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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Decandrus - Decazes (Elie, Herzog)
zu Genf und studierte seit 1796 iu Paris namentlich
Botanik. Sein vortrefflicher "I^38ai 8nr 1e8 pio-
pi-ietes m0lIicHl68 ä68 Mnt<38" (Par. 1804; 2.3lufl.
1810; deutsch von Perleb mit Zusätzen, Aarau 1818)
zeugt von seinem erfolgreichen Streben, die Botanik
mit den Lehren der Physik und Chemie in Verbindnng
zu setzen. Er hielt 1804 am (^0l1c>F6 äe Trance seine
ersten botan. Vorlesungen. In demselben Jahre
veröffentlichte er anch die ersten Bände der "I^ioro
trau^3,i8o", die, ungeachtet Lamarcts Name auf dem
Titel stand, sein eigenes Werk war. Im Auftrage
der Negierung bereiste D. hierauf (1806-12) sämt-
liche Provinzen Frankreichs und Italien, um botan.
und agronom. Forschungen anzustellen, trat auch
1810 die ibm bereits 1807 übertragene Professur
an der Akademie zu Montpellier wirklich an, legte
sie aber infolge der Restauration wieder nieder und
wandte sich nach Genf zurück, wo der Staatsrat für
ihn eine eigene Professur gründete, die er 8. Nov.
1810 übernahm. Er starb' 9. Sept. 1841 in Genf.
D. erwarb sich um die Pflanzenkunde die größten
Verdienste. Namentlich trug er durch seine geistreiche
und eigentümliche Behandlung der Wissenschaft
wesentlich zur Verbreitung und innern Festigung
des sog. natürlichen Systems bei. Seine beiden
.Hauptwerke sind das nach einem zu weit ange-
legten Plane begonnene "Ile^ni v6F6wdi1i8 8v-
8t6inH nawrHi6"'<Bd. 1 u. 2, Par. 1818-21) und
der "I'l'0äl'0INU8 8X8t6Mllti8 NHturHÜ8 1'6^ni Vs>F6"
tHdi1i8" (Bd. 1-17, ebd. 1824-73, vom 8. Bde.
ab von seinem Sohne fortgeführt), eins der be-
deutendsten botan. Werke der neuern Zeit, welches
in etwas veränderter Form anch jetzt noch fort-
gefetzt wird, indem Monographien einzelner Pflan-
zenfamilien, von verschiedenen Botanikern verfaßt,
in beliebiger Reihenfolge herausgegeben werden
("^lonoFi'I^Iiiae plilmoroMMÄi-um. I'ioäroiui
nnnc continuatio 6t iniuc i-evi8io", Bd. 1, Par.
1878 fg.). Von D.s übrigen Werken sind noch her-
vorzuheben: "^iieorie elementare äe ladotlmisiue"
(Par. 1813; 3. Aufl., von Alphonse D., ebd. 1844),
welche Schrift eine Menge neuer Ansichten in Um-
lauf brachte und in mehrere Sprachen (ins Deutfche
von Sprengel, 2 Bde., Lpz. 1820) überfetzt wurde;
"OrFanoLrÄpliis vogewle" (2 Bde., Par. 1827),
"?1iv8i0ic"3ie veZewie" (3 Bde., ebd. 1832). D.
dinterließ neben andern Sammlungen ein wohlge-
ordnetes Herbarium von mehr als 70000 Pflanzen-
arten, welches an seinen Sohn Alphonse überging.
Alphonse Louis Pierre Pyrame D., der
Sohn des vorigen, geb. zu Paris' 28. Okt. 1806,
war eine Zeit lang ebenfalls Professor an der Aka-
demie zu Genf und hat sich befonders durch die
Fortsetzung des "?roäi'0iim8" seines Vaters, die
"Inti'oänctinn ^ I'etuäe äe 1li dotaniqne" (2 Bde.,
Par. 1835); deutsch von Bunge, 2. Aufl., Lpz. 1844)
und die"660^i'as)Iii6dotani^u6" (2 Bde., Par. 1855)
einen geachteten Namen erworben. Seine "I^oi8 äe
1a noinenci^tui-e Iiottuii^ue " (ebd. 1867; deutfch
Bas. 1868) wurde von dem Internationalen bota-
nischen Kongreß zu Paris im Aug. 1867 als all-
gemein gültig angenommen. Auch gab er außer
einer "I1i8wii'e (1e8 8cieiic68 et äe3 8Hvant8 ä6Mi8
äenx 3iec1e8" (Genf 1872) feines Vaters "Nein0ire3
et 80UV6IN1-8" (ebd. 1862) heraus. Seine Schrift:
"Oi-iZine ä08 pllrnte8 cli1tivoe8" (2. Aufl., Par.
1883) erfchien dentsch in der "Internationalen
wissenschaftlichen Bibliothek" (Lpz. 1884). Er starb
5. April 1393 in Genf.
Casimir Pyrame D., Sohn des vorigen, geb.
1836 zu Genf, widmete sich gleichfalls der Botanik;
er bearbeitete einige Familien im "I^oäroin^".
Von andern Schriften ist nocb eine zu erwähnen
über die Gefetze der Mattstellung: "'Ilieoi-ie äs
1'an^Ie niiiciuL en illiMotHxie" (Genf 1865).
DsoanÄrus oder dekandrifch (grch., "zehn-
männig") nennt man eine Blüte, die zehn Staubfäden
besitzt. Im Linneschcn System bezeichnet vecan-
äri^ die l 0. Klasse, zu welcher alle diejenigen Pflanzen
gehören, deren Blüten zehn freie, d. h. nicht mitein-
ander verwachsene Staubgesäße besitzen.
Decapieren, s. Dekapieren.
vVoNposH, Zehnfüsicr, die höchste Ordnung
der Krustcntiere (Krebse), aber auch eine Unter-
ordnung der Kopffüßer (s. d.).
De Castro, Giovanni, ital. Schriftsteller, geb.
1837 zu Padua, lebt seit früher Jugend in Mai-
land, war 1861-66 der bedeutendste Mitarbeiter
des "i^olitLonico", ward Professor an mehrern
höhern Schulen, znletzt an der königl. Akademie der
Künste in Mailand. Er schrieb: "H^o ^O8coi0"
(Mail. 1861), "II iidi-0 dei 80läato" (ebd. 1861),
i^1'Lmi)68t6 clsi CNOI'6" (ebd. 1869), "Ii'6 Fiova-
nili" (ebd. 1871), "1^3, moi'Hls äeli' o^ei'aio"
(Tur. 1873), "^rnoläo da üi'68cia 6 111 rivolu^ions
i'ornknH äei XII 8600ic>)> (Livorno 1875), "I^u.1-
vio I^zti e 1o corti ita.IiHN6 neiia ^i'im3. mst^ äei
XVII 8600I0" (Mail. 1875), "I popoli äeii'an-
tico Oriente" (2 Bde., ebd. 1878), "1.3. Lwri^
äelill, i)068ia popol^re mila.n636" (ebd. 1879), "Ni-
IllN0 e la. Kepuddlica. 0i3HlpinH Fiu3tH 1s 1)06316,
1e clrric^tui-6 ocl 3iti'6 t63tim0nian26 äsi tempi"
(ebd. 1879), "Nilano nei 1700, ^w8tll 1e 1)06816"
(ebd. 1888) u. a. - Vgl. G. Passano, I novoNieri
it^Iillni in i)i'08^ (Tur. 1879).
Decatur (spr. dekeht'r). 1) Hauptstadt des Countv
Maeon in Illinois, östlich von Springfielo, rechts
am Sangamon in fruchtbarer Gegend, bedeutender
Eisenbahnknotenpunkt mit (1890) 16 841 E., leb-
haftem Handel und verschiedenartiger Industrie. -
2) Stadt im Conntv Morgan im nördl. Teil von
Alabama, 40 kin westsüdwestlich von ßmntsville, ist
Eisenbahnknotenpunkt, hatte bis 1887: 15)00, 1890:
2765 E., Fabrikation von Maschinen, Eisenbahn-
wagen und Rädern, Eisen, Koks, Möbeln und Eis.
- 3) Hauptort des County Adams in Indiana,
südöstlich von Fort Wayne am Marys Niver, mit
3142 E., ist Eisenbahnknotenpunkt.
Decauvillefches Bahnsystem (spr. -kowil
schcs), s. Transportable Eisenbahnen.
Decazes (spr. -kahs'), Elie, Herzog, franz.
Staatsmann, geb. 28. Sept. 1780 zu Et. Martin
de Laye, Dcpart. Gironde, widmete sich der jurist.
Laufbahn und ließ sich zu Libourne als Advokat
nieder. Unter dem Konfulat ging er nach Paris,
wnrde Nichter am Seine-Gerichtshof, 1806 Nat am
kaiferl. Gerichtshof und noch in demselben Jahre vom
König von Holland, Ludwig Vonaparte, nach dem
Haag berufen, wo er das Vertrauen seines Herrn im
höchsten Grade erlangte. 1811 trat er in die Dienste
der Mutter des Kaisers und crbielt auch um dieselbe
Zeit eine Anstellung als Nat beim obersten Gerichts-
hofe des Ncichs. Nach dem Sturze Napoleons schloß
sich D. den Bonrbons an, übernahm nach der
Schlacht bei Watcrloo auf eigene Verantwortung im
Namen des Königs die Polizeipräfettur zu Paris
und hielt die Nuhe und Ordnung aufrecht. Dies
erwarb ihm die Gunst Ludwigs XVIII., der ihn