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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dandyfieber - Dänemark (Küsten und Oberflächengestaltung)

neuerer Zeit ist dafür in England das Wort Swell in Aufnahme gekommen.

Dandyfieber (spr. dänndi-), s. Denguefieber.

Dandyloom (engl., spr. dänndiluhm), Webstuhl, s. Weberei.

Dandywalze (spr. dänndi-), eine mit Drahtgewebe überzogene Musterwalze, welche in der Papiermaschine zum Einpressen der Wasserzeichen in das noch feuchte Papier dient.

Danĕbrog (von Brog, "Fahne"), das dän. Reichsbanner.

Danĕbrogmänner, s. Danebrogorden.

Danĕbrogorden, dän. Orden, gestiftet von Christian V. 12. Okt. 1671. Die Statuten des Ordens vom 1. Dez. 1693 wurden von Friedrich VI. 28. Juni 1808 erweitert, und die Mitglieder des Ordens in vier Klassen geteilt: 1) Großcommandeure, 2) Großkreuze, 3) Commandeure, 4) Ritter. Am 21. Febr. 1842 wurden die vier Klassen auf drei beschränkt, indem die erste und zweite zur ersten Klasse gerechnet wurden. Durch Reskript vom 21. März 1864 ward die Klasse der Commandeure in zwei Grade geteilt, mit oder ohne Brustkreuz. Das Ordenszeichen ist ein längliches goldenes Kreuz, weist emailliert mit roten Rändern und goldener Einfassung. Auf dem Avers des Kreuzes stellt in der Mitte ein W (Waldemar) und verteilt auf den vier Armen 1219, 1671, 1693 und 1808; auf dem Revers "Gud og Kongen" (Gott und der König). Zwischen je zwei Armen eine goldene Krone. Das Band ist weiß mit schmalem roten Rand. Das Kreuz vierter Klasse wird als Ehrenzeichen in Silber auch an solche vergeben, die sich nicht zur Aufnahme in den eigentlichen Orden eignen. Diese heißen nach dem Erlaß vom 28. Jan. 1809 Danebrogmänner und bilden eine fünfte Klasse des Ordens. (S. Tafel: Die wichtigsten Orden I, Fig. 20.) - Vgl. Werlauff, Om Danebrog og Danebrogsorden (Kopenh. 1872).

Danehof, im Mittelalter die dän. Ständeversammlungen, die seit 1282 jährlich gehalten wurden. Im spätern Mittelalter wurden sie von den Herrentagen abgelöst, zu denen nur die zwei obern Stände erschienen.

Danei, Paolo, der Stifter des Ordens der Passionisten, s. Passion.

Dänemark, dän. Danmark, das kleinste unter den drei nordischen (skandinavischen) Reichen, zerfällt in das Hauptland, das eigentliche Königreich D., und in die Nebenländer. Das Hauptland umfaßt die Halbinsel Jütland, die Inselgruppen, zwischen Kattegat und Ostsee, Jütland und Schonen und die Insel Bornholm, zusammen mit einem Flächeninhalt von 38318,8 qkm. Nebenländer sind: 1) die Färöer (s. d.) mit 1333 qkm; 2) Island (s. d.) mit 104785 qkm; 3) Grönland (s. d.), wo sich in den gletscherfreien Gebieten längs der Westküste bis zu 73° nördl. Br. hinauf eine Anzahl Niederlassungen findet, zusammen mit 88100 qkm; 4) die drei westind. Inseln St. Croix (218,33 qkm), St. Thomas (86,17 qkm) und St. Jean (54,4 qkm). Die ganze Monarchie hat somit einen Gesamtflächenraum von 232896,7 qkm. (Hierzu eine Karte: Dänemark und Südschweden.)

Küsten und Oberflächengestaltung. Das Hauptland breitet sich zwischen 54° 34' (Gjedserodde, Südspitze von Falster) und 57° 45' (Skagen, Nordspitze von Jütland) nördl. Br. und zwischen 8° 5' (Blaavandshuk an der Westküste von Jütland) und 15° 10' (Ertholmene bei Bornholm) östl. L. von Greenwich aus und gehört, mit Ausnahme von Bornholm, dem nordgeman. Tiefland an. Die Hauptmasse des der Cimbrischen Halbinsel östlich anliegenden Archipels gliedert sich (von dem geologisch der Skandinavischen Halbinsel sich anschließenden Bornholm abgesehen) in zwei Gruppen, eine östliche mit Seeland, Möen und dem südlich vorliegenden Inselpaare Laaland und Falster und eine westliche, welche aus Fünen mit den kleinern Eilanden Taasinge, Langeland und Aerö besteht. Samsö wird zu Seeland, Anholt und Laesö hingegen zu Jütland (s. d.), dem kontinentalen Teile D.s, gerechnet. Die trennenden Meeresstraßen sind der Sund gegen Schweden, der Große und der Kleine Belt. Wie die größern Inseln, insbesondere Seeland, sich in ihren nördl. Teilen mehr oder minder tief zerbuchtet zeigen (Isefjord auf Seeland, Odensefjord auf Fünen), so wird auch die Ostküste Jütlands durch eine Reihe tief eingreifender Fjorde zerschnitten, sodaß kein Ort des Staates mehr als 60 km von der Küste entfernt liegt. Die bedeutendsten Einschnitte sind die Fjorde von Kolding, Veile, Horsens, Randers und Mariager (33 km); der nördlichste und tiefste von allen, der Limfjord (s. d.), schneidet seit seinem Durchbruche nach der Nordsee (1825) die Nordspitze des jütischen Festlandes inselartig ab. Die Nordseeküste Jütlands, durch Dünen gegen das Andringen des Meers geschützt, besitzt weder eigentliche Fjorde noch nördlich von Esbjerg Häfen. Auf der 338 km langen Strecke vom Skagen bis zum Blaavandshuk gelangt man nur mittels zweier Einfahrten, des Thyborönkanals (zum Limfjord) und des Nymindegab (zum Ringkjöbingfjord) durch den Dünensaum in haffartige Salzwasserbecken. Im S. des Blaavandshuk zeigt jedoch die jütische Küste dieselbe Zerstörung und Wattenbildung, die der sich südwärts anschließenden Westküste Schleswig-Holsteins eigen ist. Ungünstig ist die geringe Tiefe vieler Buchten.

Die Oberfläche ist ziemlich einförmig gestaltet. Eine Erhebung von 30 m des zum größten Teil wellenförmigen Bodens erscheint schon als ansehnliche Höhe. 90 m werden noch öfters erreicht; die höchsten Punkte bilden der Gyldenlöves Höj (126 m) im Amte Sorö auf Seeland; im östl. Teil von Möen der Kongsbjerg (142 m) und der Aborrebjerg (141 m). Die Insel Falster ist flach; nur im N. erhebt sich der Bavnehöj zu 43,5 m. Laaland erreicht kaum 30 m Höhe. Auf Fünen liegt das höhere Land im W. und S., wo sich der Fröbjerg zu 131 m, der Trebjerg zu 128 m erheben. Langeland besteht aus einer Reihe abgesonderter Hügel, unter denen der 46 m hohe Skövlebjerg der höchste. Auf der Halbinsel Jütland sind die Unebenheiten bedeutender; die Hügel hängen mehr zusammen, die Thalstriche sind länger. Dies zeigt sich besonders in dem vom Limfjord südwärts herab (auch durch Schleswig-Holstein bis zur Elbe) laufenden Landrücken, der Jütland in eine westl. und östl. Abdachung scheidet, von denen die erste die ausgedehntere ist. Von diesem Landrücken zweigen eine Menge Seitenäste ab. Einem solchen Seitenaste gehört der höchste Gipfel D.s an, der Eiers-Bavnehöj mit 172 m. Der jütische Landrücken bildet zugleich die Wasserscheide zwischen Kattegat und Nordsee. Dem Kattegat flieht bei Randers die 150 km lange Guden-Aa, der bedeutendste aller dän. Flüsse, zu. In die Nordsee mündet die Ribe-Aa, die Konge-Aa oder Königsau, die 68 km lange Varde-Aa, die 75 km lange Lönborg-Aa oder Skjern-Aa und die 83 km lange Stor-Aa. Die Slive-Aa (60 km) wendet sich zum