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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Clairvaux - Clam
1742, gest. 31. Juli 1831 zu Winterthur; er schrieb
über die Flora der Schweiz und über schweiz. Käfer.
Clairvaux (spr. klärwoh), Cistercienserabtei in
der Gemeinde Ville-sous-la-Ferts, Kanton und Ar-
rondissement Bar-sur-Aube des franz. Depart. Aube,
17 km füdöstlich von Var-sur-Aube am linken Ufer
der Aube und an der Linie Paris-Petit Croir der
Franz. Ostbahn, wurde 1115 vom heil. Bernhard
ls. d.) als erstem Abte von C. in dem ungesunden
sumpfigen Aubethale gegründet. Nachdem die
Mönche, deren C. bis zu 700 zählte, das Thal durch
Bodenkultur gesund gemacht hatten, wurde es Olara,
valiis genannt. Später entstand neben dem alten
ein neues Kloster, in dessen als Meisterstück der Bau-
kunst geltender Kirch sich das Grab des heil. Bern-
hard besinget. Die Abtei ging in der ersten Re-
volution ein, ihre Gebäude mit einem Umfange von
fast 2 kin wurden feitdem als Centralgefängnis für
13 Departements (etwa 1500 Männer und 500 junge
Gefangene) benutzt. C. hat Post, Telegraph und
eine Ackerbaukolonie. - Vgl. Arbois de Iubainville,
Nwä63 Lui- 1'6wt interieur ä68 adda^g ciäter-
C16QQ68 6t prineipai6N6Qt ä6 0. (Par. 1858).
Elairville (spr. klärwil), Louis Francois, eigent-
lich Nicolaie, franz. Theaterdichter, gc'b. 28. Jan.
1811 zu Lyon, gest. 7. Fcbr. 1879 in Paris, schrieb,
fast immer in Gemeinschaft mit andern Autoren,
über 220 Possen und Oporettenlibrettos, die durch
gefälligen und witzigen Stil, scharf pointierte Cou-
plets und schlüpfrige Zweideutigkeiten große An-
ziehungskraft auf das Pariser Publikum ausüben.
Wirksam und sehr beliebt sind die Operetten "Oapn-
ui8 6t OKI06" (komponiertvonOffe bach, Par. 1849),
"I^g. Ü116 äs N3.d2.1u6 ^nZot" (komponiert von Lecoq,
1873), "^65lllQ6, ^62UQ6tt6 6t ^63.UQ6t0I1" (kompo-
niert von Lacome, 1877); die Vaudevilles "R0F6I-
L0Qt6mp8" (1848), "1^9. propriLtE o'63t 16 voi"
(1848), "1^68 t6Qt3.ti0Q8 ä'^ntoil16tt6" (1850), "1.68
00Ii1i8868 ä6 lg. V16" (1852), "1^68 trois Fg,miu8"
(1854), "^uill2!6 1i6ui'68 ä6 üg.ci-6" (1867) und die
Zauberstücke "1.68 86pt eliätkaux cw äi3.dl6" (1844),
"I,g.1g.iit6rii6 rQ9.Zi(iii6'> (1865), "^euäriiion" (1866).
C.s a Odg.1180113 6t P068168" erschienen 1853.
Clairvoyance (frz., spr. klärwöäjängß), s. Som-
nambulismus.
Claix (spr.kläh), Flecken im Kanton Vif, Ar-
rondissement Grenoble des franz. Depart. Istre,
8 km nördlich von Vif, am linken Ufer des Drac,
bat (1891) 387, als Gemeinde 1223 E., eine 1611 von
Lesdiguieres gebaute Brücke von 46 m Spannung
und 1t' m Höhe und eine neue von 52 m Span-
nung, das größte Bauwerk dieser Art in Frankreich;
Eisenwerke, Papier- und Porzellanfabrikation.
Clajus (eigentlich Klaj), Johs., der Altere,
Grammatiker, geb. 24. Juni 1535 zu Herzberg
in Kursachsen, besuchte die Fürstenschule Grimma
und die Universität Leipzig, war seit 1560 zu
Goldberg in Schlesien Kantor, dann Lehrer des
Griechischen, studierte 1569 in Wittenberg Theologie,
wurde 1570 Rektor in Nordhausen und 1573 Prediger
in Bendeleben bei Frankenhausen, wo er 11. April
1592 starb. Für die Entwicklung der deutschen
Grammatik, noch mehr der Metrik, ist seine "(^i-arn-
uikUica ^ElmHuicas 11113119.6" (Lpz. 1578), ein Werk
zwanzigjährigen Fleißes, von großer Bedeutung,
weil sie das später (1624) von Opitz mit Erfolg ein-
geführte, noch heute geltende nationale Vetonungs-
gesetz (s. Opitz) zuerst klar ausspricht und durchweg
Authers Spracke zu Grunde legt. Leider wendet
C. das Schema der lat. Grammatik gewaltsam auf
die deutsche Sprache an. Seine formgewandten lat.
Gedichte sind meist in elegischem Versmaß und er-
baulich (Evangelienerklärungen, versifizierte Bibel-
stücke, Gebete u. a.). - Vgl. Perschmann, I. C.
des Altern Leben und Schriften (Nordh. 1874).
Elajus, Joh., der Jüngere, s. Klaj.
v!a.in (lat.), heimlich; 0., vi aut prscario,
"heimlich, gewaltsam oder bittweise", jurist. Formel
für den fehlerhaften Besitz, s. Vesitzklagen.
Clam, indian. Bezeichnung für die Venus-
muscheln (s. d.), welche den Indianern als Geld und
Schmuck (s. Wampum) dienen.
Elam, gräfl., in Böhmen und Oberösterreick
begütertes Geschlecht, hieß früher Perger von
Höchenperg, nach der Stammburg Höchenperg
in Kärnten, von wo es im 14. Jahrh, vertrieben
wurde. Christoph Perger kaufte 1524 Burg und
Herrschaft C. bei Grein an der Donau. Das Ge-
schlecht wurde 1655 in den Reichsfreiherrenstand,
1759 in den österr. Grafenstand erhoben und blüht
gegenwärtig in zwei Linien, Clam-Martinicz und
Clam-Gallas.
Ahnherr der Grafen von Clam-Martinicz ist
Johann Gottlieb von C.; sein Sohn, Graf Karl von
C. (geb. 1759, gest. 26. Sept. 1826), nahm infolge
seiner Vermählung mit der Erbtochter des gräfl.
Geschlechts Martinicz 2. Nov. 1792 dessen Namen
und Wappen an. - Der ältere Sohn des Grafen
Karl,GrafKarlIoseph NepomukGabriel von
Clam-Martinicz, geb. 23. Mai 1792 in Prag,
studierte die Rechte und trat 1809 in das Freikorps
des Grafen Kinsky ein. Er war in den Feldzügen
1812-14 Flügeladjutant des Fürsten Schwarzen-
berg und begleitete später Napoleon nach Elba.
Sodann wurde er zu den Verhandlungen des Wiener
Kongresses gezogen und zu diplomat. Sendungen
nach Petersburg verwendet. 1830 zum General-
major und Hofkriegsrat ernannt, erhielt er 1831
wichtige polit. Sendungen nach Mailand, Olmütz
und andern Orten, später an den preuß.Hof, wo er,
ein schroffer Gegner des Konstitutionalismus, mit
Erfolg die Metternichfche Reaktionspolitik gegen die
Freiheitsregungen in Deutschland zu befestigen
wußte. Kaiser Ferdinand ernannte ihn 1835 zum
Generaladjutanten, 1836 zum Geheimrat und Chef
der Militärsektion im höchsten Staatsrate, 1837
zum Feldmarschalllieutenant mit Beibehaltung der
Dienstleistungen um die Person des Kaisers und im
Etaatsrate. Er starb 29. Jan. 1840. - Sein älterer
Sohn, Heinrich Iaroflaw, Graf von Clam-
Martinicz, geb. 15. Juni 1826 zu St. Georgen
in Ungarn, studierte die Rechte und begann 1848
unter Graf Stadion die amtliche Laufbahn, ward
1853 Statthaltereirat in Ofen, 1856 Landesyräsi-
dent in Westgalizien, trat 1859 aus dem Staats-
dienste und wurde 1860 in den "verstärkten" Reichs-
rat berufen, an dessen Arbeiten er einen hervor-
ragenden Anteil nahm. Er war Berichterstatter der
Majorität, und seine Anschauungen über die Re-
organisation der Monarchie gingen in das Oktober-
diplom von 1860 über. Aber durch das Ministerium
Schmerling und das Februarpatent von 1861 sah
sich der Graf in die Opposition gedrängt und wurde
nun im Abgeordnetenhause einer der Führer der
feudalen Partei. Eine persönliche Angelegenheit
veranlaßte ihn 1862 aus dem Reichsrat auszutreten
und seine polit. Thätigkeit auf den böhm. Landtag
zu beschränken. Seither war er hier einer der Führer
Artikel, die man unter E vermißt, sind unter K aufzusuchen.