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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Corduba - Corella
Moreno 16. Juli 1835 bei Mendigorria und ent-
setzte dadurch Puente la Reyna; doch konnte er den
Aufstand nicht gänzlich unterdrücken. Zu Beginn
1836 mißlang ihm ein Angriff auf die Höhen von
Arlaban und Guevara, worauf er zur Niederlegung
des Kommandos veranlaßt wurde. Nach der Revo-
lution von La Granja ging C. auf kurze Zeit nach
Paris, wurde dann zum Abgeordneten gewählt, er-
wies sich jedoch fo unzuverlässig und charakterlos,
daß ihm alle Parteien den Nucken kehrten. Bei dem
Aufstande von 1838 schloß C. sich Narvaez in Se-
villa an, vermochte sich jedoch gegen Espartero nicht
zu halten und flüchtete nach Portugal. Er starb
29. April 1840 zu Lissabon.
Corduba, im Altertum Stadt in Vätica (Hispa-
men), jetzt Cordoba (s. d.).
Eorduene (oder Gordyäa), bei den Alten
das mittlere und untere Stromgebiet des Flusses
Kentrites,des östl.Tigrisarmes, im Südendes Sees
von Wan, das Centrum der medischen Karduchen
(s. Kurden). Längere Zeit war der Besitz der Land-
schaft streitig zwischen den Königen der Armenier
und der Parther. Unter Trajan ward sie von den
Römern erobert, unter Hadrian freiwillig wieder
abgetreten. Zum zweitenmal eroberten sie die
Römer unter Diocletian 297 n. Chr., aber in dem
schimpflichen Frieden, den Iovian 363 n. Chr. mit
den Persern schloß, ging die Provinz von neuem,
diesmal für immer, verloren.
Cordus, Cremutius, röm. Gefchichtfchreiber,
s. Cremutius Cordus.
Cordus, Euricius (eigentlich Solde?), Arzt
und Humanist, geb. 1486 zu Simshausen in Ober-
hessen, besuchte eine Marburger Mönchsschule und
studierte in Erfurt, wo er in den Kreis des Mutianus
eintrat. Begeistert schloß er sich Luthers Sache an.
Von Vraunschweig aus, wo er sich 1523 als Arzt
niederließ, richtete er 1525 an Karl V. ein langes
Gedicht in Hexametern, in dem er Luther als den
heiligen Georg feiert, der die Kirche von dem Dra-
chen, dem Papste, befreit. Darauf hin berief ihn
Landgraf Pbilipp von Hessen 1527 an die neue Uni-
versität Marburg. Durch Intriguen seiner Kollegen
vertrieben, starb er 24. Dez. 1538 als Stadtarzt zu
Bremen. C. war ein Mann von unbestechlicher, aber
leidenschaftlicher Wahrheitsliebe, rücksichtslos und
ohne Menschenfurcht. Seine lat. Epigramme (Erfurt
1520- neue Ausg. von K. Kraufe in den "Lat. Litte-
raturdenkmälern", Heft 5, Verl. 1892), die auch die
Schwächen der Humanisten nicht schonen, gehören
durch Schärfe, Form und Gedankenfülle zu den poet.
Glanzleistungen des deutschen Humanismus; viele
hat Lessing ("Sinngedichte") übersetzt. C.' satir. Ader
zeigt auch die mediz. Schrift "leider äs urinis" (1543),
die, auf Hippokrates und Galenus gestützt, gegen ärzt-
lichen Aberglauben kämpft. Sein "LotanoloFicoii"
(1534) macht (im Anschluß an Dioscorides) den ersten
Versuch einer wissenschaftlichen Pflanzenkunde in
Deutschland. C.' poet. Werke gab Meibom heraus
(Helmst. 1616). - Vgl. Krause, E. C. (Zanau 1863).
vorÄK-osps F>., Pilzgattung aus der Familie
der Pyrenomyceten (s. d.) mit gegen 10 Arten, die
über die ganze Erde verbreitet scheinen. Sie leben
meist auf toten Infekten und nur die keulenförmigen
gelblichen oder orangefarbenen Fruchtträger treten
an der Oberstäche der Tierleichen hervor. So ver-
hält sich z. B. die in Deutschland häufige 0. niili-
tari8 ^nk (s. Tafel: Pilze IV, Fig. 1). 0. euto-
mortii^a FV. hat dem span. Mönch Torrubia Ver-
anlassung gegeben, in seiner Naturgeschichte von
Spanien (1754) eine von den Antillen stammende
und von diesem Pilze behaftete Wespe als NiiLca.
v6F6wdi1i8 zu beschreiben, weil aus ihr mehrere
solcher orangefarbener Fruchtkörper hervorgewachsen
waren. Diese Erscheinung wurde als ein Wunder
angestaunt und man glaubte eine Zwischenform von
Tier und Pilz, eine "Tierpflanzen entdeckt zu haben.
Die 0. 6nt0in0i-1ii23. findet sich außer auf den An-
tillen häufig in China und Australien. Außer diesen
Arten giebt es einige auf ab gestorbenen Schwämmen,
z. V. auf Ui3,p1i0in^c68 Fr3.miiHtu8 FV.
vorÄMno Ammei's., Pflanzengattung aus
der Familie der Liliaceen (s. d.), etwa 10 der Gat-
tung Di-NcaLna (s. d.) sehr nahe stehende Arten. Es
sind meist strauchartige Pflanzen, die in den tro-
pischen und subtropischen Gegenden besonders der
südl. Halbkugel vorkommen. Ihre meist in end-
ständigen Rispen stehenden Blüten haben ein sechs-
teiliges, glockenförmiges Perigon, fechs Staubge-
fäße, einen dreifächerigen Fruchtknoten, auf welchem
ein fadenförmiger, mit dreilappiger Narbe versehener
Griffel aufsitzt. Die länglich-lanzettlichen Blätter
sind an der Spitze des Stammes zusammengedrängt.
Von einer in China und auf den Inseln der Südsee
einheimischen Art, der d NgeliLelioitöiaiia. Mcn-t.,
stammt die sog. Ti Wurzel (ikH-root), welche
gebraten oder geröstet auf den Sandwichinseln als
Nahrungsmittel dient; auch wird eine Art Brannt-
wein daraus bereitet. Viele andere Cordyline-Arten
werden häusig als Zierpflanzen fowohl in Gewächs-
häufern als Zimmern gehalten. Zwei allgemein
bekannte schöne Arten sind d a^traiis ^oo/c. und
d Wäivisa. FV)?-Ft. aus Neuseeland, die als Kalt-
hauspflanzen sowohl im Zimmer als auch während
des Sommers im Freien zur Dekoration benutzt
werden. Prächtige Zierpflanzen für Warmhäuser
sind die zur Gattung 0. gehörigen sog. buntblätte-
rigen Dracänen, von denen 0. tsrininaiiL ^'n<^.
die zuerst eingeführte Art ist. Sie besitzt braunrote,
mit Hellern oder dunklern karminroten Streifen
durchzogene Blätter. 0. ssioriosa. _^'nii. et ^nck^s
stammt aus Neuseeland; Blätter grün, rosenrot und
purpurn gefärbt. 0. ^o^uini H^?M. (Di-^oaenH
lsrrka. "7"cS.) ist eine kräftig wachsende Art mit
braunroten Blättern. Durch Kreuzungen zwischen
den verschiedenen Arten sind eine große Anzahl
Hybriden entstanden, deren Blätter alle mehr oder
weniger bunt gefärbt sind. (S. 0. k^driäa auf
Tafel: Blattpflanzen, Fig. 2.) Sie erfordern
zum guten Gedeihen feuchte, gespannte Luft und viel
Wärme, eine kräftige, durchlässige Erde und im
Sommer reichlich Wasser und flüssigen Dünger.
Zwei weniger empfindliche Arten, die auch im Zimmer
gut gedeihen, sind <ü. rndi-a, Ä^6F. und ^. o0NF63tH
X?M., erstere mit breitern, letztere mit schmälern
grünfarbigen Blättern. Alle 0. werden teils aus
Samen, teils aus zerschnittenen Stammstücken und
knolligen Wurzelstöcken, deren Adventivknospen
leicht im Warmbeet austreiben, vermehrt.
(korsFöiuis, s. Felchen; 0. ^V^rtiuauni Zl.,
s. Vlaufelchen.
Eorella (spr.-rellja), Stadt in der span. Provinz
Navarra, 16 km im WNW. von Tudela, an dem
zum Ebro fließenden Alhama, hat (1887) 6649 E.,
Post, Telegraph, Landwirtschaft, Lakritzenfaftfabri-
kation und in der Nähe, z. S. bei Cmtruenigo
(3648 E.), Steinkohlengruben.
voroiia., s. Nymphenkakadu.
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