Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

504
Corcovado - Cordel
Arten. Es sind krautartige Pflanzen oder niedrige
Sträucher mit kleinen gelben Blüten. Die Frucht
ist eine vielsamige Kapsel. Mehrere Arten erlangten
eine außerordentliche Wichtigkeit für die Textil-
industrie; sie sind die Stammpflanzen der Iute-
faser (s. Jute). Der grüßte Teil der in den Han-
del kommenden Jute stammt von 0. oÄp8uIai-i8 Iv.
(s. Tafel: Columniferen, Fig. 4), indischer
Flachs, Ostindien und südl. China, deren Fasern
schon lange von den Eingeborenen zur Herstellung
von Kleidern, Decken u. s. w. verwendet werden. Sie
wird in ihrem Heimatlande wie auch neuerdings in
Algier und mehrern Gegenden des tropischen Süd-
amerika im großen angebaut. Auch einige andere
Arten liefern bedeutende Mengen von Jute, so die
in den Tropengegenden Asiens, Afrikas und auch
Südamerikas schon seit längerer Zeit hauptsächlich
als Gemüsepflanze (die Blätter werden als Gemüse
gegessen) kultivierte Gemüse-Iudenpappel,
Mus kraut oder Meluchia, 0. olitoi-iuZ ^., fer-
ner 0. ku80U8 _L0Xb. UNd 0. ä6e6INHUFulHtU8 Iv.,
beide ebenfalls der Blätter wie Fasern wegen an-
gebaut. Auch die Blätter von 0. ca^ulariL benutzt
man als Gemüse.
Corcovado, Vulkan in Südchile, am Golf
von C., der den südl. Teil von Chiloe vom Fest-
lande trennt, erreicht 2289 m; in den Golf mündet
der Fluß C., der wahrscheinlich auf argentin. Ge-
biete entspringt.
Eorcyra, 's. Korfu; C. nigra, s. Curz ola (Insel).
Ooräa. (ital.; frz. coi-ä6, spr. kord), Saite; una
eoi'äk ("eine Saite") bedeutet in dcr Klaviermusik die
Anwendung der Verschiebung (linkes Pedal); äu6
coi^s ("zwei Saiten"): mit halber Verschiebung;
tntt6 1o coräß ("alle Saiten"): ohne Verschiebung.
Corda, Aug. Ios., Botaniker, geb. 22. Okt. 1809
zu Reichenberg in Böhmen, veröffentlichte die "Nono-
^rapliia 1<1ii208pLi-inai-uni 6t lißMticoi-uin" (Prag
1829). Hierauf lebte er in Berlin, bis er 1834 zum
Custos der zoolog. Abteilung des Vaterländischen
Museums nach Prag berufen ward. Er crbielt 1847
durch den Fürsten Colloredo die Mittel zu einer
Reise nach Teras, von wo er mit reichen Samm-
lungen sich auf dem Bremer Schiffe Victoria zur
Rückkehr einschiffte; mit diefem fand er im Sept.
1849 auf dem Atlantischen Ocean seinen Unter-
gang. C. war einer der ersten Botaniker, der fossile
Pflanzen in Beziehung auf ihre anatom. Struktur
genauer untersuchte. Er veröffentlichte die mit treff-
lichen Abbildungen ausgestatteten und für die Kennt-
nis derKryptogamenwichtigenPrachtwerke: "I<30ii68
kunForum 1mcu8(iu6 eoAuitorum" (6 Bde., Prag
1837 - 54) und "Prachtflora europ. Schimmel-
bildungen" (Lpz. 1839), denen "Beiträge zur Flora
der Vorwelt" (Prag 1845) folgten.
Eorday d'Armans (spr. kordä darmäng),
Marie Anna Charlotte, die Mörderin Marats, geb.
27. Juli 1768 zu St. Saturin bei Caen, war von
adliger Herkunft. Durch histor. und philos. Schrif-
ten vorgebildet, wandte sie sich begeistert der Revo-
lution zu, ward aber mehr und mehr von Abscheu
vor der fanatischen Ausartung der Pariser Gewalt-
baber erfüllt. Als sie die nach dem 31. Mai 1793 nach
Caen geflüchteten, von ihr hoch verehrten Girondisten
Varbarour, Petion, Lanjuinais und Henri Lariviere
persönlich kennen lernte, faßte sie den Plan, einen
der hervorragendsten Schreckensmänner zu töten.
Am 1. Juli 1793 traf sie in Paris ein. Ihren Zwei-
fel, ob sie Marat oder Robespierre dem Tode weihen
sollte, entschied ein Blatt des von Marat heraus-
gegebenen "^.mi cw peuM", in dem stand, daß,
um die Revolution zu vervollständigen, noch 200000
Köpfe fallen mühten. Am 11. Juli bat sie Marat
schriftlich um eine Audienz, weil sie ihm von den
Umtrieben der Girondisten zu Caen zu berichten
hätte. Erst am Abend des 13. Juli fand sie Zutritt
zu Marat, der sich im Bade befand; er befragte sie
hastig um die Namen der Verschwörer und äußerte:
"Sie sollen ihren Lohn empfangen, ich werde sie alle
zu Paris guillotinieren lassen." Bei diesen Worten
näherte sich Charlotte und durchstieß ihm mit einem
verborgen gehaltenen Messer die Brust; Marat starb
sofort. Charlotte wurde verhaftet und folgte stolz
und ruhig in die Conciergerie. Schon 17. Juli
wurde sie vor Gericht gestellt, wo sie sich mit Würde
benahm und ihre That als eine Wohlthat für Frank-
reich bezeichnete. Zum Tode verurteilt, wurde sie
gegen Abend hingerichtet. Aus der Mitte des Volks
rief eine Stimme: "Seht, sie ist größer als Brutus!"
Der Rufer war Adam Lur, Abgeordneter von Mainz;
auch er mußte dafür unter dem Fallbeil enden. -
Vgl. Dubois, 0wi-1ott6 0. (Par. 1838); Cheron de
Villers, 01mrlutt6 äs 0.ä'^rinÄU8 (ebd. 1865); Vatel,
(KHi'iotw ä6 C. 6t 168 ^ilouäw8 (3 Bde., ebd. 1872).
voräo, s. lüoi-äa.
Eordeiro (spr. -ru), Ioäo Ricardo, portugiesi-
scher dramat. Dichter, geb. 5. März 1836 zu Lissabon,
wo er die polytechnische und später die Militärschule
besuchte. Er ward Sekretär im Conselho de Bene-
ficencia und lieferte als solcher (1863-77) vorzüg-
liche Berichte über Armenpflege; später ward er Be-
amter des Ministerpräsidenten Luciano de Castro
und starb 12. Febr. 1882. C. verfaßte einige wert-
volle Schauspiele: "^61'QÄuäo" (1857), "0 krr6V6Q-
äiin6iito 8alva." (1858), "^inoi- 6 9.rt6" (1860), "^.
80ei6ä3.ä6 6i6A9,nt6" (1862), "Hm culH ä'almg.8"
(1866), "Nuti-6 o Mtar 6 0 daii6" (1868), "^ la-
milia" (1869), "08 parg.1208 00i^'uF3.68" (1882).
Er gründete die Zeitschrift "^uwro" (1858) und
war Mitarbeiter des "Oiario äs ^0ticiH3" und
anderer Zeitschriften.
Cordeiro (spr. -ru), Luciano, portug. Schrift-
steller, geb. 21. Juni 1844 in Mirandella, Pro-
vinz Tras-os-Montes, trat in den portug. Marine-
dienst, den er jedoch bald wieder verlieh, um sich
ganz dem polit. Journalismus zu widmen; er redi-
gierte längere Zeit die "I^vow^llo ä6 86pt6nidi'0",
in der er nächst politischen und socialpolitischen auch
viele tüchtige kritische Studien über die zeitgenös-
sische Litteratur veröffentlichte. Später war er
einer der Gründer der Lissaboner Geographischen
Gesellschaft, deren erster Sekretär er ist. Als solcher
schrieb er 1875 "v6 1a part pri86 par 168 ?orw-
Zki8 äan8 1a ä6t)0uv6i-t6 äs 1'^ni6i-i<iu6", 1878
"I^'ll^äl0^i'3,p1ii6 akriekiii6", 1881 "M6m0ria,3 äo
ulti'Hmai-", 1883 "^ yu68t5o äo ^air6". Seine
sonstigen Werke sind: "I'liu^ii'o livro ä6 eritica.",
"86^unä0 livro ä6 critieN", "V08 d3,no08 porw-
FN6263", "ViaA6Q8" (2 Bde.), "^. 8ci6Qcia äog
^6^i6QiQ08". Eine ausgezeichnete litterarhistor.
Studie behandelt die Verfasserin und Heldin der
berühmten "^3,rta8 p0i-tu^u62H8": "Zoror^lHriHUllÄ,
9. ti-6ii-a P0I-WFU62H" (Lissab. 1889). Histor. Stu-
dien sind die unter dem Gesamttitel "361-068 Na.nu6-
1ino8" erschienenen Bände: "^ Lsniioi'a DuHii62w>
(1891) und "^ 86Funäa Vu^u623." (1892).
Cordel oder Cu erd a("^chnur"),Längenmaß m
Spanien, den span.-amerik. Kolonien und den span^-
Artikel. die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.