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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Civiltà cattolica, La - Civitavecchia
der See vorgekommenen Fälle. - Mit dem Gesetz
wurde im Deutschen Reich die Civilehe (s. d.) ein-
geführt. (S. Ehe, Aufgebot.)
viviltä. okttolioa., 1.2. (spr. tschi-), italienische
in Rom alle 14 Tage erscheinende Zeitschrift, ein-
flußreiches Organ der Jesuiten, von denen es aus-
schließlich geschrieben wird. Das Blatt wurde 1850
unter der Redaktion des ?. Curci (s. d.) in Neapel
aegründet, aber wegen seiner Angrisse auf die geist-
liche Jurisdiktion des Staates von Ferdinand II.
unterdrückt, worauf es nach Rom verlegt wurde.
Nach 1870 kam es in Florenz heraus, kehrte aber
vor einigen Jahren wieder nach Rom zurück. Es
vertritt den extremsten antinationalen Klerikalis-
mus, predigt die Suprematie der geistlichen An-
sprüche m allen Ländern, die Nndurchsührbarkeit
einer Aussöhnung des Papstes mit Italien und die
Wahlenthaltung der ital. Katholiken.
Ewilversorgung von Militärpersonen, s. An-
stellungsberechtigung und Militäranwärter.
Civilverforgungsfchein, ein von der Mili-
tärbehörde ausgestelltes Zeugnis über Ableistung
einer bestimmten aktiven Militärdienstzeit, welche
zur Versorgung im Civildienst bei den Reichsbehör-
den sowie den Staatsbehörden aller Bundesstaaten
nach Maßgabe der darüber bestehenden Bestimmun-
gen berechtigt.
<31vi8 (lat.), Bürger, s. OivitHg; 0. acHäernicug,
akademischer Bürger, s. Akademisch.
Civita (ital., spr. tschiwitah), Stadt, s. auch Cittä.
Civita-Caftelläna (spr. tschiwitah), Stadt im
Kreis Viterbo der ital. Provinz Rom, unweit der
Treja, auf einem Berge malerisch gelegen, rings
von Schluchten umgeben, an der Schmalspurlinie
Chiusi-Rom des Adriatischen Netzes, ist Sitz eines
Bischofs, hat (1881) 4251, als Gemeinde 4466 E.,
in Garnison das 2. Bataillon des 54. Infanterieregi-
ments, eine im 15. Jahrh, umgebaute Kathedrale
mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, eine unter
Papst Alexander II. 1500 begonnene Citadelle sowie
eine 1712 erbaute Brücke. In der Nähe Reste des
alten Falerii (s. d.).
Civita di Chieti, s. Chieti.
Civitäli (spr. tschiw-), Matteo, ital. Bildhauer
des Quattrocento, geb. 1435 in Lucca, gest. 1501,
nähert sich seinen bessern Zeitgenossen, wie Desiderio
da Settignano und Benedetto da Majano; der Erst-
genannte wird sogar als sein Lehrmeister bezeichnet.
In Lucca rühren von ihm her das Monument des
Pietro da Noceta (1472), der Altar des Regolo und
die Sakramentskapelle, Skulpturen von hohem Adel
der Form und tiefempfundener Andachtsstimmung.
Für die Johanneskapelle zu Genua vollendete er
1496 sechs Statuen: Adam, Eva, Iesaias, Habakuk,
Elisabeth, Zacharias. - Seine Biographie schrieb
Yriarte (Par. 1886).
Civitanova - Marche (spr. tschiwitanohwa-
marke), Stadt in dcr ital. Provinz und im Kreis
Macerata, 2 km vom Adriaüscken Meere, hat Post
und Telegraph und (1881) 6390 E.; zur Gemeinde
C. gehört der Hafenort Porto di Civitanova,
nördlich der Mündung des Chienti, an der Linie
Ancona-Foggia des Adriatischen Netzes, mit 3149 E.,
Werften und Küstenschiffahrt.
vivitas (lat.) hieß bei den Römern 1) die Bür-
gereigenschaft, d. h. die Zugehörigkeit zum röm.
Gemeindewesen ((^. im Sinne 2) und die damit
verbundene Rechtsfähigkeit nach römischem ^us ci-
vil6 (s. Civilrecht). Wre dieses, je nachdem es die
Beziehungen der Einzelnen oder die Verhältnisse
des Gemeinwesens regelt, in^us privatum und^ug
pudlicum zerfällt, so auch die Rechtsfähigkeit in
privatrechtliche und öffentlichrechtliche. Die erstere
umfaßt die Fähigkeit, am röm. Vermögensverkehr
teilzunehmen, ^u8 oommercii, und in röm. Familien-
verhältnissen, besonders, aber nicht allein, in echter
röm. Ehe zu stehen, ^u3 eommdii. Die letztere enthält
die Fähigkeit, an der Schassung des Staatswillens
durch Stimmabgabe in den Komitien und an der
Vollziehung desselben als Beamter teilzunehmen,
^u8 8ussrkFii) .ju8 konorum. Diese Fähigkeiten bil-
den den Begriff der 0.; andere dem civi8 zustehende
Rechte, vor allem das ^u8 provocationiZ, d. h. das
Reckt zur Berufung an das Volk von Erkenntnissen
der Beamten auf Leib- und Lebensstrafe, sind durch
einzelne Gesetze nach und nach hinzugekommen.
^ivi3 ist jeder Freie, der die (^. hat; der Freie,
der sie nicht hat, heißt pers^rinuZ; der Unfreie,
86lvu8, ist weder civi3 noch p6r6Frinu8, weil über-
haupt nicht Person, sondern Sache.
2) 0. hieß aber auch die Gesamtbeit der Mit-
glieder einer polit. Gemeinschaft, mochte diese, was
namentlich bei den Griechen gewöhnlich der Fall
war und auch für Rom jahrhundertelang galt, aus
einer Hauptstadt mit deren Gebiet bestehen oder auch
eine in einer Landschaft ohne solche Hauptstadt woh-
nende Völkerschaft sein. - Unterleders. 0. verstand
man, wie der Name besagt, ursprünglich einen souve-
ränen Staat. Als aber die röm. Herrschaft sich über
die ganze Alte Welt auszudehnen begann, erhielten
oftmals befreundete Staaten vom röm. Senat als
besondere Auszeichnung den Titel und Rang einer
0. lidsra. und damit die ausgesprochene Befreiung
von der direkten röm. Herrschaft. Die Zahl dieser
"freien Städte" innerhalb des Römischen Reichs ve-
trug noch zu Anfang der Kaiserzeit mehrere Hundert,
wurde aber mit der Zeit stark beschränkt und fand
ihr Ende, als Caracalla 212 n. Chr. ihnen allen das
röm. Vollbürgerrecht verlieh. (S. Municipien.)
Civita Vecchia (spr. tschiwitaweckla) auf Malta,
s. Citta-Vecckia.
Civitavecchia (spr. tschiwitaweckla), Hauptstadt
des Kreises C. (29 667 E.) in der ital. Provinz Rom,
in ungesunder, öder Gegend, an der Küste des
Tyrrbenischen Meers und an der Linie Pisa-Rom
des Mittelmeernetzes, ist Sitz eines Bischofs, einer
Handelskammer, eines Festungs- und Artillerie-
Lokaltommandos, eines belg., dän., deutschen, franz.
und niederländ. Konsuls sowie zahlreicher Vice-
konsuln, hat (1881) 9210, als Gemeinde 11980 E.,
in Garnison das 53. Infanterieregiment, eine Cita-
delle (nach Michelangelo) mit Bastionen und
Mauern von A. San-Gallo, ein Arsenal von Ber-
nini, einen Bagno für 1200Sträflinge, einen schönen
29 km langen Aquädukt und bedeutende Magazine
und Schifsswerfte. Der Hafen, zugleich Kriegs- und
Handelshafen, dient, da alle Anlagen an der Tiber-
mündung versandeten, der Verbindung Roms mit
dem Meere (71 km), ist 5 - 6 m tief, 87 ka groß
und wird durch zwei bogenförmige Molen von 170
und 250 m Länge und einem mit Leuchttürmen be-
setzten Wellenbrecker geschützt. C. ist Station der
von Marseille und Genua nach Neapel fahrenden
Dampfer. Die Einwohner treiben zumeist Handel.
In der Nähe Alaungruben und Mineralquellen mit
Resten der alten ^^ua,6 ^auri. - C. hieß zur
Zeit der röm. Republik <^6iituinc6U9,6, nach den
vielen kleinen Bassins für Barken, später zu Ehren
Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.