Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Deutsche Altertümer; Deutsche Antisemitische Vereinigung; Deutsche Armee; Deutsche Bank; Deutsche Befestigungsmanier; Deutsche Buchdrucker-Berufsgenossenschaft

994

Deutsche Altertümer - Deutsche Buchdrucker-Berufsgenossenschaft

verstärkten Truppen unter dem Oberbefehl des Feldmarschalls von Wrangel die Eider überschreiten. Der Einmarsch erfolgte in drei Kolonnen: rechts ein preuß. Armeekorps unter Prinz Friedrich Karl (von Kiel her), in der Mitte ein österr. Armeekorps unter Feldmarschalllieutenant von Gablenz (von Rendsburg her) und links eine aus den neuerrichteten Garderegimentern zusammengestellte preuß. Division. Die Dänen standen hinter der Schlei und dem Danewerk in starker, jedoch zu weit ausgedehnter Stellung unter General de Meza. Ein 2. Febr. von den Preußen gegen Missunde unternommener Vorstoß wurde zurückgeschlagen, weshalb Prinz Friedrich Karl sein Korps 6. Febr. bei Arnis und Kappeln auf Fähren und einer Pontonbrücke die Schlei überschreiten ließ, um von hier aus den Dänen den Rückzug abzuschneiden. Das österr. Korps hatte 3. Febr. in siegreichen Gefechten bei Oberselk und Jagel die dän. Vortruppen zurückgeworfen und stand vor der Danewerk-Stellung, als die Dänen, welche die drohende Gefahr merkten, diese Stellung in der Nacht vom 5. zum 6. Febr. räumten, sodaß die Preußen zu spät kamen und nur die Österreicher 6. Febr. die dän. Nachhut bei Översee schlagen konnten. Die Dänen gingen in die stark befestigte Düppelstellung und nach Alsen zurück, das preuß. Armeekorps folgte ihnen, während das österr. Armeekorps nebst der preuß. Gardedivision bis an die Nordgrenze Schleswigs vorrückte und Kolding besetzte. Am 28. März wurde vor Düppel (s. d.) die Belagerung eröffnet und 18. April die Stellung unter Mitwirkung der preuß. Gardedivision erstürmt. Die Dänen gingen nach Alsen zurück und räumten 28. April auch Fredericia, das seit 9. März von dem österr. Korps eingeschlossen war und nun von diesem besetzt wurde. Auch Jütland war von Teilen der preuß. Gardedivision bis zum Lim-Fjord besetzt worden. Inzwischen war ein österr. Geschwader in der Nordsee erschienen und hatte sich mit zwei preuß. Kanonenbooten vor der Elbemündung vereinigt. Dies Geschwader lieferte 9. Mai bei Helgoland den dänischen, zur Blockade der Nordseeküste bestimmten Schiffen ein Gefecht, wurde aber geschlagen; doch verließen die dän. Schiffe die Nordsee und gaben die Blockade auf.

Vom 12. Mai bis 26. Juni trat Waffenstillstand ein, während dessen in London unter Mitwirkung Beusts, des Vertreters des am Kriege nicht beteiligten Deutschen Bundes, Verhandlungen stattfanden, die jedoch erfolglos blieben, da Dänemark die Anerkennung der Rechte der Herzogtümer hartnäckig verweigerte. So begann der Krieg von neuem, und schon 29. Juni überschritten zwei preuß. Brigaden den Alsensund und eroberten Alsen (s. d.). Vom 11. Juli an gingen auch Preußen und Österreicher über den Lim-Fjord und besetzten den nördl. Teil von Jütland, ebenso wurden die schleswigschen Nordsee-Inseln in Besitz genommen. Man bereitete schon den Übergang nach Fünen vor, als 20. Juli Waffenstillstand eintrat, der den Krieg beendete. Der Friede wurde 30. Okt. zu Wien geschlossen (s. Wiener Friedensschlüsse); Dänemark trat die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen und Österreich ab.

Vgl. Graf Waldersee, Der Krieg gegen Dänemark im J. 1864 (anonym, Berl. 1865); Rüstow, Der Deutsch-Dänische Krieg 1864 (Zür. 1864); Österreichisch-Preußischer Krieg gegen Dänemark von einem k. k. Offizier (Wien 1865); Beihefte zum «Militär-Wochenblatt» (1865); Der Deutsch-Dänische Krieg 1864 (hg. von der kriegsgeschichtlichen Abteilung des Großen Generalstabes, 2 Bde. mit Karten u. Plänen, Berl. 1886 fg.); Der Dänisch-Deutsche Krieg 1864 (hg. vom dän. Generalstabe, mit Karten u. Plänen, 1. Tl., Kopenh. 1888, 2. Tl. 1891); Blasendorff, Der Deutsch-Dänische Krieg von 1864 (Berl. 1889).

Deutsche Altertümer, s. Germanisches Altertum.

Deutsche Antisemitische Vereinigung, s. Antisemitismus.

Deutsche Armee, s. Deutsches Heerwesen.

Deutsche Bank, einflußreiches Kreditinstitut in Berlin, konzessioniert 10. März 1870. Das Aktienkapital betrug zunächst 15 Mill. M.; dazu 1871 weitere 15 Mill. M., 1872 noch 15 Mill. M., 1881 weitere 15 Mill. M. zu 130 Proz., 1888 noch 15 Mill. M. zu 140 Proz. Jetziges Aktienkapital 75 Mill. M., in Aktien teils zu 600, teils zu 1200 M. Rentabilität 1870‒93: 5, 8, 8, 4, 5, 3, 6, 6, 6½, 9, 10, 10½, 10, 9, 9, 9, 9, 9, 9, 10, 10, 9, 8, 8 Proz. Filialen in Bremen, Dresden, Frankfurt a. M., Hamburg, München.

Deutsche Befestigungsmanier. Die deutschen Kriegsbaumeister des 16. und 17. Jahrh. befolgten bei ihren Befestigungsvorschlägen zum Teil Grundsätze, die erst jetzt richtig gewürdigt werden. Albrecht Dürer veröffentlichte 1527 ein System permanenter Befestigungen. Die von ihm entworfene Stadtumwallung (s. nachstehende Figur) zeigt im wesentlichen polygonalen Grundriß und wird durch kasemattierte Basteien an den Ecken flankiert, außerdem empfiehlt er die Anlage kasemattierter Turmforts. Seine Vorschläge enthalten im allgemeinen die Grundprincipien, aus denen sich die deutsche Befestigung des 19. Jahrh. entwickelt hat. Speckle (zweite Hälfte des 16. Jahrh.) versuchte die Mängel der ital. Befestigung zu verbessern, indem er in den Facen und in den auf den Defenslinien senkrecht stehenden Flanken der Bastionen kasemattierte Batterien anbrachte. Rimpler, der bei der Belagerung von Candia (1667‒69) reiche Erfahrungen gemacht hatte, will eine thätige Verteidigung durch Ausfälle, daher trockne Vorgräben mit zum Teil rampenförmiger Kontereskarpe, doppeltes Glacis mit Stützpunkten in kasemattierten Werken, doppelte Umwallung und zahlreiche Kasematten; endlich Mittelbollwerke und zur Verstärkung des Flankenfeuers nach innen gebrochene Kurtinen. Die innere Zerrissenheit Deutschlands und die Sucht, alles Fremde besser zu finden, ließen indessen die Ansichten jener Männer nicht aufkommen. Der ältere Landsberg brachte um die Mitte des 17. Jahrh. den tenaillierten Grundriß zum erstenmal in Vorschlag, der bald darauf bei der Befestigung von Mainz und Würzburg praktisch zur Anwendung kam. (S. auch Permanente Befestigung.)

^[Abb.]

Deutsche Buchdrucker-Berufsgenossenschaft. Die D. B. für das Gebiet des Deutschen Reichs hat ihren Sitz in Leipzig; Sitze der 9 Sektionen sind: Hannover, Köln a. Rh., Frankfurt a. M.,