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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Digynus - Dijon
Vertikalkreis mit der Nordhälfte des Meridians ge-
bildet wird. Man unterscheidet eine östliche nnd
westliche D., je nachdem der Stern östlich oder
westlich vom Meridian steht. Von praktischer Ve-
deutnng ist besonders die größteD., die stattfindet,
wenn der Vertikalkreis den Parallelkreis des Sterns
tangiert. Da der Meridian genau zwischen der größten
östlichen und der größten westlichen D. liegt, so bietet
dieBeobachtung dieser beiden,namentlich bei dem Pol
nahen Sternen, ein Mittel zur sichern Bestimmung
des Meridians. Bisweilen wird D. auch im Sinne
von Vlongation (s. d.) gebraucht. - In der Rede-
kunst bezeichnet man als D. eine Abschweifung auf
einen andern Gegenstand, der mit dem eigentlich zu
behandelnden nur in entfernter Verbindung steht.
viß^nus (grch.) oder digynisch, eine Blüte
mit zwei Griffeln oder zwei Narben. Di^Ma nannte
Linne' die zweite Ordnung in mehrern Klassen des
von ihm aufgestellten Systems.
Dihang, ind. Fluß, s. Brahmaputra.
Dihexaeder^grch.), s. Hexagonale Pyramide.
Dihexagonale Pyramide, s. Didodekaeder.
Dihoug, ind. Fluß, s. Brahmaputra.
vii (lat.), Götter; I). majornm Fentium, die
höhern Götter, im übertragenen Sinne soviel wie
die Vornehmern; D. minornm Pentium, die un-
tern Götter, auch die geringern Leute; I)Ü3 mkindnL
8KN-UM, abgekürzt D. N. 8., Auffchrift auf Totcn-
denkmälcrn: Den Manen (d. h. dem Andenken des
Verstorbenen) geweiht.
Diiambus, ein aus zwei Iamben (s. Iambus)
zusammengesetzter viersilbiger Versfuß, ^ - ^ -
Düpollen oder Buphonien (d. h. Rinder-
mord), im alten Athen ein Fest (Dreschfcst), das am
14. Stirophorion (Anfang Juli) zu Ehren des Zeus
Policus (des Stadtschirmers; daher der Name D.)
gefeiert wurde. Es wurde am Altar des Gottes
auf der Burg nach einem Feldopfer von einem
Priester aus vornehmem Geschlecht, dem Vuphonos,
ein Ackerstier geopfert; der Priester selbst aber mußte
fliehen und im Prytancion wurde eine Klage auf
Mord angestellt, wobei das Beil verurteilt und ins
Meer geworfen wurde. - Vgl. Band, 1)6 äii^olio
ium Laci-0 (Halle 1873).
Dijkstra (spr. deik-), Waling, fries. Dichter, geb.
14. Aug. 1821 zu Vrouwcn-Parochie (Provinz
Friesland), war zuerst Bäcker und lebt jetzt al5
Buchhändler inHolwerd. Er ist einer der Führer
der nationalen Bewegung der Wcstfriesen für ihre
Sprache und Litteratur und einer der hervorragend-
sten und der fruchtbarste unter den Dichtern in
westfries. Sprache. Aus seiner Feder sind zahlreiche,
mit großem Beifall aufgenommene Werke geflossen.
D. besitzt gesunden Humor und Lebenswahrheit und
zeigt große Ähnlichkeit mit Fritz Reuter, von dem
er einiges ins Friesische übersetzte. Zu seinen besten
Dichtungen gehören: "1)o^it86 moi cl? noai'clzcL
dalke" (Fran'eker 1848; 3. Aufl. 1875), "vo äilverou
linkeidol" (ebd. 1856; 3. Aufl. 1887; ins Nieder-
ländische übersetzt), "Do li^ke 'Iliii Ui68pL^1' ok
do >v0näeili1<6 1idden88i<ioälli3 ten Ilknäho?ik"
(2 Bde., ebd. 1860 u. 1862; 2. Aufl. 1879), "?6u
0^1-661- (.'n !6ttei-" (ebd. 1884). Auch seine Schau-
spiele in srics. Sprache sind sehr beliebt und werden
oft aufgeführt; außerdem übertrug er Molicres
"^arwll"" ganz frei in feine Muttersprache u. d.T.
"06li6i6 6Iüi)6i" (2. Aufl., Holwerd 1884). Mit
van der Mculen zusammen schrieb er "In lloa^e lol
^läe 8N7i)3u^-6N)' (Franeker 1856; 2. Aufl. 1882),
BrocklMlö' Kouv^vsationZ-Lexilon. 14. Aust.. V.
mit Colmjon und Boonemmer "^Viske ninter-
.j0uii6n0cln" (5 Bde., Bolsward, Lecuwarden und
Franeker 1861-76). In niederländ. Sprache schreib!
er sein großes Werk "Hit I^ri68llln(1'8 vo1l<3i6ven
van VI-06Z61- 6n I^ter" (Leeuwarden, seit 1892 er-
scheinend).
Dijon (spr. dischöng). 1) Arrondissement des
franz. Depart. Cöte-d'Ör, hat 3114,76 <ikm, (1891)
163966 E., 246 Gemeinden und zerfällt in die 14
Kantone Auronne (170,i" ^m, 12979 C'.), Dijon-
Est (293,48 ^cm, 20 773 E.), Dijon-Nord (138M
^m,21835E.),Dijon-Ouest(174,i0(iIiin,4049iC.),
Fontaine-Francaife (183,49 Am, 4881 E.), Genlis
(221,56 ^I(m, 95'08 E.), Gevrey-Chambertin (251,14
Am, 9378 S.), Grancey-le-Chäteau (170,03 Am,
2205 E.), Is-sur-Tille (351,03 Am, 8874 E.), Mire-
beau (240,5.8 Am, 8031 E.), Pontailler-sur-Saöne
(214,75 Am, 8673 E.), Samt-Seine-l'Abbayc
(314,25 Am, 4944 C'.), Selongey (172,?9 c^wn,
3924 E.), Sombernon (218,50 Am, 7470 E.). -
2) Hauptstadt des franz. Depart. Cöte-d'Or sowie
des Arrondissements D. und
der Kantone Dijon-Eft,Dijon-
Nord und Dijon-Ouest, am
östl. Fuße der Cöte-d'Or, in
weiter fruchtbarerEbene, 245m
hoch, am Einflüsse des Suzon
in die Ouche, am Canal de
Bourgogne, an der Straße
von Paris nach Genf, sowie
andenLinienParis-Lyon,D.-
ille (33 I^m), Belfort-D. (188 km) und D.-
aint-Amour (113 km) der Franz. Mittelmeerbahn
sowie an der Dampf-Trambahn D.-Ponte-Neuve-
Fontaine-Francaise (42 km), ist Sitz eines Bischofs,
eines Gerichtshofs erster Instanz, Assisenhofs und
Handelsgerichts, einer Handelskammer, einer Fi-
liale der Bank von Frankreich, der Kommandos des
8. Armeekorps, der 15. Infanteriedivision sowie der
30. Infanterie- und der 8. Kavalleriebrigade, hat
(1891) 55673, als Gemeinde 65428 E. und in Gar-
nison das 27. Infanterie-und 26. Dragonerregiment,
5. Iägerbataillon und 8. Traineskadron.
Anlage und Bauten. D. ist gut gebaut, hat
schöne breite Straßen und viele ansehnliche Häuser,
prächtige Schaufenster, 15 Plätze, zahlreiche Fon-
tänen, welche aus einer 13 km langen unterirdischen
Wasserleitung in jeder Minute 80001 klares Wasser
liefern, sowie bepflanzte Wälle und schöne öffentliche
Spaziergänge. Unter den öffentlichen Gebäuden
zeichnen sich aus: die 1280-88 in got. Stil erbaute
Kathedrale St. Mnigne, eine der schönsten Kirchen
Frankreichs, mit einem kühnen Turme (92 m), einem
schönen Portal (16. Jahrh.) und prächtigen Mauso-
leen, z. B. demjenigen des Königs Wladislaw von
Polen, der Herzöge Philipp des Kühnen, Johann
des Unerschrockenen, und einer neuerlich aufgefun-
denen, völlig erhaltenen Krypta aus dem 11. Jahrh.;
die got. Kirche Notre-Dame, 1331 - 1445 erbaut,
mit einem schönen Portal und einer von Dubois
in Stein gehauenen Gruppe der Himmelfahrt Ma-
ria; die Kirche St. Michel, 1529 geweiht, mit einem
schönen Basrelief des Letzten Gerichts und einem
prächtigen Portal im Renaissancestil von Hugo
Sambin; das St. Annenhofpital mit Kuppel und
Kirche; das trefflich eingerichtete Große Hospital;
das feste Schloß oder die sog. Citadelle, von
Ludwig XI. 1478 begonnen und unter Ludwig XII.
1512 vollendet, jetzt als Staatsgefängnis dienend;
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