Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

460
Comodo - Compagni
Griechische Litteratur.) - Auch iu Rom hatte man
einheimische Possen und Lustspiele kunstloser Art,
Fescenninen (s. d.), Saturä (s. d.), Atellanen (s. d.),
Mimen (s. d.). Ein kunstmäßigcs Lustspiel entwickelte
sich in der Römischen Litteratur (s. d.) erst im 3. Jahrh,
v. Chr., wo die griech. Komödie in Übersetzungen
und Überarbeitungen zuerst durch Livius Andro-
nicus (s. d.) eingeführt wurde, während die ein-
heimischen Kunstgattungen teils wie die Fescenninen
zurückgedrängt, teils wie die Saturä des dramat.
Charakters beraubt, teils endlich wie die Atellanen
und Mimen kunstmäßig als dramat. Spiele ausge-
bildet wurden. Um den Beginn des 2. Jahrh, be-
gannen röm. Dichter auch einheimische Stosse in
der Form der gricch. Komödie zu bearbeiten, und nun
unterschied man die fadul". p3.iii3.ta, deren Stoff dem
griech. Leben entnommen war (benannt nach der
griech. Tracht dcr Schauspieler, dem pa.11wm), von
der ladula to^ata., deren ^toff dem röm. Leben ent-
stammte (benannt nach dem röm.Nationalgewande,
verton), wovon eine Unterart die ihren Inhalt
dem gemeinen Leben entnehmende ladulH tad6r-
nkria war; zu vergleichen ist damit kaduig. pr3.6>
tsxtg., die röm. Nationaltragödie, benannt nach der
toZg. z>r9,6t6xtg. (dem verbrämten Oberkleid der
höhern obrigkeitlichen Personen).
Voinöüo (coni0äain6iit6, coinuliLtto, ital.), be-
quem; a 8uo ooNoäo: nach Belieben; in der Musik:
in mähigem, gemächlichem Zeitmaß.
Comonfort, Agnacio, merik. Präsident 1855
-58, geb. 12. März 1812 in Puebla. Er wurde
1834 Präfett und Militärgouverneur des Distrikts
von Tlapa und wies mit großer Energie die Ein-
fälle feindlicher Indianer zurück; 1842 und 1846
wurde er Mitglied des merik. Kongresses. 1852
und 1853 vertrat er dcn neuen Staat Guerrero im
Kongreß und war zugleich Oberzolldirektor in Aca-
pulco, aus welcher Stelle ihn der zurückkehrende
Santa-Anna entfernte. Er vereinigte sich nun mit
Alvarez zum Sturze des Gegners, zwang Santa-
Anna 1855 zur Abdankung und übernahm, nach-
dem Alvarez im Herbst freiwillig zurückgetreten war,
11. Dez. 1855 als provisorischer Präsident die Re-
gierung. Den Widerstand der Armee und der
Priesterpartei schlug C. 20. März 1856 in Puebla
erfolgreich nieder. Die Priesterpartei zettelte hier-
auf im ganzen Lande Aufstände an, und obwohl C.
Nov. 1857 mit außerordentlicher Gewalt bekleidet
und 1. Dez. desselben Jahres als konstitutioneller
Präsident proklamiert worden war, vermochte er
doch nicht Ordnung und Ruhe wiederherzustellen.
Am 21. Jan. 1858 aus der Hauptstadt vertrieben, be-
gab er sich im Februar nach den Vereinigten Staaten,
nachdem er Iuarez, den Präsidenten des obersten
Gerichtshofs, zu seinem Nachfolger bestellt batte.
später kehrte C. nach Merito zurück und kämpfte
als General gegen die 1862 eingefallenen Fran-
zosen. (S. Mexiko.) Nach der Räumung dcr Haupt-
stadt ging er uach dem Norden des Landes, wo er
13. Nov. 1863 unweit San Luis ermordet ward.
Eomören oder Comöro-Inseln, eine 1598
von Houtman entdeckte Gruppe von vier gröhern
und mehrern kleinern Inseln, in einer 245 km lan-
gen Reihe unter 11-13° südl. Br. und 43-46°
östl. L. von Greenwich, im nördl. Eingänge der
Straße von Mozambique, zwischen der Nordwest-
küste Madagaskars und der Küste von Mozam-
bique. Sie haben 1972 ykm mit (1888) 62000 E.,
d. i. 31 auf 1 ^Km. Die Inseln, sämtlich hoch und
bergig, zum Teil vulkanisch und an den Rändern
aus Korallenfels gebildet, zeichnen sich aus durch
fruchtbaren Boden und besitzen ein durch die See-
winde gemäßigtes Klima. Die herrliche tropische
Vegetation gewährt den Anbau aller in ihren Be-
reich fallenden Kulturen. Die Fauna schließt sich
hauptsächlich an die von Madagaskar an; doch
finden sich auch einige kontinental-afrik. Formen.
Ein Lemur ist ihnen eigentümlich, außerdem fin-
det sich eine Schleichkatzenart, welche auch auf Ma-
dagaskar vorkommt, und zahlreiche Fledermäuse.
Von Vögeln kommen neben der Mehrzahl mada-
gaskarischer Arten 2 afrikanische und 5 eigentümliche
vor. Reptilien werden nur in wenigen Arten ange-
troffen. Von Haustieren verdienen Rinder und Schafe
Erwähnung. Die Bewohner sind Mischlinge von
ostafrik. Suaheli-Negern, Arabern und Sakalawen,
zwar mohammedanisch, doch auch dem Fetischismus
ergeben, im ganzen friedfertig, ehrlich und gastfrei,
aber ohne kriegerischen Mut. Sie treiben meist Land-
bau, sind aber auch geschickt in Fertigung von Lein-
wand, Waffen, Schmiede- und Juwelierarbeiten.
Ausfuhrartikel sind Kokosöl und Schildpatt.
Drei der Inseln werden jede von einem arab.
Sultan beherrscht, während außerdem fast jeder
Ort seinen eigenen, durch Wahl der Notabeln be-
stimmten Chef hat. Die östlichste Insel, Mayotta,
arabisch M'Ayata, 366 (ikni mit (1888) 9598 E.
(worunter nur 197 Franzosen), wurde 1841 an die
Franzosen abgetreten und ist durch ein Kabel mit
Sansibar und Madagaslar verbunden. Hauptort ist
Dsaudsi, Haupthandelsplatz Msapure. Zucker
rohrist Haupttultur.GegenNordwestenvonMayotta
folgen: I ohanna (Nsuani), die blühendste der In-
seln, 373 c^m mit 12000 E., bis 1570 m hoch, über-
aus pittoresk, reich bewässert und ungemein frucht-
bar, dazu leicht zugänglich und daher häusig von
europ. Schiffen besucht; die Engländer besitzen hier
eine Kohlenstation; Mohilla oder Mohsli
(Moali), 231 hkiu mit 6000 E., von Klippen um-
geben, ziemlich reich an Vieh und Lebensmitteln,
berüchtigt wegen seines äußerst verderblichen Kli-
mas; der Hauptort Fumbuni wurde 1867 von
franH. Kriegsschiffen zerstört; Groß-Comoro,
arabisch Angasija oder Ngazija, mit einem von N.
nach S. streichenden 320 m hohen Hügelzug, der zu
einem (allmählich erlöschenden) Vulkan von 2250 m
(nach Kersten) oder 2660 m (nach engl. Peilungen)
sich erhebt. Diese Insel hat fruchtbaren vulkani-
schen Boden, ist wasserarm, aber reich an Rindvieh.
Sie hat ein Areal von 1002 ylciu und zählt 35000
E., drei ummauerte Städte und etwa 100 Dörfer.
Dsujini ist Residenz des Hauptsultanö. Die Küste
ist wegen der Korallenriffe für größere Fahrzeuge
schwer zugänglich. Die C. stehen durch Vertrag vom
24. April 1886 unter dem Protektorat Frankreichs.
Sie unterstehen dem Gouverneur von Mayotta und
werden durch einen Residenten auf der Insel Jo-
hanna verwaltet. - Vgl. Grevey, ^383.i 8ur les Oo-
mors" (Ponoiche'ry 1870); Kersten, Von der Deckens
Reisen in Ostafrika, Bd. 2 (Lpz. 1871).
Eomorm oder Komorin, Kap, s. Ostindien.
Comoro Inseln, s. Comoren
Eompagni (spr. -pannji), Dino, ftorentin.
Staatsmann und Historiker, war Mitglied der
Seidenzunft, gelangte 1289 zum Priorate, ward
1293 zum (^0iifg.i0!ii6i'6 (s. d.) ä6i1a. AiuZti^ig. er-
wählt und gehörte wieder zu den Prioren, die
15. Okt. 1301 antraten, die letzten von der Partei
Artikel, die man unier C vermißt, sind unter K aufzusuchen.