Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

389
Cnidus - Coaz
Cnidus, Stadt der klemasiat. Dorer, s. Knidos.
vo, chem. Zeichen für Kobalt.
<?o., Abkürzung für Compagnie im kaufmän-
nischen Sinne.
vo., engl. und amerik. Abkürzung für County.
Eoa, Fluß im Distrikt Guarda der portug. Pro-
vinz Beira alta, entspringt an dcr Serra de las
Mcsas, wendet sich bei Sa'bugal, wo er unter einer,
aus dcr Zeit des Königs Tiniz stammenden Brücke
hindurchfließt, nach N. und ergießt sich nach 150 km
nördl. Laufes links bei Fozcoa, d. h. Coa-Mündung,
in den Douro.
Eoach (engl, spr. kohtsch), Kutsche; im Schiffbau
eine Hütte (Kajüte) auf Deck.
Eoahmla (spr. koa-u>) oder Cohahuila (ver-
dorben aus Cauvuya), Staat der Republik Mexiko,
grenzt im N. und NO. an den Rio Grande del
No'ttc, im O. an Nuevo-Leon, im S. an San Luis
Potosi und Zacatecas, im W. an Durango und
Chihuahua,hat 156731 ^mund (1892) 177793E.,
d. i. 1 auf 1 h^ui. Das Gebiet gehört ganz dem
obern Abfall des mcrik. Hochlandes an. Der O.
ist noch gebirgig und besteht aus dem altkrystallini-
schen Massiv an den Quellen des Rio Sabinas und
dem Kreidegebirge, das sich von dort südlich aus-
dehnt; der N. verflacht sich allmählich gegen den Rio
Grande hin und trägt auf seiner welligen Ober-
fläche Waldungen, grasreiche Ebenen und fruchtbare
Thäler. Der NW/gehört dem Volson de Ma-
pimi an, einer ausgedehnten, zum Teil noch von
unbezwungenen Indianern durchstreiften Senke der
Hochfläche (1157 m), die in C. die Lagunen del
Muerto, in welche der Rio de Nazas fällt, de Par-
ras im S. und im N. die Laguna de Tlahualila
(Caymansee) enthält, ein in der trocknen Zeit fast
wasserloses, oft aber 125 Km von N. nach S. be-
deckendes Becken. Der Bolson de Mapimi wird im
W., S. und O. von steilen und oft durch Canons
von der Hochebene getrennten Kalksteinzügen ein-
gefaßt, deren Silber-, Kupfer- und Bleilager nur
noch oberflächlich, wie im N. bei San Fernando de
Rosas, ausgebeutet werden. Das wichtigste dieser
Gebirge ist die Sierra Mojada (s. d.). Weitere Vcrg-
züge auf der Hochebene sind die Sierra del Pino,
der Canon del Rosario, Sierra de la Paila. Die
bedeutendern Flüsse, wie der Rio Salado (300 km)
mit dem Rio Sabinas, und im S. der PeZquerto,
ergießen sich in den Rio Grande. Das Klima ist
gemäßigt und gesund, die Winter sind verhältnis-
mäßig kalt, im Sommer wehen zuweilen erstickend
heiße Winde. Haupterwerbszweig ist Viehzucht,
doch eignen sich Boden und Klima auch zum Anbau
von Weizen, Mais und Hülsenfrüchten sowie dcr
europ. Garten- und Baumfrüchte. Im SW. wird,
besonders um Las Parras, Weinbau und auch
Baumwollkultur getrieben. Reine Indianer giebt
es nur wenig. Als die Spanier das Land in Äesitz
nahmen, gehörte C. hauptsächlich drei Stämmen:
den Coahu'ütec, Todoso und Irritila, mit mehr als
150 Unterabteilungen. Namen und Sprachen der-
selben sind erloschen. C. wird von zwei Eisenbahnen
durchzogen; die eine zweigt von der Hauptlinie bei
Aviles am Rio Nazas ab, geht zwischen den Lagunen
hindurch und schließt bei Piedras Negras am Rio
Grande an die Teranischen Bahnen an. Die zweite
durchzieht den SO. und verbindet Saltillo mit Mon-
terey und Laredo einerseits und San Luis Potosi
andererseits. Hauptstadt ist Saltillo (s. d.).
Eoaita, s. Klammeraffen.
Coaks (engl., spr. kohks), s. Koks.
Coalbrookdale (spr. kohlbrukdchl) und Coal
Port (spr. kohlpohrt) in England, s. Madeley.
Eoandu (Oroolkdes prcckeusilil?), s. Stachel-
Coanza, s. Quanza. Ischweine.
Eoaft Range (spr. kohst rehndsch), s. Küsten-
gebirge.
Coast Survey (engl.,spr. kohst ßörweh),K üsten -
Vermessung, ein von der Regierung der Ver-
einigten Staaten von Amerika eingerichtetes wissen-
schaftliches Institut, dessen Aufgabe in der Aus-
führung astron. und geodätischer Vermessungen be-
hufs einer Aufnahme des ganzen Gebietes der Ver-
einigten Staaten besteht (ursprünglich nur der Küste),
das also ähnliche Zwecke wie die europ. Grad-
messung (s. d.) verfolgt.
voa.sta.ntzus (lat.), Altersgenosse, Zeitgenosse.
Coatbridge (spr. kohtbridsch), Stadt in der
schott. Grafschaft Lanark, 15 km im O. von Glas-
gow und an Airdrie (s. d.) unmittelbar anstoßend,
am Monklandkanal, liegt mitten in einem reichen
Bergwerksdistrikt, hat (1891) 29996 E. und ist
Hauptsitz der schott. Eisenindustrie, mit Fabrikation
von Eisenblech, Eisendraht und Eisenbahnwaggons.
An 90 Hochöfen befinden sich in der Umgegend,
darunter die Gartsherrie Works von Baird.
Coati, Rüssel- oder Nasenbär (Msun.),
südamerik., zu der Gruppe der Kleinbären ge-
hörende Raubtiere von der Größe eines kleinen
Fuchses, die meist gesellig in den Urwäldern leben,
vortrefflich klettern, lustig spielen und sich von
Früchten und kleinen Tieren nähren. Sie zeichnen
sich durch die sehr lange, spitz ausgezogene Schnauze
und den langen geringelten Schwanz besonders aus.
Die Augen sind groß, listig, die Ohren kurz, rund,
die Beine niedrig mit breiten Tatzen, welche mit der
ganzen Sohle auftreten und mit sehr scharfen Kral-
len an den fünf fast verwachfenen Zehen bewaffnet
sind. Das Gebiß ist bärenartig, die Eckzähne aber
ganz besonders scharf und schneidig an den Kanten.
Die C. werden des schönen Pelzes und des zarten
Fleisches wegen viel gejagt. In den zoolog. Gärten
werden sie häusig gehalten und pflanzen sich hier
nach dreimonatiger Tragzeit auch fort. Als Futter
nehmen sie Fleisch, Brot und Obst. Sie lassen sich zwar
zähmen, bleiben aber eigensinnig und werden wenig
zutraulich. Man kennt drei verschiedene Arten. (S.
Tafel: Bären II, Fig. 4, I^8iig. social ^eei.)
Coating (spr. koht-, vom engl. eoat, Rock), Flaus.
Coatzacoalcos, Hafenplatz am Golf von Cam-
peche in Centralamerika, ist Ausgangspunkt der
Bahn nach Suchil und des projektierten Kanals
über die Landenge von Tehuantepec.
Coaz, Joh. Wilh. Fortunat, Forstmann, geb.
31. Mar 1822 in Antwerpen, besuchte die Forst-
akademie Tharandt, trat 1844 als Ingenieur in das
eidgenössische topogr. Bureau ein und beschäftigte
sich mit der topogr. Aufnahme des Kantons Grau-
bünden. 1850 wurde er zum Forstinfpektor dieses
Kantons gewählt, 1851 vollendete er die Auf-
nahme des Kartenblattes Bernina, wobei es ihm
13. Sept. gelang, die höchste Spitze, den 4052 m
hoben Bernina, zum erstenmal zu besteigen. Er
erblickte seine wichtigste Aufgabe in der Ein
führung einer Pflege der Schutzwaldungen, welche
ihn zu rationellen Verbauungen gegen die in
Graubünden fo zahlreichen Lawinen führte. 1873
ging er auf kurze Zeit als Forstinspektor nach
St. Gallen und wurde 1875 zum schweiz. Ober-
Artikel, die man unter E vermißt, sind unter K aufzusuchen.