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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Daschkowka; Dascht; Dase; Dasein; Dasent; Daserah; Dash; Dasjespiß; Dassel; Dasselbeulen; Dasselfliegen; Dassen

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Daschkowka - Dassen

ditionen, Sendungen junger Russen ins Ausland. 1793 wurde sie aufs neue vom Hofe entfernt und mußte unter Kaiser Paul sogar einige Zeit in die Verbannung auf eins ihrer Dörfer gehen. Sie starb 16. Jan. 1810 zu Moskau. Ihre «Memoiren» erschienen zuerst englisch: «Memoirs. Edited from the originals, by Mrs. W. Bradford» (2 Bde., Lond. 1840), wurden dann ins Russische (1859, mit Vorwort von Al. Herzen, neueste Ausg., Lpz. 1876), Deutsche (2 Bde., Hamb. 1857) und Französische (von A. des Essarts, 4 Bde., Par. 1859) übersetzt; das franz. Original wurde im «Archiv Knjaza Voroncova» herausgegeben.–Vgl. Ilowajskij, K. R.Daschkowa (russisch); Engelmann, Die Fürstin D. (in der «Baltischen Monatsschrift», Bd. 35, 1. und 2. Heft).

Daschkowka, Flecken im Kreis Alt-Bychow des russ. Gouvernements Mohilew, 31 km nördlich von Alt-Bychow, unweit des Dnjeprs, an einem See, hat 550 E. Hier siegten 10. Juli 1812 die Russen unter Rajewskij über die Franzosen unter Davoust.

Dascht, Fluß in Beludschistan, s. Descht.

Dase, Joh. Martin Zacharias, Rechenkünstler, geb. 23. Juni 1824 in Hamburg, besuchte schon mit 2½ Jahren die Schule und trat 15jährig öffentlich als Rechenkünstler auf. Er bereiste 1844‒45 alle größern Städte Deutschlands, wo er durch seine schnelle und sichere Berechnung der größten Zahlenaufgaben Bewunderung erregte. D. war von 1853 an einige Jahre im preuß. Finanzministerium beschäftigt. Er starb. 11. Sept. 1861 in Hamburg.

Dasein, der Ausdruck dafür, daß etwas ist, in der Philosophie meist dem Wesen (s. d.), dem Ausdruck dessen, was eine Sache ist, gegenüberstehend; das Wort Sein (s. d.) kann beides bezeichnen. Wenn Kant behauptet, das D. sei kein Prädikat, so will er sagen, es sei nicht eine Wesensbestimmung, oder es komme keinem Dinge, dem bloßen Begriff zufolge, unter dem wir es denken, zu, zu existieren; eine Bemerkung, die ihre Anwendung findet in seiner Kritik des sog. ontologischen Beweises für das D. Gottes. Es ist nach Kant unzulässig, das D. von vornherein in den Begriff einer Sache aufzunehmen. – Über D. als Kategorie, s. Wirklichkeit.

Dasent (spr. dehs'nt), Sir George, eigentlich Webbe, engl. Schriftsteller und Kenner der nordischen Litteratur, geb. 1820 auf St. Vincent. Im Kings College in London und in Oxford ausgebildet, wurde er 1852 an die Barre des Middle Temple berufen, beschäftigte sich jedoch vorzugsweise mit gelehrten, besonders nordischen Studien. Als Schriftsteller lieferte er zuerst «Translation of the prose or younger Edda» (Stockh. 1842), dann 1845 «Theophilus Eutychianus, from the original Greek, in Icelandic, Low-German and other languages», eine polyglotte Erzählung der Legende vom Bischof Theophilus; «The Norsemen in Iceland» (1858, in den «Oxford Essays»); von Asbjörnsen (s. d.) übersetzte er «Popular tales from the Norse, with an introductory essay on the origin and diffusion of popular tales» (1859); «Tales from the Fjeld» (1873); aus dem Isländischen «The story of Burnt Njal» (2 Bde., 1861) und «The story of Gisli, the outlaw» (1866); «'The Vikings of the Baltic, a tale of the North from the 10<sup>th</sup> century» (3 Bde., 1875). Außerdem erschienen von D. die ansprechenden Romane: «Annals of an eventful life» (3 Bde., 5. Aufl. 1870), «Three to one, or some passages of the life of Amicia, Lady Sweet-apple» (3 Bde., 1872) und «Half a life» (3 Bde., 1874). Verstreute Essays sammelte er als «Jest and Earnest» (2 Bde., 1873). Daneben war D. längere Zeit litterar. Redacteur der «Times» und seit 1870 Mitglied der Regierungskommission für Beamtenprüfungen; 1876 erhielt er die Ritterwürde.

Daserah, s. Durgā.

Dash (spr. daß oder dasch), Gräfin, eigentlich Gabrielle Anne de Cisternes de Coutiras, Marquise de Saint Mars, franz. Romanschriftstellerin, geb. 2. Aug. 1804 zu Poitiers, verheiratete sich jung und trat erst als Schriftstellerin auf, als der Verlust ihres Vermögens sie dazu zwang. In manchem Jahre erschienen fünf bis sechs große Romane von ihr. Sie behandelte mit Vorliebe galante Verhältnisse und Liebesintriguen aus den höchsten Kreisen, nicht ohne Anmut, aber mit recht unweiblicher Offenherzigkeit. Sie starb 11. Sept. 1872 in Paris. Von ihren Romanen sind am bekanntesten: «Le jeu de la reine» (1839), «Madame de la Sablière» (1840), «La Marquise de Parabère» (2 Bde., 1842), «Les bals masqués» (2 Bde., 1842), «Le château Pinon» (2 Bde., 1843), «Les châteaux en Afrique» (2 Bde., 1844), «Madame la Princesse de Conti» (2 Bde., 1846), «La belle aux yeux d'or'» (2 Bde., 1860), «Les galanteries de la cour de Louis ⅩⅤ» (4 Bde., 1861), «Le main du diable» (4 Bde., 1862), «Les dernières amours de Madame Du Barry» (1864), «Les soupers de la Régence» (1865), «La Bohême du ⅩⅦ<sup>e</sup> siècle» (1867), «Comment tombent les femmes» (1867), «Les aventures d'une jeune mariée» (1870) u.s.w.

Dasjespiß (holländ.) oder Hyraceum, ein Surrogat des Bibergeils, s. Biber (Bd. 2, S. 963 b).

Dassel, Stadt im Kreis Einbeck des preuß. Reg.-Bez. Hildesheim, 13 km im W. von Einbeck, in einem hübschen Thale am Solling, an der Ilme und an der Nebenlinie Salzderhelden-D. (Ilmebahn, 47,5 km) der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 1453 E., darunter 78 Katholiken, Post, Telegraph, kath. Hospital; mehrere Mühlen, Steinschleiferei und -Handel, Gerberei, Kalkbrennerei, Bierbrauerei, Landwirtschaft; in der Nähe eine Eisenhütte und das königl. Remontedepot Hunnesrück. Der Solling liefert Steinplatten in großer Menge. – D. war ein uralter Sitz sächs. Dynasten, von welchen die Grafen von D. (s. unten) abstammten. Die Kirche wird schon 1022 erwähnt: im 12. Jahrh. erhielt D. Stadtrechte, 1310 fiel die Grafschaft an Hildesheim.

Dassel, altes Grafengeschlecht, nach dem Städtchen Dassel (s. d.) bei Einbeck genannt. Berühmt ist Kaiser Friedrichs Ⅰ. Kanzler Rainald (s. d.) von D. – Adolf der Kühne, Graf von D., der in Abwesenheit des Grafen Adolf von Schauenburg dessen Land verwaltete, mußte 1189 nach Lübeck flüchten, als Heinrich der Löwe mit Waffengewalt in das Gebiet einbrach, erhielt aber freien Abzug, als Heinrich 10. Nov. auch diese Stadt einnahm, und sammelte nun ein Heer, mit dem er 1190 die Anhänger des Herzogs an der Trave schlug und dadurch Heinrich zum Frieden mit dem König nötigte. Mit Simon, Grafen von D., der D. an das Stift Hildesheim verkaufte, starb 1329 das Haus aus. – Vgl. Guthe, Die Lande Braunschweig und Hannover (Hann. 1867).

Dasselbeulen, s. Hautbremsen.

Dasselfliegen, s. Biesfliegen.

Dassen, kleine Felseninsel an der Westseite der brit. Kapkolonie, zwischen der Tafel- und der Saldanhabai, westlich vom Dassenberge. Den Namen hat D. nach den hier häufig vorkommenden, im Kaplande D. genannten Klippdachsen.