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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Declaratio sententiae - Decumatische Äcker
gliedern 28. Jan. 1689 in Westminster die Grund-
principien der engl. Verfassung aussprach, durch
deren Verletzung Jakob II. den Tbron verwirkte und
infolge deren Wilhelm von Oranien und seine Ge-
mahlin Maria zur Herrschaft berufen wurden.
Hauptsächlich beteiligt war bei der Abfassung der
nach herige Lordkanzler Somers. Später wurden
jene Sätze als Vili ol r^1it8 (s. d.) zu einer Parla-
mentsakte erhoben. Obwohl diese Bestimmungen
zum großen Teile schon in frühern Gesetzen, nament-
lich der I'stitwii of i'i^1it8, zu finden waren, so setzte
die D. o. r. sie doch auf einer neuen und unbestritte-
nen Basis fest und machte den sophistischen Inter-
pretationen der konigl. Prärogative ein Ende.
Voo1a.ra.tio S0nt0ntia.0 (lat.), im frühern ge-
meinen Civilprozeß die Erläuterung von Unklar-
heiten oder Zweideutigkeiten des Urteils durch das
erkennende Gericht, fei es auf Antrag einer Partei
oder von Amts wegen. Nach der Teutschen Civil-
prozeßordnung können Schreib-, und Nechnungs-
fehler und ähnliche offenbare Unrichtigkeiten im Ur-
teile vom Gericht jederzeit von Amts wegen berichtigt
werden, zu welchem Behuf es vorgängiger münd-
licher Verhandlung nicht bedarf. Ferner kann von
den Parteien die Berichtigung von sonstigen Un-
richtigkeiten, Auslassungen, Dunkelheiten und Wi-
dersprüchen des Urteilsthatbcstandes binnen einer
einwöchigen Frist, welche mit dem Tage des Aus-
hangs des betreffenden Urteilsverzeichnisses beginnt,
durch Zustellung eines den obigen Zweck darlegen-
den und die Ladung des Gegners zur mündlichen
Verhandlung enthaltenden Schriftsatzes beantragt
werden, worauf das Gericht unter Mitwirkung der-
jenigen Richter, welche bei dem zu berichtigenden
Urteile mitgewirkt haben, nach seiner Erinnerung,
ohne Zulassung einer Beweisaufnahme, entscheidet
(Civilprozeßordn. M. 290, 291: s. Urteilsberich-
tigung). Ist auf vorbezeichnete Weise die erforder-
liche Abhilfe nicht zu erlangen, so muß solche im
Nechtsmittelwege erstrebt werden.
Deeo..., Artikel, die man hier vermißt, sind
unter Deko... aufzusuchen.
Decomptieren (frz., spr. -kongt-), abrechnen,
abziehen; Decompte, Abzug, Abrechnung.
Deconing, Peter, s. Kon'inck, Peter de.
Decontenance (frz.,spr.-kongt'nängh), Verwir-
rung, Bestürzung.
Döcör (frz.), Ausschmückung, Verzierung.
De Eort, Frans, vläm. Dichter, s. Cort.
veooruin (lat.), Schicklichkeit, Anstand.
De Cofter, Charles Thöodore Henri, belg.
Schriftsteller, geb. 20. Aug. 1827 zu München, war
erst einige Zeit Beamter, studierte dann und bestand
1855 das Advokatenexamen. Er starb als Professor
der franz. Litteratur an der Kriegsschule zu Brüssel
7. Mai 1879 in Ixelles (Vorstadt von Brüssel).
Seine Hauptwerke sind: "Inendes Üaiuanä68"
(2. Aufl., Vrüss. 1861), "Oont68 w'Nwii50N8" (ebd.
1861) und "1,3. i6F6nä6 äe Id^i IIi6N8pi6A6i" (ebd.
1868). Letzteres Werk ist eine Epopöe in Prosa;
die Freuden und Leiden des Volks unter der Inqui-
sition in der Zeit Philipps II. und des Herzogs
Alba sind darin meisterhaft beschrieben.
Decoupieren (frz., fpr. -tup-), zerlegen, zer-
schneiden.
Decoupiersäge (spr. -kup"), s. Sägemaschinen.
Decouragieren (frz., spr.-kurasch-), entmuti-
gen; Decouragement (spr. -kurasch'mäng), Ent-
mutigung.
Vrockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl.. IV.
Decouvert (frz., spr. -kuwähr), Stückmangel.
^ ä600uv6rt (ungedeckt) verkaufen, s. Fixen.
Ein großes D. besteht, wenn am Ultimo die noch
nicht abgewickelten Engagements a. 1a, dai886 die
Verpflichtungen a. 1a 1iau886 bedeutend übersteigen.
Decr..., Artikel, die man hier vermißt, sind
unter Dckr... aufzusuchen.
V0ore800näo (spr. -kresche'ndo), s. Ors^näo.
vvorotorins (lat.), entscheidend, den Ausschlag
gebend; anini3 ä6cr6toriu8 und äis8 äscretormL,
f. Normaljahr.
veorstnin Vrati^ni, eine Sammlung sämt-
licher kirchenrechtlicher Quellen, welche der Mönch
Gratianus (s. d.) um das I. 1150 veranstaltete.
Das v. 6. enthält neben den Dekretalen (s. d.) bis
1139 auch alles ältere Kirchenrecht, besonders die
Vorschriften der Konzilien, und bildet den ersten
Teil des ^oi-pu8 ^nri8 oknoiiwi.
^>6t56n. oder i)6c<7?'5n., bei botan. Bezeichnungen
Abkürzung für Joseph Decaisne (s. d.).
Decsy (spr. dehtschi), Samuel, ungar. Schrift-
steller und Historiker, geb. 1775 zu Nima-Szombath,
studierte auf deutschen und Holland. Universitäten
Philosopbie und Medizin und redigierte dann
27 Jahre lang den "Na^ai- Xurir" ("Ungar.
Kurier"), die erste ungar. Zeitung, die in Wien
erschien. Er starb 25. Jan. 1816. Von seinen
histor. Werken sind nennenswert: "Osmanographia"
(3 Bde., Wien 1788; 2. Aufl. 1789), eine Beschrei-
bung der natürlichen, sittlichen, kirchlichen, bürger-
lichen und militär. Verhältnisse des türk. Reichs
und eine summarische Darstellung der Hauptkriege
der Türkei gegen Ungarn enthaltend, und "Geschichte
der heiligen ungar. Krone und der dazugehörigen
Gegenstände" (ebd. 1792), beide in ungar. Sprache.
Für die Jahre 1794, 1795 und 1796 veröffentlichte
D. auch die ersten ungar. Staatsschematismen u. d. T.
"Na^ar ^luiaiiaen" ("Ungar. Almanach").
V0otion8, Gattung der Laubheuschrecken (s. d.),
an den Vorderschienen mit vier Dornen, abgeflach-
ten, in der Mitte gekieltem Vorderrücken. Eine Art,
der Warzen beiß er (D. V6i-i'uciv0i'n8 2v.), ist in
Deutschland gemein. Das Männchen wird bis 36,
das Weibchen bis 42 mm lang, variiert sehr in der
Farbe, kommt maigrün, grüngrau, braungrün,
bräunlichrotgelb vor, mit mehr oder weniger deut-
lichen braunen Flecken. Die Unterflügel sind glasig,
der Hinterleib unten schön gelb. Den deutschen Namen
hat das Insekt daher, daß es gefangen in alles, was
man ibm vorhält, kräftig beißt und nicht losläßt.
An vielen Orten glaubt man, es vermöge Warzen
abzubeißen, in der Negel reißt man zwar seinen
Kopf ad, der an der Warze hängen bleibt, diese
selbst aber wird kaum abgebissen.
Decu..., Artikel, die man hier vermißt, sind
unter Dcku... aufzusuchen.
vvoubitus (lat.), s. Aufliegen.
Dsouilia.ua. (lat., zu ergänzen porta), s. (ÜÄLtra..
I>00ninä.iin3, s. Augurn und (^tra.
Decumatische Acker (lat.^i-i ä6ouniä.t63). Mit
diefem Namen, der auf der falschen Erklärung einer
Stelle des Tacitus in der "AeriliHnig." (in dem
Satze Kap. 29 "hui ä6cum3,t68 aFr08 exercsut"
ist ä6ouinat68 Nominativ, nicht Accusativ) beruht,
bezeichnet man das Dreieck zwischen Vindelicien
und dem Oberrhein, welches im 1. Jahrh. v. Chr.
von den Helvetiern geräumt, von den Römern an-
scheinend unter Domitian in Besitz genommen und
gegen die Abgade des Zehnten Einwanderern, na-
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