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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Deutsches Wappen - Deutsch-Französischer Krieg von 1870 und 1871

siedelung der Slawengebiete (Jena 1879); R. Schröder, Die niederländ. Kolonien in Norddeutschland zur Zeit des Mittelalters (Berl. 1880); M. Beheim-Schwarzbach, Die Besiedelung von Ostdeutschland durch die zweite german. Völkerwanderung (ebd. 1882); ders., Hohenzollersche Kolonisationen (Lpz. 1874); Schäfer, im "Centralblatt der Bauverwaltung", Jahrg. 1884; Wendt, Die Germanisierung der Länder östlich der Elbe (Teil 1: 780-1137, Liegnitz 1884; Teil 2: 1137-81, ebd. 1889); v. d. Ropp, Deutsche Kolonien im 12. und 13. Jahrh. (Gieß. 1886); Boll, Mecklenburgs deutsche Kolonisation im 12. und 13. Jahrh. (im "Jahrbuch des Vereins für Mecklenburger Geschichtskunde", Jahrg. 13); Th. Rudolph, Die niederländ. Kolonien der Altmark im 12. Jahrh. (Berl. 1889); A. Fr. Riedel, Die Mark Brandenburg im J. 1250 (2 Bde., ebd. 1831-32); K. Weinhold, Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien (Stuttg. 1887); A. Schiel, Die Siebenbürger Sachsen (in "Sammlung gemeinnütziger Vorträge", Prag); G. Keintzel, Über die Herkunft der Siebenbürger Sachsen (Bistritz 1887); L. Baróti, Geschichte der ältesten deutschen Niederlassung im Banat (Temesvár 1892); P. Langhans, Deutscher Kolonialatlas (Gotha, seit 1893 erscheinend). S. auch die Litteratur zum Artikel Deutsche Sprache II (S. 86 b).

Deutsches Wappen, s. Deutschland und Deutsches Reich (S. 154 a).

Deutsche Union oder die Gesellschaft der 22 verbündeten Männer, der von Karl Friedr. Bahrdt (s. d.) errichtete Bund, gestiftet und geleitet durch anonyme Briefe nach dem Tode Friedrichs d. Gr. von Preußen in der angeblichen Absicht, dem wachsenden Obskurantismus entgegenzuwirken; er löste sich auf, als bekannt wurde, wer der Gründer sei, und brachte diesen in Untersuchung und längere Haft. - Vgl. Mehr Noten als Text oder die D. U. der Zweiundzwanziger (Lpz. 1789).

Deutsche Universitäten, s. Deutschland und Deutsches Reich (S. 156 b) und Universitäten.

Deutsche Verlagsanstalt, s. Verlagsanstalt, Deutsche.

Deutsche Volkspartei, s. Volkspartei.

Deutsche Wespen, in Berlin erscheinendes humoristisch-satirisches illustriertes Wochenblatt. Auflage: 20000; Verleger: Hugo Steinitz in Berlin. Redacteur des Blattes, das, 1862 in Hamburg gegründet, ursprünglich nur "Wespen" hieß und früher vorwiegend die politische, später mehr die gesellschaftliche Satire pflegte, ist seit der Begründung desselben Jul. Stettenheim (s. d.).

Deutsche Witu-Gesellschaft, s. Witu.

Deutsch-Eylau, Stadt im Kreis Rosenberg des preuß. Reg.-Bez. Marienwerder, 24 km südöstlich von Rosenberg, in 105 m Höhe, am Ausfluß der Eilenz aus dem Geserichsee, in der Nähe des Oberländischen Kanals oder der sog. Schiefen Ebenen, die die Gewässer der preuß. Seenplatte mit dem über 100 m tiefer liegenden Drausensee und vermittelst desselben mit Elbing verbinden und zu den merkwürdigsten Wasserbauten der neuern Zeit gehören, sowie an den Linien Schneidemühl-Thorn-Insterburg der Preuß. Staatsbahnen und der Marienburg-Mlawaer Eisenbahn (2 Bahnhöfe), in waldiger Gegend, ist Sitz des Kommandos der 72. Infanteriebrigade, hat (1890) 5701 (3460 männl., 2241 weibl.) E., darunter 902 Katholiken und 134 Israeliten, in Garnison (1579 Mann) das 1. und 2. Bataillon des 44. Infanterieregiments Graf Dönhoff, die 3. Eskadron des 5. Kürassierregiments Herzog Friedrich Eugen von Württemberg und die reitende Abteilung des 35. Feldartillerieregiments, Post erster Klasse mit Zweigstelle, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Elbing), Warendepot der Reichsbank, Vorschuß- und Kreditverein; Mittelschule, städtisches Krankenhaus, evang. Hospital; Fabrikation von landwirtschaftlichen Maschinen, franz. Mühlensteinen, Decimalwagen, Dachpappe; Dampfschneidemühlen, Sprit- und Essigfabriken, Bierbrauereien, Schiffahrt und Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, Holz, Spiritus und Fischen.

Deutsch-Französischer Krieg von 1870 und 1871. Der Ausgang des Deutschen Krieges von 1866 erregte in Frankreich bittern Neid und das Verlangen der Franzosen, auf irgend welche Weise schadlos gehalten zu werden. Die Fehlgriffe der Politik Napoleons III. in der Unternehmung nach Mexiko und in der luxemburgischen Frage 1867 schürten die Preußen feindliche Stimmung im franz. Volke, das schließlich ungestüm die Demütigung seines sich kraftvoll entwickelnden östl. Nachbarn verlangte. Der Übermut der franz. Armee, das heimliche Schüren der kath. Geistlichkeit und das Treiben einer Hofpartei, an deren Spitze die Kaiserin Eugenie stand, verbreiteten mehr und mehr das Verlangen nach Krieg. Napoleon wünschte den Krieg bei weitem nicht in demselben Grade, als die ihn drängenden Elemente, konnte aber auf die Dauer den kriegerischen Gelüsten der Nation nicht widerstehen. Militärisch glaubte man in Frankreich auf einen Krieg gegen Preußen sehr gut vorbereitet zu sein, man vertraute auf die Chassepotgewehre und die Mitrailleusen, sowie auf Bundesgenossen, die freilich erst durch Siege zum Beitritt gewonnen werden sollten. Ein Vorwand zum Kriege war gefunden, als anfangs Juli 1870 die Kandidatur des Erbprinzen Leopold von Hohenzollern auf den span. Königsthron bekannt wurde. Frankreich beanstandete diese Kandidatur, obgleich dieser Fürst der Napoleonischen Dynastie viel näher verwandt war als derjenigen der preuß. Könige. Der Erbprinz verzichtete infolge dessen 12. Juli auf die span. Königswürde. Nun verlangte aber die franz. Regierung durch ihren Gesandten Benedetti in Ems vom König Wilhelm von Preußen eine Erklärung, daß er eine Erneuerung der Hohenzollernschen Kandidatur niemals gestatten werde. Der König wies diese in aufdringlicher Weise vorgebrachte Zumutung mit Würde und Festigkeit zurück und verließ Ems, um in Berlin die Maßregeln für den Krieg, der in Paris unzweideutig in Aussicht gestellt war, zu treffen. Auf dem Bahnhofe zu Brandenburg erhielt der König die Nachricht von der in der franz. Kammer an demselben Tage (15. Juli) abgegebenen Erklärung des Ministers, Herzogs von Gramont, der Bewilligung der Kreditforderung für Armee und Flotte, sowie der Einberufung der nächsten Altersklasse und der gesamten Mobilgarde. König Wilhelm befahl nun die Mobilmachung der gesamten norddeutschen Armee.

Am 16. Juli trat der Bundesrat zusammen und erklärte sich mit den Eröffnungen des Kanzlers völlig einverstanden. Zum 19. wurde der Reichstag berufen und vom König mit einer durch edle Würde und Mäßigung ausgezeichneten Thronrede eröffnet. Unmittelbar nach der Feierlichkeit empfing Graf Bismarck die franz. Kriegserklärung, deren Mitteilung in der sogleich folgenden ersten Sitzung des Reichstags mit Jubel aufgenommen wurde. Auch in Süddeutschland stammte das deutsche Na-^[folgende Seite]