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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Denck; Dender; Dendĕra; Dendermonde; Dendrīten

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Denck - Dendriten

außerdem werden Eisen, Blei,Silber, etwas Kupfer, Schiefer- und Mühlsteine gewonnen. Daneben wird Fabrikation von Wollzeugen und Flanell, Handschuhen und Schuhen betrieben. Die Grafschaft schickt zwei, die Hauptstadt Ruthin (s. d.) mit Holt, Wrexham und D. einen dritten Abgeordneten in das Parlament. – 2) Stadt in der Grafschaft D., alte Municipalstadt und Parlamentsborough, im Thale des Clwyd am Abhange eines steilen Hügels, auf dem die Ruinen eines von Eduard Ⅰ. erbauten, von Elisabeth dem Grafen Leicester geschenkten Schlosses stehen, hat (1891) 6412 E., Reste zweier Kirchen, Irrenanstalt, Lateinschule, Handwerkerinstitut; Lederindustrie, Vieh- und Getreidehandel.

Denck, s. Denk, Hans.

Dender, Fluß in Belgien, entsteht bei Ath im Hennegau aus Ost- und Westdender. Der erstere, auch Cambron genannt, entspringt in 85 m Höhe und fließt über Lens; der zweite (Irchanvelz) entspringt in 60 m Höhe und berührt Leuze. Der D. berührt Lessines, Aelst in Ostflandern und geht bei Dendermonde (s. d.) in die Schelde. Er ist 105 km lang, 10‒20 m breit und von Aelst bis zur Mündung kanalisiert.

Dendĕra, Dorf in Oberägypten, eine Tagereise nördlich von Theben, am linken Ufer des Nils. In geringer Entfernung stromaufwärts liegen die Ruinen der alten Stadt Tentyris oder Tentyra, mit einem der besterhaltenen Tempel des Landes. In Tentyris, der Hauptstadt des nach ihr benannten Nomos, wurde vorzugsweise die Göttin Hathor (Aphrodite) verehrt. Ihr war der große Tempel geweiht (81,50 m lang und 43 m breit), welcher seit der franz. Expedition unter Bonaparte hauptsächlich durch die beiden Tierkreise berühmt wurde, die sich unter seinen Deckenbildern fanden. Der eine von ihnen, im Pronaos, ist in zwei Hemisphären von länglich-viereckiger Form geteilt; der andere, in Form einer Scheibe, befand sich an der Decke eines Zimmers im obern Stock und wurde 1820 von einem Franzosen ausgesägt und nach Paris geschafft. Das Interesse knüpfte sich vornehmlich an die griech. Zodiakalzeichen, die man hier den ägypt. Sternbildern eingereiht fand. Man glaubte eine Verschiebung dieser Zeichen gegen ihren jetzigen Stand zur Sonne zu bemerken, woraus einige Gelehrte auf ein ungeheures Alter dieser Kompositionen und des Tempels schließen wollten. Hierüber bildete sich in kurzer Zeit eine ganze Litteratur von Streitschriften, die aber durch die Entdeckungen Champollions längst völlig wertlos geworden sind. Letzterer las auf mehrern ägypt. Tempeln, namentlich auch in den hieroglyphischen Inschriften des Pronaos und der übrigen Teile des Tempels von D., die Namen der Kaiser Augustus, Tiberius, Claudius, Nero, Domitian u. a. Es ging daraus die späte Erbauung des Tempels unzweifelhaft hervor. Die Frage über die Zodiakaldarstellungen nahm seitdem eine erfolgreichere Richtung, an welcher sich besonders Letronne, Biot, A. W. von Schlegel, Ideler, in späterer Zeit Lepsius beteiligten. Der Bau des großen Hathortempels stammt aus uralter Zeit; er wurde von Ptolemäus ⅩⅢ. Neos Dionysos neu angelegt, wie die Krypten des Unterbaues lehren, und, mit Ausnahme der Vorhalle, ausgeführt und teilweise mit Darstellungen versehen unter der Regierung der Königin Kleopatra. Sie ist nebst ihrem Sohne Cäsarion auf der äußern Hinterwand des Tempels in 4 m hoher Gestalt abgebildet, und es erscheint wahrscheinlich, daß sich die Konstellation des runden Tierkreises sowie die Ausführung des ganzen Tempels auf die Geburt des Cäsarion (46 v. Chr.) bezog. Die Vorhalle des Tempels, welche den zweiten Tierkreis enthält, wurde nach der griech. Weihinschrift über dem Eingange unter dem Kaiser Tiberius zwischen 32 und 37 n. Chr. von den Bewohnern Tentyras errichtet. Die Wandskulpturen des hintern Tempels sind unter Kleopatra und Augustus, die des Pronaos unter Tiberius, Caligula, Claudius und Nero ausgeführt worden. (Vgl. Aug. Mariette, Dendérah, description générale du grand temple de cette ville, Par. 1880.) Strabo berichtet, daß hinter dem Tempel der Aphrodite der Tempel der Isis, dann die Typhonien sich befänden. Beide Tempel sind ebenfalls noch jetzt ziemlich wohl erhalten. (Das Kapitäl einer Säule zu D. zeigt Tafel: Ägyptische Kunst Ⅱ, Fig. 3.) Der erstere, sehr klein, steht hinter der Westecke des großen Tempels und ist den Göttinnen Isis und Hathor geweiht; er wurde unter Augustus gebaut und ausgeschmückt. Der zweite größere liegt nördlich vom großen Tempel der Hathor und ward unter Trajan errichtet. Einige Darstellungen wurden noch von Hadrian und Antoninus Pius hinzugefügt.

Dendermonde, franz. Termonde, Stadt und Festung in der belg. Provinz Ostflandern, rechts der Schelde, an beiden Seiten der hier einmündenden schiffbaren Dender (s. d.) und an den Linien Boom-D. (22 km), Aelst-Lokeren, Mecheln-Schellebelle und D.-Jette (28 km) der Belg. Staatsbahnen, sowie an der Privatbahn D.-Saint Nicolas (20 km), hat (1891) 9298 E., eine Liebfrauenkirche mit Bildern van Dycks, de Crayers und Teniers dem Ältern; Seifensiedereien, Baumwollweberei (namentlich Decken), Seilerei und Leinwandbleicherei.– Die Herrschaft D., anfangs reichsunmittelbar, wurde 1264 der Grafschaft Flandern einverleibt. Der Belagerung Ludwigs ⅩⅣ. (1667) widerstand die Stadt durch Öffnen der Schleusen. 1706 wurde sie von Marlboroughs Bruder, Churchill, belagert und eingenommen. Die Franzosen unter dem Marschall von Sachsen eroberten sie 1745, Joseph Ⅱ. ließ 1784 die Festungswerke schleifen, die jedoch 1823 wiederhergestellt wurden.

Dendrīten (vom grch. déndron, «Baum»), baum-, strauch- oder moosförmige zartverästelte Zeichnungen auf den Kluftflächen mancher Gesteine, die durch Ausscheidung gewisser Metalloxyde (meist derer des Mangans und Eisens) aus zufällig auf jenen Klüften eingedrungenen Lösungen entstanden sind und von Laien fälschlicherweise oft für organischen Ursprungs und zwar für Abdrücke von Pflanzen gehalten werden (s. vorstehende Abbildung). Am häu- ^[folgende Seite]

^[Abb. Dendriten]