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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dampier-Insel - Dan (israel. Stamm)
sich von denselben und segelte 1683 mit dem Kapitän
Cook nach der Guineatüste, dann nm das Kap
Hoorn nach der Insel Inan Fernandez, den Gala-
pagos-Inseln und nach der Küste von Meriko
nnd eroberte 1685 an der Westküste von Mittel-
amerika mehrere Städte. Darauf segelte er nach
den Marianen, nach Mindanao und Manila,
machte später aus chines. Küstenfahrer Jagd, be-
suchte die Molukken und erreichte 4. Jan. 1688
die NordwestküsteAustraliens unter 16" 50' südl. Vr.
Dann steuerte er nach Sumatra hinüber. Der Ver-
wilderung seiner Genossen überdrüssig, trennte er
sich von ihnen mit 8 andern Gefährten auf den Niko-
baren und segelte von da in einem Kanoe nach Atschin
auf Sumatra hinüber, wo er als Kanonier in
Holland. Dienste trat. Er desertierte und be-
gann abenteuernd in Südasien herumzuziehen, trat
dann in engl. Dienste, besuchte Madras, Benkulen,
Tongting, Malaka und schiffte sich endlich heimlich
nach England ein, wo er 1691 ankam. Die Beschrei-
bung seiner fast unglaublichen Abenteuer in der
"^6^v v0^aA6 rounä t1,6 >v0rlcl" (3 Bde., Lond. 1697
-1707, mit Kupfern; deutsch von Kind, 4 Bde., Lpz.
1783) erregte ungemeines Aufsehen. Dem Grasen
von Orforo, Lord der Admiralität, vorgestellt, wurde
l'r nun beauftragt, eine Entdeckungsreise nach Austra-
lien zu machen. Am 26. Jan. 1699 segelte er ab, be-
rührte den Australkontinent zuerst an der steilen Küste
von Eendrachtsland unter 27° 38' südl. Vr., entdeckte
die Haifischbai und den Dampier-Archipel unter
21 und 20" südl. Br., segelte von da nach Timor und
entdeckte, in östl. Richtung vordringend, zwischen dem
16. Febr. und 25. April 1700, Neubritanmen, die
nach ihm genannte 89 kni breite Dampier - Straße
und eine Menge kleiner Inseln und Häfen an der
Nordwesttüste Neuguineas. Man verdankt idm die
erste Kenntnis jener sehr gefährlichen Meere und
manche von vielem Scharfsinn und guter Beobach-
tungsgabe zeugende Nachrichten über die natürliche
Beschaffenheit der genannten Länder und die Luft-
strömungen. (Vgl. seinen Discoui-ße c>t' ^viuäs, di-66"
568, 8t0rm8, ticl68 anä cni-i-6nt8.) Auf der Rückkehr
nach Europa erlitt er bei der Insel Aseension Schiff-
bruch und kam 1701 nach London. D. unternahm,
nachdem er 1705 ein Schiff in der Südsee befehligt
batte,1708-11 wieder als gewöhnlicherSteuermann
Reisen und begleitete Woodes Roger auf seiner Reise
um die Erde. Er starb im März 1715 in London.
Eine von R. Brown aufgestellte Pflanzengattung,
vaini)ieia, sowie der genannte Archipel, die Dam-
pier-Insel an der Nordostlüste von Neuguinea,
die Dampier-^traße und die Halbinsel Dampier-
Land erhalten sein Andenken.
Dampier-Insel (spr. dämmpihr, Kar-Kar),
dedeutendc Insel vor der Küste von Kaiser-Wilhelms-
Land, gegenüber dem Kap (5roisilles.
Dampier-Land (spr. dämmpihr), eine an der
Nordwestküste Australiens, zwischen 16" 25^ und 18"
südl. Br. neben King-Sund gelegene und mit dem
Kap Levcque endende Halbinsel.
Dampierre (spr. dangplähr), Auguste Henri
Marie Picot, Marquis von, franz. General, geb.
19. Aug. 1756 zu Paris, wurde Lieutenant bei der
tönigl. Garde, ging dann heimlich zur Belagerung
von Gibraltar, wurde aber auf Veranlassung seiner
Familie zurückgebracht. Darauf bereiste er England
und Deutschland und lernte in Berlin die Einrich-
tungen des preuß. Heers kennen und schätzen.
Beim Ausbruch der Revolution wurde er Präsident
des Departements Aube, 1791 Adjutant Nocham-
deaus und bald darauf Oberst des 5. Dragonerregi-
ments. Nach der Kanonade von Valmy (20. Sept.
l.792) wurde D. zum Divisionsgeneral ernannt und
trug durch die Energie, mit der er bei Iemappes
i6. Nov. 1792) die Verschanzungcn der Österreicher
angriff, wesentlich zum Siege der franz. Truppen
bei. Bei Neerwinden (18. März 1793) befehligte er
befehl und griff 8. Mai 1793 zum Entsatz der ^tadt
Conde' die stärkern Österreicher an, wovei ihm durch
eine Kanonenkugel der rechte Schenkel weggerissen
wurde; er starb am folgenden Tage.
Dampierre (fpr. dangplähr), Henri Duval,
Graf, österr. General, geb. 1580 im Bistum Metz,
trat jung in das kaiferl. Heer, focht als Oberst unter
General Basta gegen die Türken, schlug 1604 Beth-
len Gabor an der Temes, wurde aber durch Stephan
Bocskay aus Siebenbürgen vertrieben. 1605 mußte
D. nach hartnäckiger Verteidigung Gran den Türken
übergeben. Nach dem Frieden kämpfte er gegen die
Venetianer und führte, als 1618 die böhm. Unruhen
ausbrachen, ein kaiserl. Korps nach Böhmen. D.s
Kürassiere befreiten damals den in seiner Hofburg
durch die prot. Stände schwer bedrängten Kaiser
Ferdinand II. D. wandte sieb hierauf nach Mäb-
ren, dann mit 10000 Mann kaiserl. Truppen nack
Ungarn; dort schlug er eine Heeresabteilung Betb-
len Gabors und fiel bald darauf, 9. Okt. 1620, beim
Sturme auf das feste Schloß Preßburg. - Vgl. von
Ianko, Dampierre lWien 1876).
Dampier-Straße (spr.dämmyihv), dveMceres-
straße, welche Neupommern vom Festlande Neu-
guinea, speciell von der Ruk-Insel trennt. Auck
die zwischen der Nordwestspitze von Neuguinea und
den Papua-Inseln hindurckführende Straße heißt D.
Damrofch, Leopold, Musiker, geb. 22. Okt. 1832
zu Posen, studierte Medizin, widmete sich dann der
Musik, kam als Violinvirtuose zu Liszt nach Weimar
und wurde dort einer der eifrigsten Jünger der
neuen Richtung (Wagner, Berlioz, Liszt). Seit
1858 wirkte er als Dirigent in Breslau, bis er
1871 als Dirigent des Männergesangvereins Arion
nach Neuyork ging, wo er 1873 einen neuen Orato-
rienverein und 1878 einen Symphonieverein in>5
Leben rief, als Violinspieler, Gesanglehrer und
Schriftsteller eine vielseitige Wirksamkeit entfaltete
und 16. Febr. 1885 starb. Er hat Violinstücke, Lieder
und einige Werke größern Umfangs veröffentlicht.
- Seine Witwe Helene D., geborene von Heim-
durg, ist eine ausgezeichnete Liedersängerin.
Damsterdiep, s. Appingadam.
Damwild, s. Damhirsch.
Dan, Dhan (Korn), kleines Gold-, Silber-,
Münz- und Edelsteingewicht in der brit.-ostind. Pro-
vinz Vengalen, ^"4 des Tola ^ ^32 oder 0,4,1575
engl. Troygrän ^ 3,03745 cZ.
Dan, israel. Stamm, nach der Sage abstam-
mend von einem Sohne Jakobs von der Bilha, der
Magd Rahels, d. h. Iosephsstamm zweiten Rangen.
Da der Stamm am Westabhange des Gebirges feste
Wohnsitze gegen die Kanaaniter nicht gewinnen
tonnte, zogen 600 Daniten nordwärts, eroberten
die kanaanitische Stadt Lais an den Quellen deö
Jordan und nannten sie nach ihrem Namen. Sie
stellten dort das dem Ephraimiten Micha geraubte
Gottesbild auf, das die priesterliche Familie des