Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

713
Damm (Stadt) - Dammastock
denen Stoffen erbaut werden kann. Entweder dienen
die D. dazu, Wege, Eisenbahnen oder Kanäle über
die Unebenheiten des Geländes hinwegzuleiten, oder
bei Grundbauten das Wasser von der Baustelle ab-
zuhalten (Fangdämme), oder um Anstauungen,
z.B. bei Teichen, zu erzeugen (St au dämme, s.d.);
ui letzterm Fall heißen sie auch Müh leudämme,
sofern die Aufstauung des Wassern für die besondern
Zwecke des Mühlenbetriebes erfolgt. D., die an
den Meeresküsten oder an Flußufern zum Schutz
vor Überschwemmungen angelegt werden, beißen
Deiche (s.d.). Als Sicherung gegen Schneever-
wehungen an straften und Eisenbahnen ordnet man
^chneedämme an. ImBefcstigungswesen spielen
D. eine wichtige Nolle als Brustwehren (s. d.).
Die D. werden meistens von Erde, seltener von Stei-
nen aufgeführt. Bei Morastboden wendet man
bäusig Faschinendämmc an, die entweder bloß
aus wechselnden Faschinenlagcn bestehen, oder aus
Schichten von Faschinen und Erde oder Steiuen
hergestellt werden. In holzreichen Gegenden findet
man an sumpfigen Waldstellen bäufig Knüppel-
dämme, die aus in der Richtung des Weges liegen-
den Langhölzern mit übergelegten Querhölzeru sich
aufbauen. - Die obere Begrenzungsfläche eines D.
heißt Krone, die Seitenflächen Böschung (s. d.),
der unterste Puukt Böschungsfuß. Die Neigung der
Böschungen richtet sich neben anderm nach dem
Material, aus dem der D. besteht. Bei Erodämmcn
wählt man etwa für je 1 in Höhe 1,5 in Anlage, bei
Steindämmen gestaltet sich dieses Verhältnis wie
1:1. Die D. müssen bei ihrer Anlegung, um
Rutschungen zu vermeiden, vor der schädlichen Ein-
wirtuug des Wassers gesichert werden' insbesondere
bedarf der Vöschungsfuß oft besondern Schutzes
durch Steinvorlagen, Pfahlwerte u. s. w. Für
Straßen und Eisenbahnen vermeidet man es, wo
thunlich, höhere D. zu schütten als 25-30 m.
Über diese Grenze hinaus empfiehlt sich schon die
Anlage von Thalbrücken (s. d.), welche übrigens in
manchen Fällen auch schon für geringere Höben
billiger als Erd- oder Steinschüttungen werden kön-
nen, weil hohe D., auf zu Nutschnngen geneigtem
Boden angelegt, gefährdet sind. Auf der Vergisch-
Märk.Vahn besteht ein D. von 37,05 in, in Bayern
ein solcher von 52,75 in Höhe. Der D. über das Kohl-
bachthal der Vayr. Staatsbahnlinie Plattling-Eisen-
stein hat eine Höhe von 45 in und einen Körper-
inhalt von 525 000 <^>in. (S. auch Eisenbabnbau.)
Damm. 1) Stadt in Brandenburg, s. Ncu-
Tamm. - 2) Stadt in Pommern, s. Alt-Damm. -
3) Dorf im Bezirksamt Asckasfenburg des bayr.
Reg.-Vez. Nnterfranken, unmittelbar an Aschaffcn-
durg anstoßend, an der Afchaff, bat (1890) 3061 E.,
eine schöne got. Kirche; Cigarren-, Buntpapier- und
Kunstwollefabrikation, zwei Mahl-, eine Schwer-
spat-, eine Lohmühle, ein Dampfsägewerk sowie eine
Mcßwerkzeugfabrik; bedeutendeu Obstbau. Der Ort
geborte bis 1825 zu Aschafsenburg.
Dammagruppe, Dammapatz, s. Dammastock.
D2.n1niI.rN ^vsemi>., Dammarfichte, Pflanzen-
gattung aus der Familie der Nadelhölzer (s. d.), Ab-
teilung der Araucarieen mit nur wenigen Arten, vor-
zugsweise auf den Inseln des Malaiischen Archipels,
in Australien und Neuseeland. Es sind hohe Bäume,
die reichlich Harz enthalten. Von den meisten Arten
wird dieses im großen gewonnen und kommt teils
als Dammarharz (s. d.), teils als Kauriharz
oderKaurikopal (s.Kopal) in den Handel. Das
erstere stammt hauptsächlich von der auf den Mo-
lukteu, Borneo, Java, Sumatra vorkommenden
ind. Dammarfichte (Pechdaum), v. 0ri6ntali3
Ivttmh.(s. Tafel: Gymnospermen II, Fig. 3), das
letztere dagegen von den in Neuseeland, resp. Neu-
ealedonieu einheimischen Arten I). auLtrÄliz.Don.
(Kaurifichte) und D. ovatk Mooi's.
Dammäraharz, schwarzes, s. (^nai-inin.
Dammarfichtc, s. OaininHi-a.
Tammarharz, Katzenaugcnharz, im Ma-
laiischen Dammar-Puti (Steinharz) genannt, das
Harz derDammarfichte(I)aininHra orikntHiis^mb.).
Dasselbe wird oft in so großer Menge ausgeschie-
den, daß es in bandbreiten und fußlangen Massen
gleichsam wie Eiszapfen vom Baume herabhängt.
Auck durch Einschnitte in den Stamm wird es zum
Ausfluß gebracht und nach dem Erhärten gesam-
melt. D. ist ein weißes bis gelbliches, sprödes und
leicht zerreiblickes Harz, löslich in Terpentinöl und
andern ätherischen und fetten Ölen, nur zum Teil
löslich in kaltem Alkohol und Äther. Sein spec.
Gewicht beträgt 1,03 bis 1,12. Bei 75" erweicht es,
bei 100° schmilzt es dickflüssig und wird bei 150"
dünnflüssig. In den Handel gelangt es in klumpen-
förmigeu Etückeu, stalaktitischeu Massen oder in
Tropfen von 1 bis 4 ein Durchmesser, verpackt in
Kisten von etwa 75 KZ. Hauptausfuhrplätze sind
Singapur und die Häfen des niederländ. Ostindiens,
welcke im Durchschnitt jährlich 10000 Doppelcentner
liefern. Die Haupteinfuhr kommt über Holland und
Hamburg. Das D. besteht aus einem in Alkohol
löslichen Harz (etwa 60 Proz.) und einem in Alkohol
unlöslichen Harz (etwa 40 Proz.). Denselben kann,
entgegen frühern Anschauungen, kein bestimmter
chem. Charakter zugesprochen werden. Der in Alko-
hol lösliche Teil hat dieZusammensctzung (^I^O^
ein Kohlenwasserstoff ist nicht darin enthalten und
nur 1 Proz. einer ^äure ((^" H^ (.).). D. verwendet
man vorwiegend zu Lacken (D ammarlack), welche
schnell trocknen, sehr stark glänzen und wegen ihrer
Farblosigkeit die zu überziehenden Farben in ihrer
Schönheit nicht beeinträchtigen. An Härte stehen
sie jedoch den Kopal- und Bernsteinlacken nach. -
über das Harz der austral. Dammar- oder Kauri-
fickte, das Kaurikopal, s. Kopal.
Dammarlack, Dammar-Puti (St ein harz),
s. Dammarbarz.
Dammartilt-en-Goele (spr. -täng ang göähl),
Hauptstadt des Kantons D. (192,15 ^n^ 23 Ge-
meinden, 9988 E.) im Arrondissement Meaur des
franz. Depart. Seine-et-Marne, 20 kni nordwestlich
von Meaur, zwischen Marne und Oise, an der Linie
Paris-Soissons der Franz. Nordbahn, hat (1891)
1651, als Gemeinde 1693 E., Post, Spitzenfabrika-
tion und Handel mit Wein und Getreide. Die im
10. Jahrh, errichtete und nach D. benannte Graf-
schaft gehörte nacheinander verschiedenen Häusern:
den Ebabannev, den Moutmorency und den Eondes.
Der Donjon des Schlosses war eins der merkwürdig-
sten histor. Monumente in der Umgegend von Paris.
Tammastock, der höchste Gipfel der gleichnami-
gen Gruppe der Verner Alpen (s. Westalpen), erhebt
sich auf der Grenze der schweiz. Kantone Uri und
Wallis als breite, im W. vergletscherte, nach O.
schroff und felsig abstürzende Kuppe zu 3630 in Höhe.
Am westl. AbHange breitet sich der Rhönegletscher
(s. d.) aus; die östl. Gneiswand taucht in den steil
zum Göschencuthal abfallenden Dammasirn. Der
schwierige Dammap aß (3500 m) verbindet die bei-