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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dicotyles - Dicyemiden
vom Mai bis Juni, im Topf und mäßig warm ge-
stellt schon im März und noch früher. Kaum min-
der wertvolle Gartenzierpflanzen sind v. eximia
DO. und I> tm'MOLk ^)0. Man vermehrt sie leicht
aus Wurzelschößlingen und durch Stockteilung. Am
besten gedeihen sie in durchlassendem, dabei etwas fri-
schem Boden und in einer Lage, die ebensowohl gegen
heiße Mittagssonne wie gegen heftigen Wind geschützt
ist. In den Sommermonaten erfordern sie reichliches
DiooitSiOS, s. Visamschwem. ^Gießen.
viora. (mittellat.), Zählmaß, s. Techer.
vioranoosros, s. .Hirschantilope.
D!ornriÄa.e, Vogclfamilie, f. Würgerschnäpper.
Dict..., Artikel, welche hier vermißt werden,
sind unter Dikt... aufzusuchen.
viota. (lat.), Mehrzahl von Oictnin (s. d.).
viota. bt proinissa. (lat.), zugesagte Eigen-
schaften. Bei jedem Vertrage, mit welchem Sachen
oder andere Gegenstände für eine Gegenleistung
veräußert werden, oder mit welchem auch nur der
Gebrauch solcher Gegenstände für eine Gegenlei-
stung eingeräumt wird, namentlich also bei Kauf-
und Tauschverträgen, bei Pacht- und Mietverträgen,
oder wenn ein Gegenstand in eine Gesellschaft ein-
gebracht wird, haftet der Leistende dafür, daß die
voll ihm versprochene Eigenschaft vorhanden ist,
also daß der zugesagte Vorzug vorhanden oder
daß der Mangel nicht vorhanden ist, dessen Ab-
wesenheit versprochen wurde. Nur muß ein ver-
bindliches Versprechen und nicht bloß eine unver-
bindliche, allgemeine Anpreisung vorliegen. Das
Versprechen kann in der bloßen Bezeichnung der
Ware liegen, "eine goldene Uhr" (also nickt eine bloß
vergoldete), "Sommersaat" (also keine Wintersaat).
Es wird darin liegen, wenn der Verkäufer weiß,
daß der Käufer Ware gerade der bezeichneten Art
haben will; es wird nicht darin liegen, wenn im
Verkehr allgemein und wie das Publikum weiß,
mit dieser Bezeichnung eine Zusicherung "echter"
Ware der Beschaffenheit nach nicht gemeint ist.
Das Versprechen wird beim Verkauf nach Probe
stillschweigend dahin erteilt, daß die Ware die Be-
schaffenheit der Probe habe. Die Haftung wird da-
durch nicht ausgeschlossen, daß der Versprechende
an das Vorhandensein der Eigenschaft geglaubt
hat; er darf nicht versprechen, wenn er die Beschaf-
fenheit nicht kennt. Die Haftung wird dadurch aus-
geschlossen, daß der Promissar wußte, die zugesagte
Eigenschaft liege nicht vor, aber nicht dadurch, daß
er es hätte wissen müssen. Die Eigenschaft mup
vorhanden sein zu der Zeit, wo der Vertrag ge-
schlossen wurde; wenn derselbe unter Auffchieben-
der Bedingung (s. d.) geschlossen wurde, zu der
Zeit, wo die Bedingung eintrat; bei Verträgen
über der Gattung nach bestimmten Sachen (20Ctr.
deutschen seidenfreien, keimfähigen Nottlcesamen)
zur Zeit, wo die zu liefernde Ware in einer für
beide Teile verbindlichen Weise ausgeschieden wird.
So nach Gemeinem Necht, nach Sächs. Bürgerl.
Geseich. §. 900, nach franz. Necht. Nach Preuh.
Allg. Landr. 1, 11, ߧ. 192 fg.; 1,5, §. 322 ent-
scheidet die Zeit der Übergabe. Nach dem Deutschen
Entwurf soll die Zeit entscheiden, wo die Gefahr
auf den Promissar übergeht. War die zugesagte
Eigenschaft nicht vorhanden, so kann der Promissar
Aufhebung des Vertrags und Schadenersatz oder
Preisminderung fordern.
Viota.innu3 ^>., Diptam, Pflanzengattung
der Familie der Rutaceen (s. d.) mit nur einer Art
im südl. Europa und Mittelasien, die eine sehr be-
liebte Gartenzierpflanze ist: 1). i'i'Hxilibila. I^'nk (1).
aN)N8 2^.), weißer Diptam, eine bis 60 cm hohe
Staude mit Weiher Wurzel, einfachen Stengeln
und unpaarig gefiederten, escheähnlichen Blättern.
Die Stengel sind mit starkriechenden Drüsenhaaren,
die Vlütenteile mit freiliegenden, ein flüchtiges,
balfamisch-atherisches Al enthaltenden Bläschen be-
setzt, welche sich entzünden lassen. Die in einer
großen Traube stehenden Blüten sind weiß oder
rötlich. Die sehr bitter schmeckende Wurzel war
früher offizinell. Man vermehrt diefe Gewächse
durch Stockteilung und Aussaat.
ViotanÄo (lat.), diktierend.
Diotee niusioals (frz., spr. müsikäll), Musik -
diktat, Übung im Aufzeichnen oder Notieren von
Tonsätzen im Augenblick des Hörens: der Schüler
bat sofort das in Noten wiederzugeben, was der
Lehrer vorspielt. Kein zweites Hilfsmittel der musita-
lischen Erziehung fördert so wie das Musikdiltat
schärfe und Sicherheit des Hörens, Klarheit und
Schnelligkeit im Vorstellen und Auffassen, Kraft
und Treue des Gedächtnisses. Angestaunte, schein-
bar ganz wunderbare Leistungen, wie z. B. die des
jungen Mozart, der Allegris berühmtes "N^roi-e"
nach zweimaligem Hören ans dem Kopfe korrekt
niederschrieb, sind auf dem Wege des Musildiktats
auch gewöhnlichen Talenten erreichbar. Doch er-
fordert es eine streng methodifche Behandlung,
äußerst vorsichtiges Fortschreiten vom Leichten zum
schweren. Das Verdienst, das Musikdiktat zum
Lehrgegenstand der Konservatorien gemacht zu haben,
gebührt den Franzosen, insbesondere Ambroise Tho-
mas. - Vgl. A.Lavignac, lüoin-8 compIottli^oi-icinL
Schreibübungcn (Lpz. 1882).
Viotionnairo (frz., spr. dicksilonnähr), Wörter-
buch; D. äs i)oc1i6 (spr. posch), Taschenwörterbuch.
viotuin (lat., Mehrzahl Dicw), Spruch, Aus-
sprucb, Sprichwort; D. 66 oinni (1). do oxEinpIo) 6t
nulio (I). äs äivei'Zo), der logische Grundsatz: Was
der Gattung zukommt oder widerspricht, kommt zu
oder widerspricht auch allen Arten und Individuen
derselben; I). äk rc^ipi-öco, der logische Grundsatz:
Wenn etwas dieses oder jenes Ding ist oder nicht ist,
so giebt es auch dieses oder jenes Ding, welches
die Eigenschaft von jenem Etwas hat, und umge-
kehrt; z.V.: wenn Figuren aus krummen Linien
gebildet werden können, so giebt es auch krumm-
linige Dinge, die Figuren sind; oder: wenn kein
organisches Wesen ohne Leben ist, so ist auch kein
lebloses Ding ein organisches Wesen.
Dicyan, s. Cyan.
Dicyennden und die ähnlich gebauten Ortho-
nektiden, zwei Gruppen kleiner Würmer, die
als auf einer niedern Entwicklungsstufe stehen ge-
bliebene Saugwürmer aufzufassen sind. Die N.
(s. Tafel: Würmer, Fig. 20) schmarotzen in den
Nieren verschiedener Kopffüßer, die Orthonektiden
in niedern ^eetieren (Schnur- und Strudelwürmern,
Schlangensternen u. s. w.). Sie sind wurm- oder birn-
förmig und die wenigen Zellen, aus denen sie be-
stehen, sind in eine äußere, cilientragende Schicht
gruppiert, welche entweder eine einzige, vielkernige
(D.), oder einen Haufen (Orthonektiden) innerer
Zellen umschließt. Eduard van Beneden will aus
diesen beiden Wurmfamilien einen Hauptstamm des
Tierreichs machen und ihn als den der Mesozoen
zwischen dieProto- und Metazocn (s. d.) einschieden.