.

Champagny (spr. schangpannjih), François Joseph Nompère, genannt Graf Franz de C., franz. Schriftsteller, geb. 10. Sept. 1804 zu Wien, Sohn des Herzogs von Cadore (s. d.), beteiligte sich eifrig an der Redaktion des «Ami de la religion» und des «Correspondant» und gehörte zu den Begründern der «Revue contemporaine». Sein Hauptwerk ist: «Les Césars. Tableau du monde romain sous les premiers empereurs» (4 Bde., 1841–43; 2. Aufl., 2 Bde., 1853), und deren Fortsetzungen u. d. T. «Les Antonins» (3 Bde., 1863; 2. Aufl. 1866) und «Les Césars du IIIe" siècle» (3 Bde., 1870). 1869 wurde C. in die Akademie gewählt. Er starb 4. Mai 1882.

Champagny (spr. schangpannjih), Jean Baptiste Nompère de, s. Cadore.

Champaign (spr. tschämmpehn), Stadt im County gleichen Namens im nordamerik. Staate Illinois, südsüdwestlich von Chicago, an der Illinois-Central- und andern Bahnen gelegen, hat (1889) etwa 7000 E., Handel mit Getreide, Vieh und Häuten und ist Sitz der Illinois Industrial University.

Champaigne (spr. schangpánnj), Philippe de, franz. Maler, geb. 26. Mai 1602 zu Brüssel, kam schon, zum tüchtigen Bildnis- und Landschaftsmaler gebildet, 1621 nach Paris, wo er gleichzeitig mit Nic. Poussin unter Duchesne arbeitete. Von diesem später mit Neid verfolgt, wurde er jedoch sofort nach Duchesnes Tode 1627 sein Nachfolger. Die Königin-Mutter übertrug ihm nun die Leitung der Arbeiten im Luxembourg, wo er die Galerie des hommes illustres zu malen begann. Bei der Begründung der Kunstakademie 1648 wurde er Professor an derselben. Bei herannahendem Alter zog er sich in das Kloster Port-Royal zurück, wo seine Tochter Nonne war. Er starb dort 12. Aug. 1674. C. war einer der bedeutendsten Bildnismaler seiner Zeit. Von den Bildnissen sind die berühmtesten das des Kardinals Richelieu und das des Königs Ludwig XIII. sowie das Bild seiner Tochter als Nonne (im Louvre), dasjenige des Feldmarschalls Turenne (München, Pinakothek; s. Tafel: Französische Kunst V, Fig. 4), ferner das Bildnis des Kölner Patriziers Jabach (Köln, städtisches Museum). Von seinen weniger bedeutenden religiösen Bildern sind hervorzuheben: Anbetung der Hirten, Verkündigung Maria (Museum von Lille); Kreuzigung, Kreuzabnahme Christi (Museum von Toulouse); Christus am Kreuz, Auferweckung des Lazarus (Museum zu Grenoble); Unterweisung der Maria (im Prado zu Madrid). Im Museum zu Brüssel sind von ihm 16 Bilder, u. a.: Himmelfahrt Mariä, Darstellung Christi im Tempel, heil. Genoveva, heil. Hieronymus.

Champaubert (spr. schangpobähr), Dorf im Arrondissement Epernay des franz. Depart. Marne; hier siegte Napoleon I. 10. Febr. 1814 über die Russen unter Olsuwiew, welcher 2400 Mann verlor und gefangen genommen wurde.

Champeigne, s. Champagne (Touraine).

Champfleury (spr. schangflörih), eigentlich Jules Fleury-Husson, franz. Schriftsteller, geb. ↔ 10. Sept. 1821 zu Laon, trat in eine Pariser Buchhandlung und wurde Mitarbeiter an den Zeitschriften «Le Corsaire» und «L’Artiste». Seit 1873 war er Konservator des Keramischen Museums der Porzellanmanufaktur in Sèvres, wo er 5. Dez. 1889 starb. In seiner Geschichte des «Chien Caillou» (1847) zeigte sich C. als Vertreter der realistischen Schule und blieb dieser auch treu in den Erzählungen «Les excentriques», «Les aventures de Mariette», «Contes vieux et nouveaux», «Les souffrances du professeur Delteil», «Les amis de la nature», «La succession Le Camus», «Monsieur Tringle», «Les oies de Noël», besonders «Les bourgeois de Molinchart» (3 Bde., Par. 1854), ein satir. Gemälde der kleinbürgerlichen Sitten in der Provinz, u. a. Für das «Théâtre des Funambules» schrieb er groteske Pantomimen, verfaßte eine verdienstvolle «Histoire de la caricature» (6 Bde., Par. 1865–80) nebst der Ergänzung «Musée secret de la caricature» (ebd. 1888), ferner «Histoire des faïences patriotiques sous la révolution» (3. Aufl. 1875), «Histoire de l’imagerie populaire» (1869), «Bibliographie céramique» (1882), «Les vignettes romantiques. Histoire de la litterature et de l‘art 1825–40» (1883) u. a.

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Figur: 1

Champignon (frz., spr. schangpinnjóng), Brachpilz, Agaricus campestris L. (s. Tafel: Pilze I: Eßbare Pilze, Fig. 1, und Tafel: Pilze IV, Fig. 4), der geschätzteste der eßbaren Hutpilze. Er findet sich vom Mai bis Oktober auf Brachäckern, Triften, Wiesen, an Waldrändern, in Obstgärten und Weinbergen durch ganz Europa sowie in Nordafrika, Asien und Nordamerika. Sein gewölbter, fleischiger, bis 10,5 cm breiter Hut ist trocken, weiß, auch gelblich oder bräunlich, oben seidenartig-glatt oder auch schuppig-zottig, doch nicht warzig, auf der Unterseite mit dichtstehenden, in der Jugend fleisch- oder rosenroten, später braunen Lamellen besetzt. Der 5 cm lange und 2,5 cm dicke Stiel (Strunk) ist dichtfleischig und nach oben mit einem weißen, mehr oder minder deutlichen Hautringe umgeben. Solange er jung ist, schmeckt dieser Pilz angenehm gewürzhaft-süßlich und wird sowohl frisch, verschieden zubereitet, genossen, als auch in Scheibchen getrocknet oder in anderer Weise aufbewahrt. Der C. wird des reichen Ertrags wegen öfter in Gewächshäusern oder in Kellern und andern dunkeln Räumen mit möglichst gleichmäßiger Temperatur gezogen. Für die Beete (s. vorstehende Fig. 1), die eine solche Breite (1–1,20 m) erhalten, daß man sie von allen Seiten bearbeiten kann, wird kurzer, frischer, strohfreier Pferdemist verwendet, welcher entweder am Fußboden, auf Stellagen an der Wand oder auch freistehend in etwa fußhohen Schichten aufgehäuft und gehörig festgeklopft wird. Nach etwa 14 Tagen kommt auf das gut durchwärmte

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 92.

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