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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Coccolithen - Cochenille

Docent für Augenheilkunde an der Universität, an welcher er 1858 eine außerord. Professur für Medizin erhielt. Nachdem er 1857 seiner Stellung an der Augenheilanstalt entsagt, begründete er eine eigene Augenklinik für Kranke und zum Unterricht, der er bis 1867 vorstand. In letzterm Jahre ward er ord. Professor und Nachfolger Ruetes als Direktor der Augenheilanstalt. Er starb 23. Nov. 1890 in Leipzig. C. schrieb: «Die Ernährungsweise der Hornhaut und die serumführenden Gefäße im menschlichen Auge» (Lpz. 1852), «Über die Anwendung des Augenspiegels nebst Angabe eines neuen Instruments» (ebd. 1853), «Über die Neubildung von Glashäuten im Auge» (ebd. 1858), «Über Glaukom, Entzündung und die Autopsie mit dem Augenspiegel» (ebd. 1859), «Über das Gewebe und die Entzündung des menschlichen Glaskörpers» (ebd. 1860), «Der Mechanismus der Accommodation des menschlichen Auges nach Beobachtungen im Leben» (ebd. 1868), «De instrumentis quibus in operationibus oculariis palpebrae fixae tenentur» (ebd. 1869), «Die Heilanstalt für arme Augenkranke zu Leipzig zur Zeit ihres 50jährigen Bestehens» (mit Wilhelmi, ebd. 1870), «Über die Behandlung der Augenverletzungen» (ebd. 1871), «De morbis oculi humani, qui e variolis exorti sunt» (ebd. 1871), «Über Ophthalmometrie und Spannungsmessung am kranken Auge» (ebd. 1872), «Über die Diagnose des Sehpurpurs im Leben» (ebd. 1877), «Über den Druck des tensor chorioideae auf den Glaskörper beim Nahesehen des menschlichen Auges » (7. internationaler Ophthalmologenkongreß zu Heidelberg, Wiesb. 1888).

Coccolithen, s. Kokkolithen.

Coccolŏba L., Seetraube, Pflanzengattung aus der Familie der Polygonaceen (s. d.), Bäume und Sträucher der Tropengegenden Amerikas, welche schöne, große, abwechselnde Blätter und den Blättern gegenüber stehende, lange Blütenähren oder Trauben haben. Die Coccoloben sind schöne Blattpflanzen, gedeihen aber nur im Warmhause. Sie verlangen einen lockern, nahrhaften Boden, während des Sommers reichliche Bewässerung und lassen sich durch Samen, die man freilich aus ihrem Vaterlande beziehen muß, oder durch Stecklinge im Warmbeet leicht vermehren. Eine der schönsten Arten ist C. pubescens L. (C. grandifolia Jacq.) aus Südamerika, mit runden, wagerecht stehenden, den Stamm umfassenden, bis 70 cm Durchmesser haltenden Blättern. Eine vielfach nutzbare Pflanze ist C. uvifĕra L. aus Westindien und Südamerika, mit glänzenden, halbrunden kleinen Blättern, weißen, wohlriechenden Blumen in langen, endständigen Trauben und traubig angeordneten, rötlichen, erbsengroßen Früchten. Ihre angenehm sauer schmeckenden Beeren werden in Südamerika mit Zucker gegessen; auch bereitet man aus ihnen erfrischende Getränke. Das schwere, geaderte Holz wird zu feinen Möbeln benutzt, und aus ihm durch Kochen eine rote Farbe gewonnen. Die Rinde schmeckt sehr bitter und zusammenziehend. Sie liefert das westind. Kino (s. d.).

Coccothraustes, s. Kernbeißer.

Coccŭlae officinārum, soviel wie Kockelskörner.

Cocculīn, ein das Pikrotoxin begleitender Bestandteil der Kockelskörner, C19H26O10 ^[C<sub>19</sub>H<sub>26</sub>O<sub>10</sub>].

Coccŭlus, s. Kockelskörner, Jatrorhiza.

Coccus, eine Gattung der Schildläuse (s. d.), zu ihr gehört u. a. die Gummilackschildlaus (s. d.) und die Cochenille (s. d.).

Coccusrot, s. Karmin.

Coccygody̆nie (grch.), Nervenschmerz in der Steißbeingegend.

Coccygomórphae nennt Huxley die Kuckucksvögel (s. d.).

Cocentaina, Bezirksstadt in der span. Provinz Alicante (Valencia) im N. von Alcoy, am Südostabhange des Moncabrer (1386 m) malerisch zwischen Gärten gelegen, hat (1887) 7758 E., Post, Telegraph, schöne Kirchen, ein Schloß der Herzöge von Medinaceli, Reste röm. Bauten und Tuchweberei.

Cochabamba (spr. kotscha-). 1) Departamento der südamerik. Republik Bolivia, umfaßt einen großen Teil der östl. Andenkette zwischen den Oberläufen des Beni und Mamore, den Nordabhang der Anden bis 17° südl. Br. und die Hochebene bis zum Oberlauf des Rio Grande und hat etwa 80000 qkm mit (1889) 188400 E. Die Bewohner sind meist stark gemischte Indianer. Von Städten ist neben der Hauptstadt nur der Hafen Chimore am gleichnamigen Nebenflüsse des Mamore zu nennen. – 2) Hauptstadt des Departamentos C. und Bischofssitz, in 17° 21’ südl. Br. und 66° 12’ westl. L., in 2560 m Höhe, in einer fruchtbaren Thalebene mit angenehmem Klima, am zeitweise wasserlosen Rio de la Rocha, hat 20000 E., einstöckige, von Gärten umgebene Häuser, ein Gymnasium und 15 Kirchen; an dem Hauptplatze steht das Regierungsgebäude (Cabildo). Bedeutend ist die Fabrikation von Woll- und Baumwollzeugen, Leder, Sätteln, Stärke, Seife und Töpferwaren, der Getreidebau und der Handel. C. ist Sitz eines deutschen Konsuls. – C. wurde 1565 unter dem Namen Ciudad de Oropesa gegründet; es hat in den Unabhängigkeitskämpfen, bei denen sich die Frauen durch Heldenmut auszeichneten, sehr gelitten.

Cochem. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Koblenz, hat 502,08 qkm, 37981 (18699 männl., 19282 weibl.) E., 1 Stadt und 69 Landgemeinden. – 2) Kreisstadt im Kreis C., 51 km von Koblenz, an der Mosel und an der Linie Koblenz-Trier (Moselthalbahn) der Preuß. Staatsbahnen, die hier in den Kaiser-Wilhelm-Tunnel (4206 m lang) einläuft, hat (1890) 3331 (1580 männl., 1751 weibl.) E., darunter 203 Evangelische und 104 Israeliten, Post zweiter Klasse, Telegraph, Landratsamt, Amtsgericht (Landgericht Koblenz), bedeutenden Weinbau (vorzüglichen Moselwein) und Handel. Über der Stadt auf einem Hügel in herrlicher Lage eine Burg, die, schon 1051 urkundlich erwähnt, 1689 von den Franzosen zerstört und 1873‒77 vom Kommerzienrat Ravené (Berlin) nach Plänen des Oberbaurats Ende in früherm Stil prächtig wieder aufgebaut wurde. Am Eingang des nahen Enderthals auf hohem Berge die weithin sichtbare Burgruine Winneburg, dem Fürsten Metternich-Winneburg gehörig. 2 km oberhalb C. die Abtei Ebernach, jetzt Irrenpflegeanstalt.

Cochenille (frz., spr. kosch’nij; als Drogue lat. Coccionella), eine Art der Schildläuse (s. d.), bekannt durch ihren schönroten Farbstoff, den Karmin (s. d.). Bei der echten C. oder Cochenilleschildlaus oder der Nopalschildlaus (Coccus cacti L., s. Tafel: Insekten Ⅳ, Fig. 8), die schon lange als ausgezeichneter Farbstoff bekannt war, ehe man ihre tierische Natur erkannte, haben die Männchen zehngliedrige Fühler und lange Schwanzborsten am Hinterleibe, die Weibchen, die grau und geringelt sind, sehr kurze Schwanzborsten und eine Art Filz auf dem Körper. Sie leben auf Kaktusblättern (s. Opuntia) und vermehren sich so rasch, daß fünf

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]