Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

261

Choluj - Chonos-Inseln

C. ist einbasisch, in Wasser schwer löslich, krystallisiert in kleinen Prismen und schmilzt bei 195°.

Choluj, Marktflecken im Kreis Wjasniki des russ. Gouvernements Wladimir, 48 km nordöstlich von der Stadt Wladimir, an der mit der Kljasma zur Oka gehenden Tesa, hat (1885) 2172 E., Post und Telegraph, 2 Kirchen, 5 Jahrmärkte, Malerei von Heiligenbildern, die von hier aus über ganz Rußland verbreitet werden.

Cholula (spr. tscho-), Stadt im mexik. Staat Puebla, 25 km im WNW. von Puebla, in 2105 m Höhe, an der von Puebla nach Izucar führenden Eisenbahn, in überaus fruchtbarer Gegend, hat etwa 9000 E., breite regelmäßige Straßen, eine von Cypressen umgebene Kirche Nuestra Senora de los Remedios und eine wahrscheinlich von Cortez erbaute, jetzt verfallende Kapelle. - C. war zur Zeit der Eroberung durch die Spanier eine der blühendsten Ortschaften. Nach Cortez' eigener Angabe, der sie Churultecal nennt, enthielt sie über 400 Tempel, 20 000 Häuser innerhalb ihrer Ringmauern und ebenso viele außerhalb derselben; die Berichte des Las Casas geben ihr 150 000 E. Die Stadt stammt aus der Zeit vor der aztekischen Herrschaft, von der sie sich thatsächlich frei zu erhalten vermochte; vielleicht war sie schon von den Ulmeken gegründet. C. war der Stapelplatz für den Handel des mexik. Hochlandes. Die Kunstfertigkeit der Einwohner zeigte sich besonders in Metallarbeiten, in Bereitung von Tuchen aus Baumwolle und Agave und in zierlichen Töpferwaren. Berühmt war C. auch durch seine religiösen Sagen. Zu Ehren des Quetzalcoatl, eines Gottes, der nach der Mythe die Cholulaner zur Zeit der Tolteken mit einer bessern Regierungsform und einer geistigern Religion bekannt machte, wurde jener ungeheure Teocalli (s. d.) errichtet, der nach A. von Humboldt bei einer senkrechten Höhe von 62 m und einer Basis von 428 m Breite, das riesenhafteste architektonische Monument Neuspaniens bildet. Seine Plattform giebt Aussicht auf die Vulkane von Puebla und den Pik von Orizaba.

Choluteca (spr. tscho-), Departamento der mittelamerik. Republik Honduras, hat (1887) 43 588 E., darunter 4565 Eingeborene, im S. Ackerbau, im N. Viehzucht sowie Bergbau auf Gold und Silber. Zu C. gehört die Insel Tigre mit dem Hafen Amapala. Die Hauptstadt, am schiffbaren Rio C., welcher in dem Lepateriquegebirge entspringt und in den Golf von Fonseca mündet, hat etwa 4000 E.

Chômage-Versicherung, vom frz. chômage (spr. schomahsch'), das Feiern, Brachliegen, Leerstehen, wird die Versicherung gegen Verluste aus Geschäftsstillständen, vorzüglich aus dem Leerstehen von Mietwohnungen genannt; sie ist zur Zeit noch recht eigentlich Gegenstand der Selbstversicherung (s. d.) und als Gegenstand selbständiger geschäftlicher Unternehmungen noch wenig bekannt.

Chômer (Hômer), der Name des größten Getreidemaßes der alten Israeliten. Es hat den gleichen Inhalt wie der Kor und zerfällt in 10 Epha (" Maß") oder Bath ("Eimer"). In ein neueres Maß läßt sich aus Mangel an den nötigen Anhaltspunkten dasselbe nicht mehr umrechnen.

Chomjakow (spr. -kóff), Aléxej Stepanowitsch, russ. Schriftsteller, geb. 13. Mai 1804 in Moskau, diente 1822-25 in der Gardekavallerie, nahm dann seinen Abschied und bereiste Westeuropa. Nach der Rückkehr trat er wieder in Dienst und machte den türk. Feldzug 1828-29 mit, verließ darauf aber die militär. Laufbahn gänzlich und lebte teils in Moskau, teils auf seinen Gütern. Seit 1858 war er Präsident der Moskauer Gesellschaft der russ. Litteraturfreunde und starb 5. Okt. 1860. C.s litterar. Thätigkeit war sehr mannigfaltig. Außer zwei Tragödien: "Jermak" (1832 erschienen) und "Pseudodemetrius" (1833), verfaßte er lyrische Gedichte (Mosk. 1844; neue Ausg. 1861); zahlreich sind seine Artikel und Abhandlungen histor., polit., philos. und theol. Inhalts in den Zeitschriften "Der Moskauer" und "Russkaja Besěda", dem Organ der russ. Slawophilen. Hier wie in andern periodischen Schriften trat er als eifriger Vorkämpfer panslawistischer Ideen auf (dahin gehört auch sein "Sendschreiben an die Serben aus Moskau", Lpz. 1860), wie er auch in seinen Poesien die Verbrüderung der slaw. Stämme feierte (das erste und bekannteste Gedicht dieser Richtung ist "Orel" ["Der Adler"] von 1832), zur Befreiung von westeurop. Einfluß anzuregen suchte und eine eigentümlich slaw. Civilisation gegenüber der absterbenden des Westens als Ideal hinstellte. Da dieser Gegensatz hauptsächlich in dem religiös-dogmatischen Unterschiede der griech.-slaw. (orthodoxen) und der roman.-german. (kath.-prot.) Welt seinen Grund haben sollte, so gab C. hierüber eine Reihe histor.-theol. Abhandlungen in franz. und engl. Sprache heraus (deutsch anonym u. d. T. "Einige Worte eines orthodoxen Christen über die abendländ. Glaubensbekenntnisse", 3 Abteil., Bautzen 1856-59; russisch von I. Samarin in C.s "Gesammelten Werken", Bd. 2: "Theol. Werke", Prag 1867). Der erste, dritte und vierte Band dieser Werke erschienen seit 1861 in Moskau.

Chondrodendron, s. Cissampelos.

Chondrigen, s. Chondrin.

Chondrin oder Knorpelleim, der bei anhaltendem Kochen von Knorpelsubstanz mit Wasser sich bildende Leim, der in chem. Beziehung einige Verschiedenheit von dem Knochenleim zeigt. Die Grundsubstanz der Gewebe, aus der das C. hervorgeht, heißt Chondrigen.

Chondrit, eine Klasse der Meteorsteine (s. d.).

Chondrites Sternb., eine fossile, vom Silur bis zum Tertiär in den Gesteinsschichten sehr verbreitete Seetangform von vielfach verzweigter, an die recente Chondria erinnernder Gestalt, aber noch unsicherer systematischer Stellung. Solche Fucoiden sind besonders bei uns Leitfossilien für das Untersilur, das Unterdevon, den Jura und das untere Tertiär der Voralpen.

Chondritis, Entzündung des Knorpels.

Chondrologie (grch.), s. Osteologie.

Chondrom (grch.), Knorpelgeschwulst; Chondrose, Knorpelbildung, Verknorpelung.

Chondropterygii, Selachier, s. Knorpelfische.

Chondrose, s. Chondrom.

Chondrus, s. Carrageen-Moos.

Chonia, s. Chaoner.

Choniates, s. Niketas Choniates.

Chönix (grch. choinix), griech. Hohlmaß für Trocknes, 1/48 des Medimnus (s. d.) = 1,094 l.

Chonja, König von Juda, s. Jojachin.

Chonos-Inseln (spr. tscho-) oder Guaytecas-Inseln, zur chilen. Provinz Chiloe gehöriger Archipel, reicht von Chiloe bis zur Halbinsel Taytao und besteht aus mehr als 1000 größern und kleinern Felseninseln von insgesamt 12 220 qkm, die im W. aus Glimmerschiefer, im O. aus altvulkanischem Gestein bestehen, auf ihren zerklüfteten Berggipfeln

^[Artikel, die man unfer C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]