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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Clarke's Fork - Clasp
C. sehr rüstig gegen die Freidenker seiner Zeit wie
gegen Dodwell, dem er die Unsterblichkeit der Eeele
aus dem Begriffe eines immateriellen Wesens zu
demonstrieren suchte. C. starb 17. Mai 1729. Unter
seinen Schriften ist die berühmteste die "Dkinou-
ktration ol tlie d^iuA and g.ttridut68 ol (^0(1"
(2 Bde., Lond. 1705-6), mit der dem Inhalte nach
sein "I)i8e0ur86 coucLi'innF t1i6 uneiiaiiF^Ädi" odii-
Kations ol u^turHl lkli^ion anä tli6 ti-ntii 9,uä
okrtaiut^ ol tli6 e^ristiHu revel^tioii" (ebd. 1705)
zusammenhängt. Auf Veranlassung der Prinzessin
von Wales geriet er mit Leibniz in einen leb-
haften Briefwechsel über Probleme der Philosophie.
Die Dokumente über diesen Streit sind gesammelt
in der "^0ii6ctiou ol pHpei-8, ^vliieli M88eä ds-
t^66ii l^6idnit2 u.nä (^!. in t1i6 ^6^18 1715 Hiiä 1716"
(Lond. 1717; auch französisch, Amsterd. 1719). Die
Moral suchte er auf ein eigenes Princip zu grün-
den, auf die Schicklichkeit der Dinge (ütn^"8 ol
ttiiu^8) oder das von Gott ewig bestimmte Ver-
hältnis derfelben. Geschätzt ist seine Ausgabe des
Cäsar (Lond. 1712); die des Homer (griechisch und
lateinisch, 5 Bde., ebd. 1729-46; 2. Aufl., 2 Bde.,
1758) wurde erst von seinem Sohne, Samuel C.,
vollendet. Eine Sammlung seiner philos. Werke er-
schien zu London (4 Bde., 1738-42). - Vgl. Zim-
mermann, Samuel C.s Leben und Lehre (Wien 1870).
Clarke's Fork (spr. klarks) oder Clarke's
River, der Hauptquellfluß des Columbia, entstebt
im nordamerik. Staate Montana aus der Vereini-
gung des Bitter-Root- und Flathead-River. Er-
sterer entspringt im Big-Holegebirge im südwestl.
Montana, fließt zunächst nach N., dann mit dem
Hellgate nach NW. und bis zu seiner Vereinigung
mit dem Flathead nach O. Dieser entspringt im
Felsengebirge in Britisch-Nordamerika, fließt zu-
nächst nach S. durch den See gleichen Namens,
nimmt den Iocko-River auf und eilt von da ab
nach W. dem Bitter-Root zu. Der so gebildete
Strom fließt nunmehr in nordwestl. Richtung durch
Montana und Idaho. Hier tritt er in einen 54 km
langen und )2 km breiten See, den Pend d'^reille
oder Kalispelm, stießt dann nach W., bis er das
Territorium Washington erreicht. Von da ab wendet
er sich gegen N. und ergießt sich, einen Bogen nach
W. machend, unter 48° 50' nördl. Br. und 117°
45' westl. L. von Greenwich in Britisch-Columbia
in den Columbia. Die Gesamtlänge des C. F. mit
den Quellflüssen beträgt etwa 1000 km.
Clarke's Rivcr, 's. Clarke's Fork.
vlarkia. ^ilT-s/i., Pflanzengattung aus der Fa-
milie der Onagraceen (s. d.), deren wenige Arten,
einjährige Kräuter, im westl. Nordamerika einheimisch
sind. Sie haben zahlreiche, große, lebbaft gefärbte
Blüten. Deshalb werden einige Arten in Deutsch-
land als Zierpflanzen kultiviert, so z. B. die (^.
elk^kiiZ ^)c)?////. mit blauroten und Ü. pulcdeilg.
^i/z-F/l. mit purpurroten Blüten. Von beiden Artcn
existieren zahlreiche Gartenformen, mit roten, weißen
gefransten und gefüllten Blumen und mit niedri-
gem Wüchse (^oin Ikumd genannt).
Clarksville (spr.-will), Hauptstadt des County
Montgomery im nordamerik. Staate Tennessee,
nordwestlich von Nashville, am nördl. Ufer des Cum-
berland, ist Eisenbahnknotenpunkt, hat (1890)
7924 E. und bedeutenden Tabakshandel.
Claro Babuyan, s. Babuyan.
Clary und Aldringen, ein in Österreich, be
sonders in Böhmen, ansässiges, aus Toscana stam-
mendes fürstl. Zaus, das mit Bernhard von C. 1363
von Kaiser Karl IV. das Indigenat in Böhmen er-
hielt. Franz von C. wurde 23. März 1641 von
Ferdinand III. in den Reichsfreiherrenstand er-
hoben. Sein Sohn, Hieronymus von C., gest.
19. Nov. 1671, vermählte sich mit Anna, der Schwe-
ster des Reichsgrafen und taiserl. Feldherrn von
Aldriugen (s. Aldringer), und erbte so die Herrschaft
Teplitz. Auck erhielt er 23. Jan. 1666 mit der
böhm. Grafenwürde die Namen- und Wappenver-
einigung mit denen der Aldringen. Sein Sohn,
Johann Markus Georg von C., seit 16. Juni
1680 Reichsgraf, war k. k. Geheimrat, viele Jahre
Gesandter am kursächs. Hofe und starb 4. April 1700,
vier Söhne biuterlassend. Der älteste, Graf Franz
Karl von C., starb 20. Jan. 1751, nachdem er das
Seniorat Teplitz 1750 in ein Majorat verwandelt
batte. Dieses erbte sein dritter Sohn, Graf Franz
Wenzel von C., geb. 8. März 1706, Wirkl.
Geheimrat und Obersthof- und Landjägermeister,
2. Febr. 1767 von Kaiser Joseph II. in den Reichs-
fürstenstand nach dem Rechte der Erstgeburt erhoben,
gest. 21. Juni 1788. Sein Urenkel, Fürst Edmund
Moritz von C., geb. 3. H-ebr. 1813, ist das gegen-
wärtige Haupt der Familie und erbliches Mitglied
des Herrenhauses. Er wurde wiederholt vom ver-
fassungstreuen Großgrundbesitz in den böhm. Land-
tag gewählt. Iu seinen Besitzungen gehören außer
der Weikommißherrschaft Teplitz (88 <ikm) noch die
Schutzstadt Graupen und die Herrfchaft Binsdorf.
Clasen, Karl, Historienmaler der Düsseldorfer
Schule, geb. 1812 zu DiWldorf, trat 1829 in die
dortige Akademie ein und machte sich zuerst 1839
durch: Die Flucht nach Ägypten bekannt. Die bibli-
sche Geschickte ist auch sein hauptsächlichstes Dar-
stellungsgebiet geblieben (Auferweckung der Tochter
des Iairus), und selbst seine profangeschichtlichen
Arbeiten lebnen sich gern an Religiöses an, wie:
Graf Rudolf von Habsburg (1840), Papst Sirtus
und der Diakon Laurentius (1842). Außer zahl-
reichen Altarbildern lieferte er auch die Kartons zu
vielen Glasgemälden. Zu seinen spätern Bildern
gebort die Entdeckung der Aachener Quelle durch
Kaiser Karls Roß und die Allegorie der Borussia.
Clasen, Lorenz, Vetter des vorigen, Maler,
geb. 14. Dez. 1812 in Düsseldorf, bildete sich in
gleicher Weise als Historienmaler aus. Neben seiner
künstlerischen Thätigkeit war C. auch vielfach als
Kunstkritiker thätig. Eine kleine Broschüre: "Des
Kunstfreundes Reiseabenteuer" (1847), enthält tref-
fende ästhetische Bemerkungen. 1848-49 führte er
die Redaktion der "Düsseldorfer Monatshefte", sie-
delte aber 1854 nach Leipzig über, wo er die Fort-
setzung des Faberschen "Konversations-Lexikons für
bildende Kunst" in die Hand nahm und außer-
dem für Illustrationszwecke manches zeichnete. Er
veröffentlichte "Erlebtes und Verwebtes. Aus der
^chreibmappe eines Malers" (Lpz. 1886). Von sei-
nen Gemälden ist die Nacht am Rhein (im Rat-
hause zu Krefeld) am bedeutendsten; fönst sind noch
zu nennen: Sängerkrieg auf der Wartburg, Chlod-
wigs Bekehrung durch Chlotilde.
Elasp (engl., spr. kläßp), eine metallene mit dem
Namen einer Schlacht oder einer Festung oder mit
der Jahreszahl eines Feldzuges bezeichnete Spange,
die dem Teilnehmer an der betreffenden Schlacht,
Belagerung, Verteidigung oder an dem betreffenden
Feldzug besonders verliehen und aus dem dazuge-
hörigen Bande getragen wird.
Arntcl, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.