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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Clapham; Clapperton; Claque; Claque; Claqueurs; Clara; Clara voce; Clare; Clare (John); Clare (Suffolk); Claremont

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Clapham – Claremont (Lustschloß)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Clap.'

(spr. -rähd), geb. 24. April 1832 in Genf, gest. 31. Mai 1871 in Siena; schrieb unter anderm «Études sur les infusoires et les rhizopodes» (2 Bde., Genf 1858–61) zusammen mit Johann Lachmann. – Clap. et Lachm., Abkürzung der Namen Claparède und Lachmann.

Clapham (spr. kläppäm), Vorstadt Londons (s. d.) in der Grafschaft Surrey, 5 km von der Westminsterbrücke, hat (1891) als Zählbezirk 43698, als Parlamentsborough (mit Battersea) 194156 E.

Clapperton (spr. kläppĕrt'n), Hugh, engl. Afrikareisender, geb. 1788 zu Annan in der schott. Grafschaft Dumfries, nahm Dienste auf der königl. Flotte, machte eine Fahrt nach Ostindien und Febr. 1814 nach Nordamerika. 1817 nach England zurückgekehrt, begleitete er mit Lieutenant Denham den von der Afrikanischen Gesellschaft entsandten Oudney nach Afrika. Nach kurzem Aufenthalt in Tripolis brachen die Reisenden Febr. 1822 nach Bornu auf, von wo Denham allein nach Bagirmi und Mandara ging. C. untersuchte mit Oudney den Tsad-See und drang nach dessen Tode westlich bis Sokoto vor. Mit Denham kehrte er 1825 nach England zurück. C. wurde zum Kapitän ernannt und von Lord Bathurst beauftragt, von der Bucht von Benin nach Sokoto und Bornu vorzudringen und den Lauf des Niger zu erforschen. Wieder gelangte er bis Sokoto, wo ihm Sultan Bello die Weiterreise nach Bornu verbot. Er starb 13. April 1827 unweit Sokoto. C. war der erste Europäer, der den Lauf des Niger auf eine große Strecke verfolgte. Seine Berichte gab Barrow heraus: «Denham, C. and Oudney's Travels in Africa» (Lond. 1826) und «C.s journal of a second expedition into the interior of Africa» (ebd. 1829; deutsch Weim. 1830). Ergänzungen enthalten Landers «Records of C.'s last expedition to Africa» (2 Bde., Lond. 1829–30).

Claque (spr. klack, von frz. claquer, «klatschen»), franz. Bühnenausdruck für eine Truppe von Klatschern, Claqueurs (spr. klaköhr), die dafür bezahlt werden, Dramatiker oder Schauspieler oder beide zu beklatschen. Die C. bestand anfangs nur aus Inhabern von Freibillets, die sich dafür verpflichtet hielten, jede auch noch so abgeschmackte Kraftstelle demonstrativ beifällig zu begrüßen. 1820 wurde dieses Unwesen in Paris von einem gewissen Sauton systematisch, auch für Auszischen organisiert und als Assurance des succès dramatique zu einem sehr einträglichen Gewerbe gemacht. In Paris nennt man die Claqueurs nach ihrem Platze im Parterre unter dem Kronleuchter Chevaliers du lustre und unterscheidet Tapaguers, die eigentlichen Klatscher, Connaisseurs, die beifällige Bemerkungen abgeben, Rieurs, die zum Lachen, Pleureurs, die zum Weinen anregen, Bisseurs, Dacaporufer, Chatonilleurs, die vor der Vorstellung und in den Zwischenakten Stimmung machen, und Chauffeurs, die in Cafés und auf der Straße wirken; das Publikum schreitet öfters, wenn die C. zu kühn wird, scharf ein. Auch in England und Deutschland (hier besonders in Berlin) und in Amerika wuchert das Unwesen der C.

Claque (frz., spr. klack), eine Hutform, s. Chapeau.

Claqueurs, s. Claque.

Clara, Heilige, Stifterin des Ordens der Klarissinnen (s. d.).

Clara voce (lat.), mit heller, lauter Stimme.

Clare (spr. klähr). 1) Grafschaft in der irischen Provinz Munster, hat 3350,65 qkm und (1891) 123859 E., gegen 1841: 286394 und 1881: 141210 E. C. bildet eine Halbinsel, die an das Südostende ↔ von Galway anschließt und vom Ocean und dem Shannon umschlossen wird; letzterer trennt es von Tipperary, Limerick und Kerry. Die Oberfläche ist hügelig (im Slieve-Aughty 397, im Slieve-Bernagh 529 m hoch), in der Mitte vom Thale des Fergus durchschnitten, hat viele weidereiche Thäler, stellenweise auch Anbau, besonders von Hafer, Kartoffeln, auch Weizen. Außerdem wird Linnenfabrikation, Lachs- und Heringsfang an der Mündung des Shannon (ersterer besonders in Killaloe) getrieben. Vorhanden sind Blei, Silber, Zink und Schwefelkies, Eisen- und Manganerz, auch bricht man Schiefer, Fliesensteine und schönen schwarzen Marmor. C. ist reich an Cromlechs und Ruinen. Hauptstadt ist Ennis (s. d.), wo sich auch die beiden Bahnlinien kreuzen. C. hat im Parlament 2 Abgeordnete. –

2) C., verfallener Flecken, ehemals Hauptstadt der Grafschaft, an der Mündung des Fergus in den Shannontrichter, 3 km im S. von Ennis, hat etwa 850 E., Ruinen einer Abtei, ein altes Schloß, jetzt Kaserne, Ausfuhrhafen für Getreide und Mehl.

Clare (spr. klähr), sehr alte Marktstadt in der engl. Grafschaft Suffolk, am Stour, hat (1891) 1657 E. und Schloßruine. Nach C. führt die herzogl. Familie von Newcastle den Titel Marquis von C.

Clare (spr. klähr), John, engl. Naturdichter, geb. 13. Juli 1793 zu Helpstone in Northampton, als Sohn eines Tagelöhners. Thomsons «Seasons» weckten den poet. Sinn des 13jährigen und begeisterten ihn zu dem Gedichte «The morning talk», dem bald «The evening talk» folgte. Sein Talent blieb unbemerkt, bis ihn der Buchhändler Drury zu Stamford ermunterte, seine Gedichte zu sammeln. Die «Poems descriptive of rural life and scenery» (Lond. 1820), einfach, ansprechend durch Wahrheit, Innigkeit und originelle Bilder, fanden viel Beifall; berühmt wurde namentlich die ergreifende «Address to plenty in winter». Neue Sammlungen erschienen als «The village minstrel, and other poems» (2 Bde., Lond. 1821) und «The sheperd's calendar, with village stories, ans other poems» (ebd. 1827). Der Ertrag dieser Schriften und die Unterstützung einiger Litteraturfreunde setzten C. In den Stand, sich in Helpstone niederzulassen, seine Jugendgeliebte, Martha Turner, zu heiraten und seinen bejahrten Eltern ein behagliches Dasein zu sichern. Er fuhr fort, für Zeitschriften poet. Beiträge zu liefern (gesammelt in «The rural Muse» (Lond. 1835). Durch Spekulationen verarmte er, versank in Schwermut und starb 20. Mai 1864 im Irrenhaus zu Northampton. – Vgl. Martin, The life of J. C. (Lond. 1865); Cherry, Life and remains (ebd. 1873). Selections from the poems of J. C. erschienen 1867 in Costers «Summer scenes».

Claremont (spr. klährmönnt), Lustschloß bei Esher, 231 km im SW. von London, wurde um 1769 mit einem Aufwand von 100000 Pfd. St. von Lord Clive erbaut, 1817 dem Prinzen Leopold von Sachsen-Coburg (seit 1831 König der Belgier), als Witwer der Prinzessin Charlotte von Wales, als Eigentum zugesichert. Nach der Februarrevolution (1848) stellte Leopold das Schloß seinem Schwiegervater, dem vertriebenen König von Frankreich Ludwig Philipp zur Verfügung, der hier 1850 starb. Nach Leopolds Tod (1865) wurde C. wieder brit. Krongut und 1882 Privateigentum der Königin Victoria und Wohnsitz ihres jüngsten Sohnes Leopold Herzog von Albany (gest. 1884), dessen Witwe und Kinder jetzt das Schloß bewohnen.

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