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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Corsische Eisenbahnen - Cortaillod
Filippo C. war Ende des 16. Jahrh. Inhaber
einer Bank in Rom und vermehrte noch sein Ver-
mögen durch Handel mit Woll- und Seidenstoffen;
seine Besitzungen in Nmbrien erhob Papst Nr-
ban VIII. zum Marchesat. Von seinen Söhnen ar-
beitete Vartolommeo in der Weise des Vaters
weiter, Neri (I.) erwarb sich als Nuntius Inno-
cenz' X. in Paris, dann als päpstl. Finanzminister
einen Namen. - Der Sohn Bartolommeos, Lo-
renzo C., bestieg 1730 als Clemens XII. den
päpstl. Stuhl. - Von seinen Neffen wurde Don
Bartolommeo C. zum röm. Fürsten von Sis-
mano und 1737 zum Vicekönig von Sicilien, dann
1745 von Karl III. zum Confeilpräsidcnten in Neapel
ernannt, wo er 1752 starb; während Neri (II.) als
Gesandter im Haag, in London, Paris, Cambrai
die Interessen Toscanas mit Geschick vertrat und
schließlich allmächtiger Kardinalnepot des Papstes
wurde. -Don Neri (III.) C., geb. 1771, zeichnete sich
als Diplomat durch die Nmsicht und Rechtfchaffen-
heit aus, mit der er die Interessen Toscanas unter
den schwierigen Verhältnissen der Revolutionszeit
vertrat, zuerst als Conseilsekretär Ferdinands III.
gegenüber dem franz. Generalagenten Cacault,
dann als Gesandter (1795-98) beim Direktorium,
von d<sscn schlimmen Absichten er frühzeitig Mit-
teilung machte. 1799 flüchtete er nach Sicilien,
kehrte aber dann zurück, um für feine Heimat auch
unter Napoleons I. Herrschaft als Mitglied des
franz. Senats das Möglichste zu thun. Nach Fer-
dinands III. Rückkehr übernahm er das Ministe-
rium des Innern, vertrat Toscana auf dem Wiener
Kongreß, war auf dem Kongreß von Troppau Okt.
1820 anwesend und trat endlich im April 1844
an Fossombronis Stelle als erster Minister. Er
starb jedoch schon 25. Okt. 1845. - Don Neri
(IV.) C., Marchese von Lajatico, Neffe des vorigen,
geb. 1805, war erst Gouverneur von Livorno,
dann seit 1847 Minister Leopolds II., aber weder
der Leitung der auswärtigen Politik noch der stei-
genden innern Unruhe gewachsen und floh nach
Ausbruch der Revolution. Bei dem Übergang Tos-
canas an Savoyen spielte er eine zweifelhafte Rolle;
er starb 1. Dez. 1859 in London als Gesandter
der Provisorischen Regierung von Toscana. -
Don Andrea C., älterer Bruder des vorigen,
Herzog, nachmals Fürst von Casigliano, wurde
unter Leopold II. Minister des Auswärtigen und
verfügte 21. Sept. 1850 die Kammerauflösung,
6. Mai 1852 die Aufhebung der Verfassung. Er
starb 5. März 1868 zu Florenz.
Das gegenwärtige Haupt der Familie ist Don
Tommaso C., Bürgermeister von Florenz, geb. 1835.
- Die C. besaßen glänzende Paläste, einen in Flo-
renz und einen andern in Rom (einst Villa Riario).
Letzterer mit seiner bedeutenden Gemäldesammlung,
besonders der Meister des 17. Jahrh., wurde 1855
an die ital. Regierung verkauft und von ihr der
königl. Akademie der Wissenschaften MLHie ^eea-
üsniia. äs' I^iuoei) überwiesen. Ihre Kapellen in San
Giovanni in Laterano zu Rom und in Carmine zu
Florenz gehören zu den schönsten in diesen Städten.
- Vgl. Passerini, (FLusaloZia 6 storia. ä6i1a f^mi^lia
0. (Flor. 1858). ftahnen.
Eorsifche Eisenbahnen, s. Französische Eisen-
Eorso (d. i. Lauf, Rennbahn) heißt in Italien
nicht allein das Wettrennen der Pferde (ohne Reiter),
sondern auch das langsame Durchfahren der Haupt-
straßen einer Stadt in geschmückten Equipagen, wie
es bei vielen öffentlichen Festlichkeiten, namentlich
im Karneval an den Sonntagen, am Donnerstag
vor Fastnacht und am Fastnachtdienstag stattfindet.
Dieser Sitte verdanken Straßen in fast allen grö-
hern Städten Italiens den gleichen Namen. Ambe-
kanntesten ist der C. in Rom, der 2450 m lang in
gerader Linie, an drei Stellen durch die Plätze San
Carlo, Colonna und Sciarra verbreitert, von der
Piazza del Popolo bis zum Palazzo di Venezia am
Fuße des Kapitols führt.
Eorsfen, Wilh. Paul, Sprach- und Altertums-
forfcher, geb. 20. Jan. 1820 zu Bremen, studierte
1840-44 in Berlin Philologie, ward, nachdem er
kurze Zeit am Gymnasium zu Stettin gewirkt hatte,
1844 an die Landesschule Pforta berufen, wo er
22 Jahre lang erst als Adjunkt, dann als Pro-
fessor thätig war. 1866 legte er seine Stellung
nieder und wandte sich nach Berlin; er starb 18. Juni
1875 in Lichterfelde bei Berlin. Seine Hauptwerke
sind: "0riZin68 potzäi" Konikmae" (Berl. 1844),
"Über Aussprache, Vokalismus und Betonung der
lat. Sprache" (2 Bde., Lpz. 1858-59; 2. Aufl.
1868-70), "Kritische Beiträge zur lat. Formen-
lehre" (ebd. 1863), "Kritische Nachträge zur lat.
Formenlehre" (ebd. 1866), "über die Sprache der
Etrusker" (2 Bde., ebd. 1874-75), "Beiträge zur
italischen Sprachkunde" (ebd. 1876). Daneben sind
noch die Schrift: "1)6 Voiscoruni liu^ua') (Naumb.
1858) sowie "Altertümer und Kunstdenkmale des
Cistercienserklosters St. Marien und der Landes-
schule Pforta" (Halle 1868) zu nennen.
Cort, Cornelis, niederländ. Maler und Kupfer-
stecher, geb. 1533 oder 1536 zu Horn in Holland,
gest. 1578 zu Rom, ging nach Venedig zu Tizian,
von dessen Werken er die schönsten im Stich wieder-
gab; berühmt sind sieben Land^chastcu unter dem
Namen: Die sieben heiligen Büßer. Darauf ließ er
sich in Rom nieder (1571 - 78), wo er eine Schule
gründete, als deren berühmte Zöglinge Ag. Carracci
und PH. Thomassin zu nennen sind. C. brachte zuerst
die Stechkunst für größere Blätter zur Anwendung.
Er lieferte schätzbare Nachbildungen von Werken der
berühmtesten Italiener, wie Tizian, Rafsael, Michel-
angelo, Correggio u. s. w., sowie der Niederländer
Cocxie, Heemskerk, N. van der Weyden u. a. Auch
in eigenen Entwürfen hat er sich versucht, von
denen die Geburt Marias (1568) und die heilige
Familie mit der Birne (1570) hervorragen.
Cort, Frans de, vläm. Dichter, geb. 21. Juni
1834 zu Antwerpen, wurde Mitredacteur des
"ttronä^Lt", 1858 Hauptredacteur der "8c1i6iä6",
1861 Sekretär des Generalauditeurs beim hohen
Militärgerichtshof zu Brüssel, welche Stelle er bis
zu seinem Tode 18. Jan. 1878 bekleidete. Seine
ebenso gemütvollen als sorgfältig ausgearbeiteten
Gedichte, die besonders das Eheglück und häusliche
Leben verherrlichen, sind gesammelt in "I^6ä6i-6N"
(2 Bde., Antw. 1857-59), "Änz-^nZ" (Vrüss.
1866), "I^6ä6r6ii" (Groningen 1868); auch über-
setzte er "D6 8l)1i00N8t6 1i6ä6i'6n Vkw Ködert Vurus"
(Brüss. 1862). Von 1861 ab leitete er die von seinem
Schwiegervater Dautzenberg (s. d.) gegründete Zeit-
schrift "v6 loLkomLt, tiMokrikt voor opvoeäinZ
6U onäsi^i^ t9.3.1" 6N lettsr^unäs ".
vort. (lat.), auf Rezepten gebräuchliche Abkür-
zung für Üortex (s. d.).
Eortaillod (spr. -täjoh), Dorf im Bezirk Boudry
des fchweiz. Kantons Neuenburg, 7 km südwestlich
von Neuchätel, in 486 m Höhe, auf einer Anhob?
Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.