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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Clamart - Clap.
der slawisch-feudaltleritalen Partei und einer der '
Urheber der "Abstinenz"-Politik der Czechen, die
diese erst 1879 aufgaben. In Landtag und Reicks-
rat zurückgekehrt, wurde (5. wieder an die Spitze
der Partei gestellt und wirkte seitdem als General-
referent des^ Budgets. Er starb 5. Juni 1887 in
Prag. - ^ein jüngerer Bruder Rickard, geb.
12. März 1832, wurde 1879 auch vom böhm. Groß-
grundbesitze in den Neichsrat entsendet, wo er zu
den Stimmsührern der Feudalen geborte. Er war
1882-88 erster Vicepräsident des ofterr. Abgeord-
netenhauses und wurde 1889 in das Herrenhaus
berufen. Er starb 15. Nov. 1891 auf Schloß
Smecna bei Schlan. Sein Sohn, Graf Heinrich
von Clam-Martinicz, geb. 1. Jan. 1863, ist
jetzt das Haupt dieser Linie.
Die jüngere Linie, Clam-Gallas, wurde von
einem Bruder des Abnherrn der Grafen Clam-Mar-
tinicz begründet. Sein Sohn, Graf Christian
Philipp von C., dem 1757 die umfangreichen
Besitzungen (Reichenberg, Friedland u. s. w. in Böb-
men) des letzten Grafen von Campo-Gallas zu-
fielen, nahm 1768 den Namen Clam-Gallas an. Er
hinterließ das Erbe seinem Sobne, Graf Cbristian
Christoph von Clam-Gallas, geb. 1. Sept.
1771, der als k. k. Geheimrat und Oberst-Erbland-
marschall des Königreichs Böhmen 21. Aug. 1838
starb. Dessen Sohn war Graf Eduard von Clam-
Gallas (s. d.). Des letztern Gemablin Chlotilde,
geborene Gräfin von Dietrich st ein, vermäblt
28. April 1850, ist Erbherrin der vormals fürstl.
Dietrichsteinschen Herrschaften. Beider Sohn, Graf
^ranz Clam-Gallas, geb. 26. Juli 1854, k. k.
Kämmerer, ist der jetzige Vertreter dieser Linie.
Clamart (spr. klamahr), Dorf mit <1891) 5491
E., im Kanton und Arrondissement Eceaur des
franz. Depart. Seine, an der Linie Paris-Versailles
der Franz. Westbahn, auf dem von Eceaur nach
Sevres streichenden Höhenzuge über den Pariser
Forts Issy und Vanves. Bei Beginn der Einschlie-
ßung von Paris 19. Sept. 1870 von den Deut-
schen besetzt, wurden auf den Höhen von C. die
zu der Beschießung der weftl. Forts der Süd-
sront und des südwestl. Teils der Stadt bestimm-
ten Belagerungsbatterien errichtet. Gegenwärtig
liegen die Höhen von C. innerhalb des neuen
Pariser Befestigungsgürtels.
V1a.ina.törv8, Schreivögel, eine Vogel-
ordnung der ältern Systematik.
Clamecy (spr. klam'ßih). 1) Arrondifsemcnt des
franz. Depart. Nicvre, hat 1467,04 yivin, (1891)
66 281 E., 93 Gemeinden und zerfällt in die 6 Kan-
tone Vrinon (232,2? ykin, 8897 E.), C. (206,16 hkm,
12 591E.), Corbigny (274,54 ykm, 12 231E.), Lormes
(296,0i ykm, 12577 E.), Tannay (196,4? q1(m, 7908
E.), Varzy (261,59 ^km, 12077 E.). - 2) Hauptstadt
des Arrondissements C., 73 km nordöstlich von
Nevers, in 146 in Höhe und am AbHange des Beau-
mont (275 m), an der Mündung des Beuvron in
die Donne, am Kanal von Nivernais und an den
Linien Laroche-Aurerre-C.-Nevers, Trigueres-C.
(81 )<iii) und C. - Cercy-la-Tour (85 km) der Franz.
Mittelmeerbahn, ist ein alter, schlecht gebauter Ort,
mit steilen, gewundenen Gassen, Sitz eines Gerickts-
hofs erster Instanz und eines Handelsgerichts, hat
(1891) 4541, als Gemeinde 5318 E., Post, Tele-
graph, ein Collöge, eine schöne Kirche, eine Biblio-
thek, Papier- und Lederfabrikation, Handel mit
Holz und Kohlen.
Vrockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl.. IV.
Clam-Gallas, Eduard, Graf von, ofterr. Ge-
neral, der einzige Sohn des Grafen Christian Chri-
stoph von C., geb. 14. März 1805 zu Prag, trat
1823 in die österr. Armee und war 1846 bereits
Generalmajor, Im Kriege von 1848 führte er in
Italien eine Brigade mit Auszeichnung bei Sta.
Lucia, Montanara und Vicenza; nach der Schlacht
von Novara als Feldmarschalllicutenant zur ungar.
Armee versetzt, befehligte er das siebenbürg. Armee-
korps, mit welchem er die Verbindung mit den
Nüssen unter Lüders herstellte und den unqar.
General Bem bei Sepsi-St. György und Kaßon-
Ujfalu scklug. Bei der Reorganisation der Armee
erhielt er das 1. Armeekorps in Böhmen, wo er bis
1866 als Landcskommandierender blieb. 1859
kämpfte C. an der Spitze seines Korpe> bei Magenta
und Solferino auf dem rechten Flügel der Armee
und wurde nach dem Frieden zum General der Ka-
vallerie befördert sowie 1861 zum lebenslänglichen
Mitgliede des Herrenhauses ernannt, Im Kriege
von 1866 crbielt er vom Oberfeldherrn Benedck den
Auftrag, mit seinem Korps die sächs.-schles. Grenze
zu decken. Hier stieß die sächs. Armee unter dem
Kronprinzen Albert zu ihm. Nach den unglücklichen
Gefechten bei Hühnerwasscr und Podol, bei Mün-
ckcngrätz und Gitschin wurde C. seines Kommandos
enthoben und in kriegsgerichtliche Untersuchung ge-
zogen, jedoch freigesprochen; auch hat er sich selbst
in einer scharf gehaltenen Veröffentlichung ver-
teidigt. Turck Erlah vom 23. Okt. 1866 wurde C.
auf seine Bitte verabschiedet; er starb 17. März 1891
in Wien, wo er zu dem konservativen, deutschen und
verfassungstreuen Adel zählte. Als Eigentümer der
einstmaligen Wallensteinschen Herrschaft Friedland
und Reichenberg war C. einer der reichsten Groß-
grundbesitzer in Böhmen. sgeschrei.
V1ä.inor (lat.), Geschrei; <ü. inMcuk, Kriegs-
Clan (kclt., spr. tlänn), bedeutet eigentlich Kin-
der, Nachkommen, Familie, in den schott. Hoch-
landen soviel wie Stamm. Indem die Mitglieder
eines C. den Häuptling als den Ältesten einer Fa-
milie betrachteten, der auch sie angehörten, dienten
sie ihm nickt nur mit der Treue von Lehnsmännern,
sondern auch mit der Liebe von Blutsverwandten.
Seine Gewalt war daher mehr patriarchalischer als
obrigkeitlicher Art. Nach dem Aufstande für die
Stuarts von 1745 wurde die Clanverfassung von
der engl. Regierung aufgehoben, und es ist jetzt
wenig mehr von diesem Verhältnis übriggeblieben.
Berühmte C. waren die der Campbells, Camerons,
M'Donaldo, M'Kenzies, M'Intoshs, M'Gregors.
- Vgl. Iobnston und Robertson, 1k6 kißtoi-ical
^6s>L!-iipux ol t1i6 01an8 ol Zcotlanä (Lond. 1872).
Clanis, Fluß im Altertum, s. Chiana.
Clan-na-Gael (spr. klänn, d. h. die Söhne der
Galen), eine geheime, 1870 in Amerika gegründete
irische Gesellschaft, welche die Losreißung Irlands
von dem Grohbritannischen Gesamtreich erstrebt
und auch vor^den gewaltsamsten Mitteln nicht zu-
rückschreckt. (^. Fenier.)
Elanwilliam (spr. klännwilUämm), Division
in der Nordwestprovinz der brit. Kapkolonie, hat im
Sommer sehr beißes, im Winter ziemlich kaltes
Klima, auf 15 659 ^m (1891) 11586 E., darunter
4486 Weiße. Tieffandige Wege erschweren den Ver-
kehr. Der Hauptort C. liegt im fruchtbaren Thal
des Olifantflusses und zählt 708 E.
(?"/>. hinter den lat. Namen niederer Tiere be-
deutet Antoine Rens Edouard Claparöde
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