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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Couverttnaschinen - Covent-Garden
Couvertmaschinen, zur fabrikmäßigen Her-
stellung der Couverts (Briefumschläge), sind neuer-
dings sehr vervollkommnet worden. Während man
mit den ältern Maschinen, bei denen die einzelnen
Bewegungen vom Arbeiter mittels zweier Pedale
und einem Handhebel bewirkt werden, 700-1000
Couverts in der Stunde fertigte, liefern die neuern
selbstthätigen Maschinen bis zu 6000 Stück pro
Stunde. - Unabhängig von der Konstruktion der
eigentlichen C., die das Gummieren und Umlegen
der einzelnen Klappen des Couverts besorgen, er-
folgt das Zurechtschneiden der Papierblätter, welche
die Form eines auseinandergebogenen Couverts
besitzen, auf einer besondern Ausstanzmaschine.
Diese besteht in der Hauptsache aus zwei horizon-
tal übereinander liegenden schweren Eisenplatten,
von denen die untere feststeht, während die obere
durch ein im Hub verstellbares Kurbelgetriebe auf
und ab bewegt werden kann. Wird nun auf die
untere Platte ein Stoß von Papierbogen gelegt
und aus diesen das Ausstanzmesser (Fig. 1), so
dringt das letztere beim
Niedergang der obern
Platte in den Papierstoh
ein und schneidet aus ihm
eine große der Höhe des
Messers entsprechende An-
zahl Blätter auf einmal
^6-1. heraus. Bei dem nun fol-
genden durch die eigentlichen C. bewirktenGummieren
und Umbiegen der Klappen ist besonders schwierig
das Gummieren der offen bleibenden Verschluh-
klappe, weil diese beim turz darauf folgenden Um-
biegen leicht anklebt. Viele Konstruktionen von C. er-
fordern daher zurUmgehung dieser Schwierigkeit das
vorherige Gummieren und Trocknen der Verschluß-
klappe, entweder durch Handarbeit oder auf beson-
dern Maschinen, während einige C. neuester Kon-
struktion mit selbstthätiger Schlußklappen-
gummierung eingerichtet sind, was in der Ent-
wicklung der C. einen erheblichen Fortschritt aus-
macht. Als Beispiel einer derartig verbesserten
Maschine sei die von Gebrüder Tellschow in Berlin
erläutert. Die in Fig. 2 dargestellte Maschine
Fig. 2.
arbeitet folgendermaßen: Nachdem ein Stoß fertig
aestanzter Blätter eingelegt ist, senken sich zwei
Gummierer, die aus einem seitlichen Kasten von
einer Walze den Gummi empfangen, auf die breiten
Klappen des obersten Blattes und heben es von
dem Stoße ab. Eine Abstreifvorrichtung löst das
Blatt von den Gummierern los und läßt es in einen
Scblitten fallen, auf dem es dem Formatkasten zu-
geführt wird. Hier werden durch einen von oben
kommenden Stempel die vier Klappen des Um^
schlags auf einmal roh voraebrochen, wonach zuerst
die beiden schmalen Seitenklappen durch zwei Falz-
klappen umgelegt werden. Eine dritte Falzklappe
lcgt^dann die untere Klappe um und klebt sie auf
die Seitenklappen auf, während eine vierte Falz-
klappc die Schluhklappe umlegt, ohne ihre noch
feuchte Klebfläche mit dem Umschlag in Berührung
zu bringen. Das fertige Couvert fällt zuletzt in eine
Transportkette, deren einzelne Glieder so geformt
sind, daß die noch feuchte Verschlußklappe mcht an-
kleben kann. Die auf die Kette aufgereihten Cou-
verts trocknen während eines Umlaufs derselben
infolge des Windes, der durch drei rasch rotierende
Windräder erzeugt wird. Die trocknen Couverts
fallen dann vorn auf den Tisch, wo sie von der
Arbeiterin gebündelt und in Kartons gelegt wer-
den. - Andcre Ausführungsformen von C. be-
sitzen noch einen Zählapparat, wieder andere einen
Prägapparat zum Einprägen von Monogramms
u. dgl. Der Kraftbedarf der neuern C. :st etwa
Vi" Pferdekraft; der Preis der C. mit selbstthätiger
Schlußklappcngummierung b eträgt 2800-4000 M.,
einer Ausstanzmaschine 800-950 M. - Mit der
Herstellung von C. beschäftigen sich außer der schon
genannten u. a. noch die folgenden deutschen Firmen:
C. Claahen (Berlin), B. Nogatz (Berlin), I. Liebhardt
(Barmen), F. & A. Hoffmann (Barmen), F. Hesser
(Cannstatt), W. Maul^m. (Plauen bei Dresden).
Eouvin (spr. kuwäng), Gemeinde in der belg.
Provinz Namur, an der Enoir und der Linie Ma-
rienbourg-C. (6 km) der Belg. Großen Central-
bahn, hat Post, Telegraph, (1890) 2792 E., Fabri-
kation berühmter metallener Küchengeräte und
Kalköfen fowie Holzhandel. C. war eine der 23
vom Fürstbistum Lüttich abhängigen Städte.
Couvreface (frz., spr.kuhwrfahß), s.Kontergarde.
Eövado, ein bis 1860 in Portugal gesetzlich
gewesenes Ellmmaß von 3 Palmos, 2 Fuß (pes)
oder 24 Zoll ^ 0,60 m. Ein im Kleinhandel ge-
bräuchlich gewesener 0. avauto^äo oder "großer"
C. hatte 3 ?^ui08 avantHHäoZ oder 24^ Zoll ^
0,68i m; 32 große C. -^ 33 gewöhnliche C. In
Brasilien diente bis 1874 der große C. Dem Namen
C. entspricht die engl. Bezeichnung Covid (Covit,
Holland. Kobbit, Cobbit, auf Sumatra auch
Esto, malaiisch Hafta, auch Hatb, Haht, Haut
genannt) für ein etwas kleineres Ellenmaß in Ost-
indien (verschieden an den einzelnen Orten, an den
wichtigsten Plätzen aber dem engl. Cubit ^s. d.)
gleich, also ^ Z)ard -^ 0,457 m, an andern ihm
sehr nahe), und ferner die franz. Bezeichnung Cou-
de'e (d. i. Vorderarm) oder llat'K, der Name des
Ellenmaßes in Französisch-Vorderindien (Pondichery
und Karikal), welches ^ 0,5i9 m. In Ar^b^en ist
der Cobido ---19 engl. Zoll --- 0,433 m.
Eovellin, s. Kupferindig.
Covelo, s. Covolo.
Eovenant (spr. köww'nänt), die in Schottland
von den Presbyterianern zur Aufrechthaltung ihres
Glaubens geschlossenen Bündnisse. Nächst dem C.
von 1580 (unter Jakob VI.) ist besonders der 1638
gegen die katholisierende Liturgie Karls 1. geschlos-
sene C. zu nennen. (S. Schottische Kirche.)
Covenanters (spr. köww'näuters), die Anhän-
ger des Covenant (s. d.).
Coveni-Garden (spr. köww'nt gahrd'n), ein
als Obst-, Gemüse- und Blumenmark! sowie durck
Nrtilel. die mau unt3r E vermißt, stnd unter K aufzusuHen.