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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Dante-Gesellschaften; Dante da Majano; Danti; Dantier; Danton

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Dante da Majano - Danton

Vellutello (Vened. 1544 u. ö.), Daniello (ebd. 1568) und Castelvetro (hg. von Franciosi, Modena 1886). - Im 17. Jahrh, sind keine Dante-Kommentare geschrieben worden. - Aus dem 18. Jahrh.: Volpi (Padua 1726 u. ö.), Venturi (Lucca 1732 u. ö.) und Lombardi (Rom 1791, 3 Bde., seither etwa 20mal abgedruckt). - Aus dem 19. Jahrh, sind aus der großen Zahl zu nennen: Biagioli (3 Bde., Par. 1818-19 u. ö.), Cesari (3 Bde., Verona 1824-26), Costa (3 Bde., Bologna 1819 u. ö.), Tommaseo (3 Bde., Vened. 1837 u. ö.), Brunone Bianchi (Flor. 1854; 9. Aufl. 1886), Fraticelli (ebd. 1852 u. ö.), Andreoli (Neap. 1856 u. ö.), Camerini (Mail. 1868-69 u. ö.), Scartazzini (4 Bde., Lpz. 1874-90; in kürzerer Fassung Mail. 1893; 2. Aufl. 1894), Lubin (Padua 1881), Campi (3 Bde., Turin 1888-89). Im Dienste einer streng kath. Richtung: Bennassuti (3 Bde., Verona 1864-68), Cornoldi (Rom 1887) und neuerdings Berthier (Freiburg in der Schweiz 1892 u. fg., auf 3 reich illustrierte Bände in 4°. berechnet). Unter den deutschen Kommentatoren ragen Philalethes, Witte, Kopisch-Paur besonders hervor. Wörterbücher zur Divina Commedia von Blanc (Lpz. 1852), Bocci (Tur. 1873) und Poletto (7 Bde., Siena 1885-87). Eine sehr brauchbare Konkordanz der Divina Commedia von Fay (Cambridge 1888). Zur Orientierung über das gesamte Gebiet: Scartazzini, Dante-Handbuch (Lpz. 1892).

Dante-Zeitschriften. "L'Alighieri" (4 Bde., Verona und Vened. 1889-92); "Rivista critica e bibliografica della letteratura Dantesca" (hg. von Passerini, Rom 1893; bald wieder eingegangen); "Giornale Dantesco" (in Monatsheften; Venedig, seit 1893).

Dante da Majano, ital. Dichter in der zweiten Hälfte des 13. Jahrh. aus Majano bei Florenz, war in seiner Lyrik einer der sklavischsten Nachahmer der Provençalen, dichtete auch zwei provençalische Sonette, verspottete in roher Weise mit einem Sonette seinen Namensvetter D. Alighieri, als dieser sein erstes Gedicht veröffentlichte. Neuerlich hat Borgognoni die Existenz dieses Dichters gänzlich ableugnen wollen in "D. d. M." (Rouen 1882), ihm erwiderte Novati, "D. d. M. ed A. Borgognoni" (Ancona 1883), worauf Borgognoni entgegnete: "La questione maianesca (Città di Castello 1889). Gedichte von D. d. M. stehen in Nanuccis "Manuale della letteratura Italiana del primo secolo" (4. Ausg., Flor. 1883).

Dante-Gesellschaften, Vereine von Gelehrten und Gebildeten, die sich zum Zweck setzen, die Kenntnis von Dantes Werken zu verbreiten. Es bestehen gegenwärtig ihrer vier: I. Die deutsche Dante-Gesellschaft, gegründet 1865 durch Karl Witte, L. G. Blanc, Ed. Böhmer u. a., stand unter dem Protektorat des Königs Johann von Sachsen und zählte zu ihren Mitgliedern alle namhaften Dante-Forscher deutscher Zunge. Von ihrem Organ, dem "Jahrbuch der deutschen Dante-Gesellschaft", sind vier stattliche Bände erschienen (Lpz. 1867-77); auch hat sie eine ansehnliche Dante-Bibliothek gegründet. Nach des Königs Johann und Wittes Tode trat ein Stillstand ein; doch ward sie nicht aufgelöst und gegenwärtig wird an deren Neubelebung und Reorganisation eifrig gearbeitet. - II. Die Dante-Society in Cambridge, Mass., begründet 1880, hauptsächlich auf Anregung des amerik. Dichters und Dante-Übersetzers Longfellow, zählt gegenwärtig 61 aktive und 5 Ehrenmitglieder und hat die unzweifelhaft reichhaltigste Dante-Bibliothek außerhalb Italien in kurzer Zeit zusammengebracht (vgl. Lane, The Dante collections in the Harvard College, Cambridge 1890). Von ihrem Organ, dem Annual report of the Dante-Society sind seit 1882 12 Hefte erschienen, welche, außer der Dante-Bibliographie, beachtenswerte Arbeiten enthalten. Auch ist ihr u. a. die Veröffentlichung der wichtigen Concordance of the Divina Commedia von ihrem Mitgliede E. A. Fay (Cambridge 1888) zu verdanken. - III. Die Società Dantesca italiana (ital. Dante-Gesellschaft), gegründet 1888 zu Florenz unter dem Protektorate des Königs Umberto I., zählt über 200 Mitglieder und setzt sich zum Hauptzwecke, kritische Ausgaben von Dantes Werken zu veranstalten. Von ihrem Organ, dem "Bullettino della Società Dantesca italiana" sind bereits 13 Hefte erschienen, wegen der bibliogr. Mitteilungen wertvoll. - IV. Die American Dante-Society in Neuyork, gegründet 1890 zu dem Zwecke, die Dante-Studien nach allen Seiten zu fördern, eine Dante-Bibliothek zu gründen, Vorlesungen über Dante zu veranstalten u. s. w. Sie zählt gegenwärtig über 300 Mitglieder, welche einen Jahresbeitrag von 10 Doll. entrichten, sodaß sie schon jetzt die reichste Dante-Gesellschaft sein dürfte. Von ihrem Organ, dem "Year book of the American Dante-Society" ist 1892 das erste Bändchen erschienen.

Danti, Vincenzo, ital. Bildhauer, gest. 24. Mai 1576, war 1520-76 in Florenz thätig und gehört bereits dem Übergange der großen toscan. Kunst zum Barock an. Sein bestes Werk ist die Bronzegruppe der Enthauptung Johannes des Täufers (1571) am Baptisterium zu Florenz. Vor dem Dom, auf der Piazza Danti in Perugia, befindet sich von ihm die Bronzestatue des Papstes Julius III. (1556); anderes im Museo nazionale zu Florenz.

Dantier (spr. dangtieh), Henri Alphonse, franz. Schriftsteller, geb. 1810 zu Noyon, hat sich durch mehrere Geschichtswerke, wozu er zum Teil die Materialien auf mehrern im Auftrage der Regierung unternommenen wissenschaftlichen Reisen nach Italien, Deutschland und England sammelte, einen Namen gemacht. Hervorzuheben sind: "Coup d'œil sur l'art chrétien au moyen-âge" (Par. 1844), "Histoire du moyen-âge" (ebd. 1852), "Études sur les bénédictins" (2 Bde., ebd. 1864), "Les monastères Bénédictins d'Italie" (2 Bde., ebd. 1866; 2. Aufl. 1867), "L'Italie, études historiques" (2 Bde., 1. und 2. Aufl., ebd. 1874), "Les femmes dans la société chrétienne" (2 Bde., ebd. 1878).

Danton (spr. dangtóng), Georges, franz. Revolutionär, geb. 28. Okt. 1759 zu Arcis-sur-Aube (Champagne), lebte beim Ausbruch der Revolution in Paris als Advokat in zerrütteten Verhältnissen. Seine revolutionären Reden im Café Royal und in den Sektionen machten ihn schnell zum Führer der untern Volksmassen, sodaß ihn schon der Herzog von Orléans und dann Mirabeau zu fesseln und zu benutzen trachteten. Zum Präsidenten des Distrikts der Cordeliers erwählt, klagte er 10. Nov. 1790 die Minister in der Nationalversammlung an und stiftete mit Desmoulins, Fabre d'Eglantine und Marat, nach dem Vorbilde der Jakobiner, den Klub der Cordeliers, der damals die Radikalsten der Radikalen umschloß. Hier war der energische Mann mit der durchdringenden Stimme und einer ergreifenden Beredsamkeit seines Erfolges sicher. Am 17. Juli 1791 rief er das Volk auf das Marsfeld, um eine