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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Coffĕa; Coffeīn; Cofferdam; Coffin-Inseln; Cogalniceanŭ; Coghetti; Cogĭto, ergo sum; Cognac

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Coffea - Cognac (Franzbranntwein)

Rom. Bald aber weckte er den Neid seiner kaufmännischen Konkurrenten und polit. Gegner; es gelang ihnen, C. im Juli 1451 zu stürzen. Im Prozeß war sein Los von Anfang an entschieden, da die Ankläger zugleich Richter waren: auf der Folter bekannte er Verbrechen, die er nie begangen hatte; seiner Besitzungen beraubt, wurde er selbst in einem Kloster bei Beaucaire gefangen gesetzt. Es gelang aber seinen Freunden, ihn zu befreien; er ging nach Rom, wurde von Papst Nikolaus Ⅴ. gut aufgenommen, sammelte die Trümmer seines Vermögens und ging 1456 im Auftrage des Papstes Calixt Ⅲ. als Befehlshaber einer päpstl. Flotte in die Levante, um den griech. Inseln gegen die Türken zu helfen. Doch starb er 25. Nov. 1456 in Chios. In seiner Vaterstadt wurde ihm ein Marmorstandbild (von Préault) errichtet. – Vgl. Clément, Jacques C. et Charles Ⅶ (4. Aufl., Par. 1874); De Beaucourt, Histoire de Charles Ⅶ Bd. 4 (ebd. 1890).

Coffĕa, s. Kaffee.

Coffeīn, soviel wie Caffeïn (s. d.).

Cofferdam, s. Kofferdamm.

Coffin-Inseln, s. Bonin-Inseln.

Cogalniceanŭ (spr. kogulnitscheán), Michael, rumän. Staatsmann und Historiker, geb. 6. Sept. 1817 in Jassy, ward vom Fürsten Michael Sturdza zusammen mit dessen beiden Söhnen 1834 nach Lunéville, 1835 nach Berlin zur Ausbildung geschickt. Erfüllt von liberalen Ideen kehrte er 1838 in die Heimat zurück. Seinen polit. Einfluß verdankte C. der Unionspartei, deren thätigstes Mitglied er war. Seit der Wahl Cusas zum Fürsten der vereinigten Fürstentümer Moldau und Walachei (Jan. 1859) war C. an allen wichtigen Staatsakten beteiligt. Als Kultusminister gründete er die Universität Jassy; als Ministerpräsident setzte er den Staatsstreich Cusas vom 14. Mai 1864 ins Werk. Nach demselben reformierte er aber zu hastig (Aufhebung der Robotpflicht, Einführung von Departementalräten, Erlaß eines Kommunal-, Civil-, Kriminal- und Unterrichtsgesetzes) und mußte daher zurücktreten. Unter dem Fürsten Karl von Hohenzollern bekleidete er 1868–70 wieder das Ministerium des Innern, gehörte während des konservativen Ministeriums Lascar Catargiu (1871–76) zur liberalen Opposition, und als 1876 die Liberalen zur Regierung kamen, war er bis 1878 Minister des Äußern, 1879–80 Minister des Innern, ohne jedoch den frühern Einfluß zu besitzen. Nach kurzem Aufenthalt in Paris als rumän. Gesandter (1880–81) entbrannte in der Deputiertenkammer zwischen ihm und seinen frühern Kollegen aus dem liberalen Ministerium Bratianu eine heftige Fehde wegen der Donaufrage, in der C. gegen die österr. Ansprüche agitierte. Er starb 1. Juli 1891 in Paris. C. veröffentlichte: «Histoire de la Valachie et de la Moldavie» (Berl. 1837). Mit dem Dichter Alecsandri und mit Negruzzi begründete er 1840 die «Dacia literara», eine Revue wissenschaftlichen und belletristischen Inhalts, sowie mit Konst. Hormuzachi und A. Panu das einflußreiche unionistische Organ «Stena Dunărei»; auch wirkte er mit für Begründung des Nationaltheaters und gab u. d. T. «Archiva romanesca» (1841) eine Sammlung von geschichtlichen Dokumenten und u. d. T. «Letopisitz» eine Sammlung rumän. Chroniken (3 Bde., Jassy 1845–52; 2. Aufl., Bukar. 1872) heraus.

Coghetti (spr. -gétti), Francesco, ital. Maler, geb. 4. Okt. 1804 in Bergamo, gest. 21. April 1875 in Rom, malte in der Villa und im Palazzo Torlonia in Rom, wo er dauernd lebte, sowie in der Villa Torlonia in Castel-Gandolfo; in ersterer die Heldenthaten des Alexander, im zweiten den Triumph des Bacchus, eine Amazonenschlacht und die vier Elemente, in der dritten die Fabel von Amor und Psyche und den Parnaß aller berühmten Männer. Werke C.s sind ferner die Fresken der Basilika von Savona; Altarbilder in Bergamo und in der Kathedrale von Porto-Maurizio. Er gehörte der strengen klassischen Kunstrichtung an, die, von dem Studium der alten Meister ausgehend, durch stilistische Zeichnung und nachempfindende Idealisierung die ital. Kunst zu ihrer alten Höhe zu erheben suchte. ^[Spaltenwechsel]

Cogĭto, ergo sum (lat.), d. h. «ich denke, also bin ich», der Hauptgrundsatz des Descartes (s. d.), den er als die unmittelbar gewisseste Wahrheit an die Spitze seines philos. Systems stellte.

Cognac (spr. konnjack) oder Franzbranntwein, nach der Stadt Cognac (s. d.) benannter, aus Wein destillierter franz. Branntwein mit eigentümlichem, angenehmem, an Wein erinnerndem Aroma, das durch gewisse, nicht näher bekannte Äther- und Bouquetstoffe entsteht, die teils bereits in dem als Rohstoff dienenden Wein vorhanden sind, teils sich während der Destillation bilden, teils aber auch beim Lagern durch fortschreitende chem. Veränderungen entstehen; auf letztern Veränderungen beruht die hohe Wertsteigerung des C. beim Lagern. In früherer Zeit galten besonders die Erzeugnisse der obern und untern Charente als besonders bevorzugte C. Im Handel unterscheidet man folgende verschiedene Sorten von C.: 1) La grande champagne oder fine champagne, 2) La petite champagne, 3) Les borderies oder premiers bois, 4) Les deuxièmes bois oder bons bois, 5) Saintonge, 6) Rochelle. Die in den Depart. Gers und Lot-et-Garonne hergestellten Weindestillate heißen Armagnac (s. d.). Bei der Herstellung des C. wird meist noch den ältern Destilliervorrichtungen der Vorzug gegeben, in denen mittels direkten Feuers erst ein weniger starkes Produkt (Lutter) gewonnen wird, aus welchem man dann durch wiederholte Destillation das stärkere Produkt erhält; indessen sind auch an manchen Stellen die neuern Destillierapparate mit Dampfbetrieb, welche die Gewinnung eines hochprozentigen Destillats bei der ersten Destillation gestatten, in Gebrauch. Eine besondere Sorgfalt wird dem Lagern des C. zugewendet, wobei besonders gute, alte Hölzer für die Faßbereitung verwendet werden. Beim Lagern nimmt der C. aus dem Holze des Fasses eine gewisse Menge von Extraktivstoffen auf, wodurch er eine dunkelgoldgelbe Farbe annimmt. Gleichzeitig vollziehen sich unter dem Einfluß der durch die Poren der Fässer eindringenden Luft chem. Veränderungen (Oxydationsvorgänge), welche den minder feinen Geruch des Rohbranntweins beseitigen und zur Entstehung der angenehm riechenden, das Bouquet des C. bildenden Ester beitragen; meistens wird auch in Frankreich dem C. zur Erzielung der Färbung und des Geschmacks ein Zusatz von Zucker, Karamel, Rum, Tokayer, Zwetschengeist u. a. gegeben, ganz abgesehen von dem seit dem Auftreten der Reblaus fast allgemein geübten Verschneiden des C. mit feinstem, rektifiziertem Sprit. – Die chem. Zusammensetzung des C. ist noch nicht genügend erforscht; nach den Untersuchungen franz. Forscher sind in demselben neben dem Hauptbestandteil Äthylalkohol (50,8 Proz.) in wechselnden Mengen folgende

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]