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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Chrysaurein - Chrysographie

durch Auskochen der Drogue mit Benzol und Verdunsten der Lösung in gelben Blättchen und Nadeln erhalten wird. C. wird nicht von Wasser, schwer von Alkohol und Äther, leichter von Chloroform, Eisessig und Benzol aufgenommen. Auch von starker Kalilauge wird es gelöst und geht dann beim Einleiten von Sauerstoff in Chrysophansäure (s. d.) über. Durch Glühen mit Zinkstaub wird es zu Methylanthracen. Es färbt ungebeizte Zeuge gelb.

Chrysaureïn, s. Tropäoline.

Chryseïs, Tochter des Chryses, des Apollonpriesters zu Chryse, wurde, als Achilleus die Städte in jener Gegend eingenommen und zerstört hatte, gleich Briseïs Kriegsgefangene des Achilleus und fiel bei Teilung der Beute dem Agamemnon zu. Durch Apollons Rache genötigt, der seinem Priester beistand, mußte Agamemnon die C. dem Vater zurückgeben und nahm dafür dem Achilleus die Briseïs weg, was den "Zorn" des letztern erregte (Homer, Ilias Buch I). - C. ist auch der 202. Planetoid.

Chryselephantin (grch. chrysos, Gold, elephantinos, elfenbeinern) nennt man Statuen, bei denen die Gewänder von Gold, der Körper, soweit er von der Gewandung nicht bedeckt ist, von Elfenbein gefertigt ist. Chryselephantin-Bildwerke waren z. B. die Zeusstatue zu Olympia, die Athena Parthenos zu Athen, die Venus Urania zu Elis, sämtlich von Phidias gefertigt. (S. Bildschnitzerei.)

Chrysen, ein aromatischer Kohlenwasserstoff von der Zusammensetzung C18H12, der sich in den höchstsiedenden Anteilen des Steinkohlenteers vorfindet und beim Durchleiten von Phenylnaphtyläthan, C6H5·CH2·CH2·C10H7, durch glühende Röhren entsteht. Der Name rührt von der goldgelben Farbe her, die dem unreinen Körper hartnäckig anhaftet. In reinem Zustande (nach dem Schmelzen mit Kali) bildet C. weiße Krystallblättchen. Es schmilzt bei 250° und siedet bei 436°. Durch Oxydation mit Chromsäure liefert es gelbes Chrysochinon, C18H10O2 das sich in konzentrierter Schwefelsäure mit blauer Farbe löst.

Chryseolin, s. Tropäoline.

Chryses, s. Chryseïs.

Chrysididae, s. Goldwespen.

Chrysippus, stoischer Philosoph, 282-209 v. Chr., der bedeutendste Systematiker dieser Schule, stammte aus Soli, nach andern aus Tarsus in Cilicien. Er hörte den Stoiker Kleanthes sowie den Akademiker Arcesilaus und lernte so die Einwürfe der Skeptiker gegen die stoische Lehre kennen. Hierdurch ward er um so mehr befähigt, die Verteidigung derselben zu übernehmen, wobei er großen Scharfsinn und ausgezeichnetes Talent im Disputieren bekundete. Letzteres bewährte er vorzüglich in der Logik oder Dialektik. In der Ausführung der einzelnen Teile der Philosophie verfolgte er mit einigen Änderungen die Richtung des Zeno und Kleanthes. Ihm verdankt die stoische Philosophie ihre endgültige Ausprägung. C. soll über 700 Schriften verfaßt haben, von denen nur wenige Bruchstücke übrig sind. - Vgl. Zeller, Philosophie der Griechen, Bd. 3,1. Abteil. (3. Aufl., Lpz. 1881).

Chryso, s. Krissa.

Chryso... (grch.), in Zusammensetzungen: Gold...

Chrysoaspiden (grch., d. i. die Goldbeschildeten), s. Argyraspiden.

Chrysobalaneen (Chrysobalaněae), Abteilung der Familie der Rosaceen (s. d.).

Chrysobalanus L., Pflanzengattung aus der Familie der Rosaceen (s. d.), Abteilung der Chrysobalaneen. Ihre wenigen Arten sind im tropischen Afrika und Amerika einheimische Sträucher, mit abwechselnden, einfachen, ganzrandigen, lederartigen Blättern und in Trauben oder Rispen gestellten weißen Blüten. Die Frucht des südamerikanischen C. Icaco L. (s. Tafel: Rosifloren, Fig. 6) wird als Icacopflaume oder Kokospflaume in ihrem Vaterlande gegessen, auch als adstringierendes Mittel medizinisch angewendet.

Chrysoberyll, ein dem rhombischen System angehöriger, kurz und breit säulenförmig oder dick tafelartig mit Pyramidenflächen krystallisierender Edelstein, dessen Farbe aus Grünlichweiß in Spargelgrün oder Olivengrün übergeht und der zuweilen einen bläulichen wogenden Lichtschein zeigt. Er besteht aus 80 Proz. Thonerde und 20 Proz. Beryllerde, BeAl2O4, ist glasglänzend, von muscheligem Bruch, seine Härte steht zwischen der des Topas und des Korund. Er findet sich in Brasilien, Ceylon, Pegu, Sibirien, Nordamerika, und zwar meist als lose Körner und Geschiebe im Flußsande, auch eingewachsen im Gneis zu Marschendorf in Mähren und Haddam in Connecticut. Der größte Stein dieser Art, der ein Gewicht von 8 kg hat, befindet sich in Rio de Janeiro. Der C. wird zu Schmucksachen, besonders Ringsteinen, verwendet, wobei man den blaßgefärbten eine Goldfolie unterlegt. Eine besondere Abart ist der Alexandrit (s. d.). Im Edelsteinhandel, als sog. Phantasiesteine (s. d.), befinden sich zur Zeit besonders ceylonische C. von allen Nuancen des Grün und Gelb bis zu den seltenen rein goldgelben. Die große Ausbeute an solchen wurde dadurch veranlaßt, daß eine bedeutende Nachfrage entstand nach den in den letzten Jahren in die Mode gekommenen Chrysoberyll-Katzenaugen, die, mugelig geschliffen, eine wogende Lichtlinie zeigen und von denen besonders große und schöne Steine mit Tausenden bezahlt worden sind.

Chrysobullon (grch., die goldene Bulle [Siegel] und die mit einer solchen versehene Urkunde), ein Erlaß, seltener ein Brief von einem byzant. Kaiser, durch den kaiserl. Verordnungen bekannt gemacht, Schenkungen an Klöster und Kirchen ausgegeben wurden u. s. w. Da häufig eine Goldbulle aus mehrern in der Länge zusammengeklebten Pergamentstücken bestand, verbürgte die Zusammengehörigkeit derselben eine eigenhändige, durch die Berührungspunkte der Stücke gehende Notiz des Großlogotheten (s. d.) oder des Logotheten (s. d.) des Dromos. Das ganze Dokument wurde zwar in der kaiserl. Kanzlei verfertigt, der Kaiser selbst versah es aber mit seiner Unterschrift in roten Buchstaben, dem im Text vorkommenden Worte λόγος (της βασιλείας), dem Monatsnamen, der Indiktionszahl (s. Indiktionencyklus) und dem letzten Numerale in der voll geschriebenen Jahreszahl. Von den noch vorhandenen originalen C. der byzant. Kaiser werden die meisten auf dem Berg Athos aufbewahrt. - Vgl. "Jus graeco-romanum, pars III.: Novellae constitutiones, hg. von Zachariä von Lingenthal (Lpz. 1857); Miklosich und Müller, Acta et diplomata (Bd. 1-6, Wien 1860-90); Langlois, Le mont Athos (Par. 1867); Schlumberger, Sigilographie byzantine (ebd. 1884).

Chrysochinon, s. Chrysen.

Chrysochloris, der Goldmaulwurf, s. Maulwurf.

Chrysochroa, s. Prachtkäfer.

Chrysographie (grch.), die Kunst, mit Gold zu schreiben oder zu malen, wurde besonders von den

^[Artikel,die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]