Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

624
Cujus regio, ejus religio - Culm
holt wurde. Sehr brauchbar für die Benutzung sei-
ner Werke ist das "^romptuarium operum d, g.uc-
toi-6 vom. ^1dan6N8i8" (2 Bde., Neapel 1763 und
Modena 1795). - Vgl. Spangenberg, C. und seine
Zeitgenossen (Lpz. 1822).
vryus ro^io, e^us roliFio llat., "Wem das
Land gehört, der hat auch das Recht der Religions-
bestimmung"), Ausdruck für den während der Re-
formation eingeführten und erst durch das moderne
lHtaatsrecht beseitigten Grundsatz, nach dem der Lan-
desherr befugt sein soll, seinen Staatsangehörigen
ein bestimmtes religiöses Bekenntnis aufzuzwingen.
0n1 (frz., spr. kü), Steih.
Culaffe (frz., spr. küläß), Vodenstück eines
Geschützes; Schwanzschraube eines Gewehrs; der
untere Teil eines geschnittenen Steins (s. Brillant
und Edelsteinschleiferei, Bd. 5, S.708d).
Culbute (frz., spr. külbüht), Purzelbaum, Um-
sturz ; in der Medizin die Umdrehung des Fötus im
Uterus kopfabwärts gegen Ende der Schwangerschaft.
Culdeer (0u1ä668, spr. kölldihs), Name der kelt.
Geistlichen, zuerst vom schott. Historiker Hektor Boe-
tius gebraucht. C., gebildet aus dem kelt. Osile --
mariws, 8ociu8, und äs -- vei, bedeutet Gottver-
lobte, Gottesgenossen, Gottesleute (lat. ouitorss
äoi) und diente im 9. Jahrh, zur Bezeichnung so-
l^/ in Klöstern lebender als säkularer Geistlicher
der kelt. Kirche. - Vgl. Reeves, ^lie 0u1ä663 ok tke
Li-itiäii I3lanll8 (Lond. 1864); Ekene, 06itic 8cot-
land (3 Bde., Edinb. 1876-78).
<3n1 üs?a.ris (frz., spr. kü de parih, d. h. Pariser
Steiß), Polster hinten unter Frauenkleidern.
(3u1ön8 (auch ^ullsug), Faß, das größte Maß
für Flüssigkeiten bei den Römern. Ein N. enthielt
20 Amphora (s. d.) ^ 525,2? 1.
vnisx, s. Stechmücken.
Culiacan, Hauptstadt des meiik. Staates Si-
naloa, am Rio C. und mit dem Hafen Altata
durch Eisenbahn (80 km) verbunden, hat 8000 E.,
eine alte Kathedrale, Seminar und Münze. C.
wurde 1532 an Stelle von Hucicolhuacan gegründet.
vulioiäae, s. Stechmücken.
Culten (spr. köll'n), William, engl. Arzt, geb.
15. April 1710 zu Hamilton in der schott. Grafschaft
Lanark, studierte Medizin in Edinburgh, ward 1746
Professor der Chemie in Glasgow, 1751 Professor der
Pharmakologie und 1756 nach Edinburgh berufen,
wo er 1766 den Lehrstuhl der praktifchen Medizin
übernahm und später zum ersten Arzte des Königs
von England für Schottland ernannt wurde. Er
starb 5/Febr. 1790. In feinem klassischen Werke
"1r63,ti86 ok tks materia. msäica" (2 Bde., Edinb.
1789; deutsch Lpz. 1790, und von Ebeling, mit Zu-
sätzen von Consbruch, ebd. 1790) reinigte er die
Pharmakologie von unzähligen Irrtümern. Sein
Hauptwerk: "^irst 1in68 ol tli6 praetios ok pk^8io8"
(4 Bde., Edinb. 1789 u. ö.), wurde in verschiedene
Sprachen (deutsch, 4 Bde., Lpz. 1800) übersetzt. Er
schrieb außerdem: "8Mop8i8 1103010^9,6 lustko-
äicas" (2 Bde., Edinb. 1772 u. ö.; deutsch Lpz. 1786)
und "?k?8i0i0F7" (Edinb. 1785). Nach seinem
Tode erschienen "^080l0F^ or 8^8t6in3.tjc 3,rraiiF6"
IQ6Iit ol 61863.868" (Lond. 1800) und "11i6 Näin-
dur^ii prHctic6 ok p1i^8ie, 8ui-F6i')^ anä iniä^il6i'^"
(5 Bde., ebd. 1805). Eine Gesamtausgabe seiner
Werke besorgte Thomson (2 Bde., Edmb. 1827),
der auch ein "Account of t^6 1il6 ok ^Vüliüm 0."
(2 Bde., ebd. 1832) herausgab.
Cullera (spr. kulljehra), befestigte Seehafenstadt
in der span. Provinz Valencia, links des Iucar
unweit seiner Mündung und am südl. Abhang des
Zorrasberges, der im Kap C. ausläuft, und an
der Sekundärbahn Silla-C. (25 km), hat (1887)
11713 E., Fischerei und beträchtlichen Handel mit
den Mittelmeerländern.
vullöus, röm. Hohlmaß, s. OÜ6ii8.
Culloden (spr. köl-), Ort in Schottland, nord-
östlich von der Stadt Inverneß, bekannt durch die
Schlacht vom 27. April 1746, in der der Stuart-
prätendent Karl Eduard geschlagen und die letzte
Hoffnung seines Hauses auf die Wiedererlangung
des Thrones von Großbritannien vernicktet wurde.
Cullum (fpr. köllömm), George, amerik. Militär-
ingenieur und Schriftsteller, geb. 25. Febr. 1809
zu Neuyork, erbaute viele Befestigungswerke,
Mauern, Dämme, Leuchttürme u. s. w. und war
1864-74 Superintendent der Militärakademie
der Vereinigten Staaten. Er schrieb: "Nilitar^
briäF68 an3 Iudja,-rudd6r p0nt00U8" (Neuyork
1847), tt878t6M8 ol militar^ driäZ68" (ebd. 1863),
ol Hnit6ä 8t3.t68 NilitHr^ ^c^(i6iii^" (neue Ausg.,
ebd. 1877); "(^uiMiZn8 ol^Nr ok 1812-15 HZHiii8t
6r6a.t Vritain" (ebd. 1879).
Eully (spr. küllih), Hauptstadt des Bezirks Ryf-
thal (Lavaur) des schweiz. Kantons Waadt, 15 Ilm
südöstlich von Lausanne, in einem kleinen Busen am
nördl. User des Genferfees und an der Linie Genf-
St. Maurice der Iura-Simplon-Bahn, hat (1888)
1002 E.,darunter 51 Katholiken; Post,Telegraphund
bedeutenden Weinbau. Am Hafen steht das Mar-
mordenkmal des hier geborenen Majors Davel (s.d.).
Culm. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Marien-
werder, hat 724,31 hkm, (1890) 45 711 E., 1 Stadt,
73 Landgemeinden und 78 Gutsbezirke, und bildet
einen Teil des Culmerlandes, das, zwischen der
Weichsel, Drewenz und Ossa gelegen, sehr fruchtbar,
namentlich an Weizen ist. - Vgl. Schultz, Geschichte
der Stadt und des Kreises C. bis 1479 (Danzig
1877); Brauns, Geschichte des Culmerlandes bis
zum Thorner Frieden (2. Aufl., Thorn 1881). -
2) C. oder Kulm, poln. ciiLimo, Kreisstadt im
Kreis C., an der Nebenlinie
Kornatowo-C. (17 km) der
"reuß. Staatsbahnen, Sitz des
landratsamtes, eines Amts-
gerichts (Landgericht Thorn)
und einer Reichsbankneben-
stelle, hat (1890) 9762 (4847
männl., 4915 weibl.) E., dar-
unter 3150 Evangelische und
470 Israeliten, in Garnison
(561 Mann) das 2.Iägerbataillon, Post erster Klasse,
Telegraph, Kreis- und städtische Sparkasse, Polnische
Volksbank, Vorschuhverein, Privatbank; ein altes
(Graudenzer) Thor, der letzte wohlerhaltene Nest
der alten Befestigungen, mit einer Gnadenkapelle
(Li-ainlin) im zweiten Stockwerk, kath. Pfarrkirche
St. Marien (ehemals Kathedralkirche des Bistums
C.), evang.Pfarr-(früherDominikaner-)kirche, Gym-
nasial-(früher Franziskaner-) kirche, Klosterkirche der
Cistercienserinnen, ein Mennonitengotteshaus und
eine Synagoge; Rathaus (16. Jahrh.), Krieger- und
Kaiser-Friedrich-Denkmal und Ständehaus; ferner
ein königliches kath. Gymnasium, 1837 eröffnet (Di-
rektor I)r. Iltgen, 13 Lehrer, 9 Klassen, 243 Schüler),
königl. Realprogymnasium, 1387 gestiftet (11 Lehrer,
Artikel, die man unter E vermißt, sind unter K aufzusuchen.