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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Detachieren - Deterioration

Wasser zu lassen ermöglicht. Beim D. kommt es darauf an, das mit seiner Besatzung niedergehende Boot im Augenblick, wo es das Wasser berührt, gleichzeitig von seinen vordern und hintern Bootstaljen (d. h. Flaschenzügen), in denen es hängt, zu lösen, weil sonst bei Fahrt des Schiffs sehr leicht ein Kentern (d. h. Umschlagen) des Bootes eintreten kann.

Detachieren (frz., spr. -tasch-), von einem Ganzen einzelne Teile abzweigen.

Detachierte Forts (spr. -tasch-), Werke mit selbständiger Verteidigung, welche auf angemessene Entfernung vor einer Festung, einen Gürtel um dieselbe bildend, vorgeschoben sind, um den Angriff vom Kern der Festung fern zu halten, die Belagerung in die Länge zu ziehen und das Zustandekommen größerer Ausfälle sowie die Entwicklung einer größern Artilleriemasse seitens der Besatzung zu sichern. Man schiebt sie der großen Schußweite der jetzigen Geschütze halber jetzt auf 4‒5 km vor die Festung und legt sie 2‒3 km auseinander, sodaß sie sich gegenseitig wirksam unterstützen und das zwischen ihnen liegende Gelände beherrschen können.

Detachierte Strafkammer (spr. -tasch-), s. Strafkammer.

Detail (frz., spr. -táj), das Einzelne, die Einzelheiten, die einzelnen Teile eines größeren Ganzen, die genauern Umstände einer Sache, daher man mit dem Ausdrucke: ins D. gehen oder detaillieren die eingehende Erörterung von Einzelheiten bezeichnet. Dem Detailhandel, dem Handel im kleinen, ist in der Kaufmannssprache der Handel en gros entgegengesetzt, dem Detaillisten (Kleinhändler) der Grossist (s. En gros).

In der Kunst, besonders in der Baukunst, nennt man D. die Einzelform im Gegensatz zur konstruktiven Grundform. Während die erstere die Gesamtgestaltung des Kunstwerkes bestimmt, giebt diese ihm die Gliederung und Abteilung. Beide zusammen machen erst den vollendeten künstlerischen Entwurf aus. Das D.der Baukunst besteht einesteils in den Profilen der Gesimse, andererseits in der ornamentalen Ausschmückung. Kleines, zu zierliches D. giebt dem Bau einen unentschiedenen schwächlichen Charakter, großes, zu aufdringliches macht ihn schwer und überladen. Die richtige Mitte in der Detaillierung zu finden, sodaß alle Glieder in gutem Verhältnis zum Ganzen stehen, ist das Rätsel vollendeter künstlerischer Meisterschaft.

Detailhandel, s. Detail und Handel.

Detaille (spr. -táj), Edouard Jean Baptiste, franz. Schlachtenmaler, geb. 5. Okt. 1848 zu Paris, war Schüler Meissoniers. Seine ersten bedeutendern Gemälde waren: Das Atelier Meissoniers (1867), der Halt der Tamboure (1868) und eine Gruppe rastender Grenadiere (1869). 1869 trennte er sich von seinem Lehrer und gründete ein eigenes Atelier. Bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870 trat er in ein Mobilgardebataillon und machte als Sekretär des Generals Appert die Belagerung von Paris mit. Der Krieg lieferte ihm den Stoff zu seinen besten Bildern, von denen hervorzuheben sind: Auf dem Rückzug (1873), Das defilierende Kürassierregiment (1874), Auf Rekognoscierung (1876), Gruß den Verwundeten (1877), Schlacht von Champigny im Dez. 1870 (1879), Die Verteilung der Fahnen an die Armee (1881), Der Abend von Rezonville (1884), Das Nachtlager (1888), Angriff franz. Husaren, 1807 (1890), Auszug der Franzosen aus der Festung Hüningen, 26. Aug. 1815 (1891; letztere beide für das Luxembourg-Museum angekauft). 1892 wurde D. zum Mitglied der Académie des beaux-arts zu Paris ernannt. Mit Richard gab er das Prachtwerk «L’ armée française» (1885) heraus.

Detaillieren (spr. -taji-), Detaillist, s. Detail.

Detéctiv camĕra, s. Momentcamera.

Detéctor (engl.; frz. délateur), Entdecker oder Angeber, im allgemeinen ein bei verschiedenen Verschlußvorrichtungen (z.B. beim Chubbschloß, s. Schloß) angewendeter Apparat, durch welchen jeder Versuch, dieselben unbefugt zu öffnen, verraten oder vereitelt wird.

De te fabŭla narrātur (lat.), die Geschichte handelt von dir (wenn du auch nicht genannt bist); Citat aus Horaz’ Satiren Ⅰ, 1, 69 u. 70.

Detektīv (engl. detective, spr. dĕtécktiw, von detect, «aufdecken»), die erst neuerlich in England und Nordamerika aufgekommene und von da auch in Deutschland hier und dort eingeführte Bezeichnung des offen oder heimlich vorgehenden Polizeibeamten für die Aufdeckung entweder nur erst geplanter oder bereits verübter Verbrechen. Der Ursprung des Detektivwesens ist in Frankreich zu suchen, woselbst namentlich Kardinal Richelieu, besonders als Prinzipalminister (1629), die Spionage für seine Pläne auszubilden verstand. (Vgl. Polizei.) – Unter Privat-Detektivs versteht man Personen, die von jedem beliebigen sich dazu dingen lassen, das Thun und Treiben bestimmter anderer zu überwachen, deren Verhältnisse auszukundschaften u. s. w.

Détente (frz., spr. -tángt), Abspannung, Nachlaß der Spannung; diplomat. Kunstausdruck für ein besseres Einvernehmen zwischen zwei Staaten infolge Nachlassens einer vorher bestandenen Spannung.

Detention (lat.), die Innehabung (Gewahrsam) einer Sache beim Besitz (s. d.), also das körperliche Moment im Gegensatz zu dem Besitzwillen; im engern Sinne und im Gegensatz zum jurist. Besitz die Innehabung desjenigen (Detentor), welcher nicht den Besitzwillen für sich hat, sondern den Gewahrsam für einen andern ausübt, wie der Inspektor für den Gutsherrn. Auch der, welcher den Gewahrsam der Sache zu eigenem Vorteil ausübt, der unvollständige Besitzer, wie ihn das Preuß. Allg. Landrecht nennt, hat nur die D. der Sache, mag der Inhalt seines Rechts nun ein persönlicher Anspruch gegen den jurist. Besitzer oder Eigentümer sein, wie bei dem Kommodatar und nach gemeinem Recht beim Pächter und Mieter, oder mag er ein Recht an der Sache haben, welches er für sich ausübt, wie der Nießbraucher und nach Preuß. Allg. Recht der Mieter und Pächter, also den Rechtsbesitz haben. Auch dieser übt den Besitz am Grundstück für den Eigentümer aus, wenn schon zum eignen Vorteil. – In anderm Sinn bezeichnet D. Entziehung der Freiheit durch Haft, sie sei Polizeihaft, Strafhaft oder Untersuchungshaft. Der détention des franz. Rechts wurde für Elsaß-Lothringen bei Einführung des Deutschen Strafgesetzbuchs die Festungshaft substituiert.

Deténtor (lat.), der Inhaber, s. Detention.

Detergentĭa (lat.), Wundenreinigungsmittel.

Deterĭoration (lat.), Verschlimmerung. Wer fremdes Gut unter sich hat, das er für fremde Rechnung verwalten soll oder das er nur für seine Rechnung nutzen und gebrauchen darf, wie der Vormund, der Nießbraucher, der Fideikommiß- oder