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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Church-Army - Churfirsten
aus (1857), Das Herz der Anden (1859), Der Coto-
paxi (1862), Regenzeit in den Tropen, Der Chimbo-
razo (1864), farbenreiche Landschaften mit wunder-
baren Lichteffekten. Dann unternahm er eine Reife
nach Labrador, als deren Ergebnis besonders das
auf der Londoner Ausstellung 1863 bewunderte
Bild der Eisberge gelten kann. Nachdem er 1866
Jamaika befucht, gmg er 1868 über Europa nach
dem Orient. Von den dort gemalten Bildern sind
zu nennen: Ansichten vom Parthenon, von Damas-
kus, von Jerusalem und von El-Chasne, dem be-
rühmten Felsentempel des Steinigen Arabiens.
vliurok-^rinz? (engl., spr. tschörtsch armi), s.
Keilsarmee.
Churchill (spr. tschörtschil) oder English-
River, Fluß in Britisch-Nordamerika, entspringt
als Beaver-River (Viberfluß) im westl. Bin-
nenlande, stießt durch den See la Crosse, dann als
Miffinnippiin nordöstl. Richtung, erhält von N.
den Deerfluß, den Abfluß des Wollaston- und Deer-
sees, durchströmt den Granville- und Indian-See,
nimmt hierauf den Namen C. an und mündet nach
einem Lauf von über 1000 km bei dem Fort C.,
einen Hafen bildend, in die Hudsonbai.
Churchill (spr. tschörtschil), eine alte in Dorset-
shire ansässige engl. Familie, welche John C., erster
Herzog von Marlborough (s. d.), zu höchstem An-
sehen brachte, während dessen älteste Schwester
Arabella C. (geb. 1648, gest. 1730) als Maitresse
Jakobs II. bekannt wurde, dem sie vier Kinder, dar-
unter den Herzog von Verwick (s. d.) gebar. Titel
und Güter des Herzogs von Marlborough vererb-
ten sich auf die Nachkommen seiner zweiten Tochter
Anna, die Spencers, die den Namen Spencer-Chur-
chill annahmen.
Churchill (spr. tschörtschll), Charles, engl.
Satiriker, geb. im Febr. 1731 zu London, studierte
zu Cambridge und wurde 1758 Prediger an der St.
Johnskirche zu Westminster, verlor aber bald durch
anstößigen Lebenswandel dieses Amt. Bekannt
wurde er durch eine Satire auf die damaligen
Schauspieler, "liogeiklä" (anonym 1761). Die An-
griffe auf diefe Schrift beantwortete er in einer
"^polo^x", worin Kritikerund Schauspieler, nament-
lich Smollett und Garrick, verspottet werden. Wegen
seiner leichtfertigen Sitten suchte er sich in einem
Briefe an Lloyd, "Ibe NiZlit", zu rechtfertigen,
gleichzeitig erschien der erste Gesang von "1K6
Hk08t", gegen Johnson (als Don Pomposo) und
den Hofdichter Whitehead gerichtet. Mehr Aufsehen
erregte "1d6 proplise^ ok lamins, g. scotcd pa.8t -
rg.1", ein schwungvolles Gedicht voller Ausfälle gegen
die Schotten. C. starb 4. Nov. 1764 auf einer Reise
nach Voulogne und wurde zu Dover begraben.
Seine Werke erschienen London (4 Bde.) 1774, die
Poet. Schriften auch besonders (2 Bde., Lond.
1804; neue Aufl., Edinb. 1855, und von Bell,
2 Bde., Lond. 1871).
Churchill (spr. tschörtschil), Randolph, Lord,
jüngerer Sohn des 7. Herzogs von Marlborougb,
geb. 13. Febr. 1849, studierte in Orford und trat
1874 ins Unterhaus. Erst nach dem Tode Veacons-
sields 1881 begann er sich geltend zu machen, indem
er einen förmlichen Kultus mit diefem trieb und eine
heftige Opposition gegen Gladstone damit verband.
Durch Gewandtheit,Schlagfertigkeitund großeRück-
sichtslosigkeit wußte er sich in den Vordergrund zu
stellen, und in Nachahmungen von Veaconssields
"Iung-England" gründete er die konservativeGruppe
Vrockhaus' Konversations-Lexiton. 14. Aufl.. IV.
der sog. "Vierten Partei" und 1884 den sog. "Pri-
melnbund", der die Lieblingsblume Beaconsfields
als Symbol führt und alle konservativen Elemente
zur Förderung der Parteiinteressen vereinen sollte.
Er folgte Beaconsfield auch in der Vertretung der
Grundsätze einer Torydemokratie, welche die libe-
rale Regierung in allem anfeindete, aber ebenso den
strengern Tories ein Greuel war. Seine Stellung
im Parlament verschaffte ihm im ersten Kabinett
Salisburys (Juni 1885 bis Jan. 1886) das Mini-
sterium für Indien und thatsächlich besaß er auck
bereits die Führung des Unterhauses. Dem kurzen
dritten Ministerium Gladstones (1886) machteer
die heftigste Opposition; unter Salisbury wurde er
im Aug. 1886 zum Schatzkanzler ernannt. Seine
Perfon stand im Mittelpunkt der öffentlichen Auf-
merkfamkeit. Ganz unerwartet legte er 23. Dez.
1886 fein Amt nieder, ein Schritt, der die vollstän-
dige Umwandlung des Kabinetts zur Folge hatte.
Seitdem trat C. bei verfchiedenen Gelegenheiten her-
vor; in einer Verfammlung zu Birmingham Juli
1889 trat er fcharf gegen die ägypt. Politik Salis-
burys auf, wie er sich denn überhaupt ganz unbe-
rechenbar in seinem polit. Vorgehen gezeigt hat. Im
Juli 1892 wurde er wieder ins Parlament gewählt.
1891 unternahm er eine Reise nach Südafrika und
veröffentlichte darüber "Neu, min68 ".nä g.nimg.18
in 801M ^li-ica" (Lond. 1892). Seine Reden (1880
-88) erschienen gesammelt in 2 Bdn. (Lond. 1889).
vkurok NIl3"1<)NHr^ Soolstz? kor H.tr!oa.
knä tks üa.st (engl., "Kirchliche Misstonsgesell-
schaft für Afrika und den Osten"), 1799 begründete
engl. Missionsgesellschaft, steht in engem Zusammen-
hang mit der bisch öst. Staatskirche und entsendet nur
ordinierte im Missionsseminar zu Islington aus-
gebildete Prediger, Arzte, Lehrer u. s. w. Sie hatte
(1889) 305 Stationen in Afrika, Persien, Indien,
China, Japan, Neuseeland und Nordamerika. Die
Zahl der ordinierten Missionare beträgt 269, der
eingeborenen ordinierten Prediger 291; dazu kommen
etwa 3000 eingeborene Katecheten und 700 einge-
borene Missionarinnen und Helferinnen. Das
Jahresbudget beläuft sich auf 4-5 Mill. M. Ihre
Organe sind: "1ii6 0. N. intsilißLueLr g.nä Ii,6>
oorä", "I'iiL 0. N. (^i63.Q6r" und "?roc66äillF8".
Ehurfirsten, auch Kuhfirsten, Bergkette der
Sentisgruppe im schweiz. Kanton St. Gallen,
bildet einen 12 km langen, etwa 2000 m hohen,
scharf ausgezackten Kamm, der aus Kalkgesteinen
der mittlern 5ura- und der Kreideformation besteht,
von W. nach O. verläuft, füdlich mit schroffen Fels-
wänden zum Walenfee und nördlich allmählich mit
beweideten und bewachsenen dachförmigen Rücken
zum Toggenbura abfällt. Von W. nach O. trägt der
Scheere (2194 m), Wart (2225 m), Selun (2208 m),
Frümsel (2268 m), Vrisi (2280 m), Zustoll (2239 m),
Sckeibenstoll (2238 m), Hinterruck (2309 m) und
Kaiserruck (2204 m). Bisweilen wird, wohl der früher
beliebten Schreibweise Kurfürsten zuliebe, der Name
C. auf die sieben letzten dieser Gipfel beschränkt,
während der Name den Bergfirst, der das einst
rhätoroman. Churer Gebiet von dem deutschen
trennte, bedeutet. Im weitesten Sinne wird zur
Kette derC. auch die südöstlich anschließende Gruppe
des Faulsirst (2413 m) und des Alvier (2363 m> ge-
rechnet, die sich zwischen dem Rhein und dem Unter-
lauf derSeez erhebt und bei Sargans mit dem eisen-
reichen Gonzen, 1833 m, endet. Alle diese Gipfel
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