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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Dahl (Konrad); Dahl (Wladimir Iwanowitsch); Dahlak; Dahlb.; Dahlberg; Dahlbom

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Dahl (Konrad) – Dahlen

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Dahl (Johann Christian Claußen)'

landschaft (1850; Dresdener Galerie). Auch gab er heraus: «Denkmale einer sehr ausgebildeten Holzbaukunst aus den frühesten Jahrhunderten in den innern Landschaften Norwegens» (Dresd. 1837). Die Kirche zu Wang, welche er gekauft hatte, ging in den Besitz des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen über, der sie im Riesengebirge aufstellen ließ.

Sein Sohn Joh. Siegwald D., geb. 16. Aug. 1827 zu Dresden, hat sich der Genre-, Jagd- und Tiermalern gewidmet. Er studierte an der dortigen Akademie unter seinem Vater und dem Tiermaler W. Wegener, und unternahm Reisen nach Paris und London, wo ihn besondere die Werke Landseers fesselten. Zwei treffliche Gemälde: Verwundetes Reh mit Kälbchen (1861), Fähre in Telemarken in Norwegen (1863), besitzt die Dresdener Galerie; Wildenten vom Fuchs überfallen (1868) das Museum in Hannover. Ferner sind zu nennen: Fuchs auf Enten schleichend (1874; Radierung von Petzsch), Katzenfamilie (1876), Vorbereitung zur Kunstreitervorstellung (1880), Kuhstall mit Kühen (1882), Überfahrt nach der Insel Karmöen (1883), Kuhherde vor der Sennhütte (1884), Partie bei Gudwangen (1888), Nordkap bei Mitternachtssonne (1888), Lauernder Fuchs (1889). Er ist auch als Illustrator thätig.

Dahl, Konrad, norweg. Dichter, geb. 24. Juni 1843 in Varmbo in Norwegen, wirkt seit 1873 als Prediger in Bergen. Er verstand es, in seinen Novellen das Leben der norweg. Bauern zu schildern; hervorzuheben sind: «Löwen» (1874), «Finnegutten» (1874), «Edda Mansika» (1875), «Ishavsskipperen» (1878), «Glimt» (1882), «Ly» (1885), «For Sysne» (1886), «Ensomme Folk» (1890).

Dahl (russ. Dal, richtiger Dalj), Wladimir Iwanowitsch, russ. Schriftsteller, geb. 1801 in Lugansk (daher sein Pseudonym Kosak Luganskij) im Gouvernement Jekaterinoslaw, aus dän. Familie, studierte Medizin in Dorpat und nahm als Arzt 1828–31 an den Feldzügen gegen die Türken und Polen teil. Später war er Beamter beim Generalgouverneur in Orenburg, beteiligte sich an dem Zuge nach Chiwa (1839), über den er in deutscher Sprache «Bemerkungen zu Zimmermanns Entwurf des Kriegstheaters Rußlands gegen Chiwa» (Orenb. 1840) veröffentlichte, und bereiste fast alle Provinzen des Russischen Reichs. Er starb 3. Nov. (22. Okt.) 1872 zu Moskau. Seinen Forschungen verdankt man wertvolle Beiträge zur russ. Ethnographie. So sammelte er unter anderm sehr viele Volksmärchen, an 30000 Sprichwörter und Redensarten (hg. 1862; 2. Ausg. 1879). Ebenso trug er ein reiches Material für die Volkssprache zusammen, das er in dem «Erklärenden Wörterbuch der lebenden russ. Sprachen» (4 Bde., Mosk. 1861–68; 2. Ausg. 1882) verarbeitet hat. In seinen Erzählungen weiß er die charakteristischen Züge des russ. Volks scharf wiederzugeben. Ferner ist sein «Handbuch der Botanik» (Mosk. 1849) zu nennen. Eine Gesamtausgabe von D.s belletristischen Werken erschien 1860–61 zu Petersburg in 8 Bänden.

Dahlak (Dahalak), bei den Arabern Salegh, jetzt Italien gehöriger Archipel im Roten Meere, ziemlich nahe der Küste Abessiniens, zwischen 15°25' und 16°36' nördl. Br., ist Mittelpunkt der Fischerei, besteht aus gegen 100 Klippen und niedrigen Eilanden aus zerklüftetem Madreporenkalk, mit gutem Klima, reichlichem Trinkwasser und etwa 1500 E. Ständig bewohnt sind nur drei Inseln, darunter die buchtenreiche Hauptinsel Dahlak el-Kebir ↔ oder Groß-Dahlak (52 km lang, 30 km breit) gegenüber der Hafenstadt Massaua. Sie hat 12 Dörfer, deren Einwohner vom abessin. Küstenland Samhar stammen und das Massauanische sprechen, Fischfang, Perlenfischerei (der Perlenmarkt wird zu Tömöllö an der Ostseite gehalten), Kamel-, Vieh- und Hühnerzucht sowie Handel mit Schildkröten und Schwämmen treiben. Die Insel, einst stark bevölkert, ist berühmt durch die hier gefundene Adulitanische Inschrift (s. Adule) und war zur Römerzeit Mittelpunkt der Fischerei und des Perlenhandels im Roten Meere.

Dahlb., nach der lat. Benennung von naturhistor. Gegenständen, ist Abkürzung für Anders Gustav Dahlbom (s. d.).

Dahlberg, Erik, Graf, schwed. Ingenieur und Feldherr, geb. 1625 in Stockholm, folgte nach längern Reisen im Auslande Karl X. in den poln. und dän. Kriegen (1656-58) als Quartiermeister und Ingenieur, prüfte Febr. 1658 das Eis des Kleinen und Großen Belt und riet dem König zu jenem kühnen Zuge über die beiden Meerengen nach Seeland, der dem Krieg in dem Frieden von Roeskilde schnell ein Ende machte. Während der Regierung Karls XI. (1660–97) erhielt D. die höchste Leitung der Festungsbauten, baute die meisten Festungen um und gilt für einen der größten Meister dieser Kunst. Seit 1687 Generalmajor, wurde er 1693 rasch nacheinander königl. Rat, Feldmarschall und Generalgouverneur von Bremen-Verden. In derselben Stellung wurde er 1696 nach Livland versetzt und vereitelte durch seine Wachsamkeit 1700 den Versuch König Augusts des Starken von Polen, Riga zu überraschen. Nachdem er seinen Abschied genommen hatte, starb er 16. Jan. 1703 in Stockholm. D. war auch ein vorzüglicher Zeichner und hat die Zeichnungen und Risse für die «Geschichte Karls X." von Pufendorf ausgeführt, wie auch für die geogr.-histor. Beschreibung Schwedens, die während der Zeiten Karls XI. und Karls XII. vorbereitet wurde, von der aber nur die Kupfer unter dem Namen «Suecia antiqua et hodierna» (3 Bde., Stockholm 1693–1714) erschienen. – Vgl. Schlözer, Schwed. Biographien, Bd. 1 (Altona 1760).

Dahlbom, Anders Gustav, schwed. Entomolog, geb. 3. März 1806 zu Forssa in Ostgotland, besuchte die Universität zu Lund, wo er 1830 Docent der Naturgeschichte und 1843 Intendant des Entomologischen Museums wurde. Er starb daselbst 3. Mai 1859. Sein Hauptwerk ist: «Hymenoptera europaea praecipue borealia» (Bd. 1, Lund 1845; Bd. 2, Berl. 1854).

Dahlen. 1) Stadt mit Rittergut in der Amtshauptmannschaft Oschatz der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, 7 km von der preuß. Grenze, in 153 m Höhe, am Dahlener Wasser und an der Linie Leipzig-Riesa der Sächs. Staatsbahnen, hat (1890) 2976 (1389 männl., 1587 weibl.) E., darunter 18 Katholiken; Post mit Zweigstelle, Telegraph und Fernsprechverbindung mit Lampertswalde, Calbitz und Luppa, ein Untersteueramt, Sparkasse, Vorschußverein, landwirtschaftlichen Darlehnskassenverein; alte Marienkirche mit spätgot. Chor (1475), Sakramentshäuschen und holzgeschnitztem Altar, 1862 restauriert, ein 1750 vom Grafen Bünau erbautes Schloß, in dem Friedrich d. Gr. den Hubertusburger Frieden unterzeichnete, neues Rathaus (1889) in niederländ. Renaissance, Hospital, Armen- und Krankenhaus; Landwirtschaft, daneben Eisengieße-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 686.