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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Diopter - Dioscorea
durchscheinend, glasglänzend und von prachtvoll
smaragdgrüner Farbe. Die Härte ist 5, das spec.
Gewicht 3,3 bis 3,4. Der D. besteht aus 38,i Proz.
Kieselsäure, 50,4 Proz. Kupferoxyd,
11,5 Proz. Wasser, hat die chem.
Formel ^ull^iO^. Salpetersäure,
Salzsäure oder Ammoniak losen
ihn unter Abschcioung von Kicsel-
säurcgallert. Das seltene, schone
Mineral fand sich zuerst im Kalk-
stein des Berges Altyn-Tübe, einem
westl. Ausläufer des Altai, aucb
in den Goldseifen am Oni und bei
Copiapo; später wurde es auch in
der chilen. Cordillere sowie am Ga-
bun in Afrika angetroffen.
Diopter (grch.), im allgemeinen jede Vorrichtung,
die dazu dient, eine Visierlinie auf einen bestimmten
Punkt zu richten (z. B. die Zielvorrichtung an Ge-
wehren und Geschützen). Jede solche Vorrichtung
besteht aus zwei Teilen, deren einer dem Auge des
Visierenden, der andere dem anzuvisierenden Gegen-
stand zugekehrt ist; man unterscheidet hiernach ein
Okulardiopter und einObjektivdiopter. Die
an Meßinstrumenten vielfach vorkommenden D. be-
stehen meist aus zwei in geeigneter Entfernung von-
einander angebrachten Metallplatten, von denen
die als Okulardiopter dienende mit einem oder
mehrern feinen, kreisrunden Sehlöchern oder einer
senkrechten seinen Spalte (Schauritze) versehen ist.
In die Objektivdiopterplatte ist eine größere reckt-
eckige Affnung (Fenster) geschnitten, in deren Mitte
ein senkrecht stehendes und oft auch noch ein wag-
rechtes Pferdehaar resp. feiner Draht (das Faden-
kreuz) ausgespannt ist. Der Mittelpunkt des Eeh-
lochs und der senkrechte Faden des Objcktivdiopters
bestimmen dann die Visierebene, während durch den
Schnittpunkt der beiden Fäden die Visierlinie fest-
gelegt wird. Um in einer geraden Linie fowohl vor-
wärts wie rückwärts visieren zu können, sind die D.
vielfach als sog. Doppeldiopter konstruiert, wobei
jedes der beiden D. mit Sehloch und Fadenkreuz,
beide übereinander liegend, verseben ist.
Diöpterlineal, veraltetes Hilfsinstrumcnt des
Meßtisches, welches den Zweck hat, Nichtungslinien
auf dem Meßtifch festzulegen und somit.Horizontal-
winkel graphisch aufzutragen. Es besteht aus einein
einfachen, messingenen Lineal, das an jedem Ende
ein mittels Scharnier befestigtes und so zum Um-
legen eingerichtetes Diopter (s. d.) trägt. Die durch
die Diopter gebildete Visierlinie liegt entweder ge-
nau senkrecht über der Visierkante des D. oder doch
parallel zu derselben. An Stelle des D. werden
jetzt fast überall die Kippregel (s. d.) oder ähnliche
Instrumente angewendet, bei denen die einfachen
Diopter durch ein Fernrohr erfetzt sind.
Dioptrie, der optische Wert einer Meterlinse,
d. h. einer Linse von 1 m positiver oder negativer
Brennweite. Die gebräuchliche Abkürzung'ist D.
(S. Brille, Bd. 3, S. 538 H.)
Diöptrik (grch.), derjenige Teil der Optik (s. d.),
der von der Brechung des Üichts beim übergange
desselben aus einem durchsichtigen Körper in einen
andern, insbesondere von der Brechung in Linsen-
gläsern, handelt. Der vorzüglichste Teil der D. ist
die Theorie der Fernrohre (s. d.) und Mikroskope
(s. d.). Um die Ausbildung der Theorie der D.
h^den. svck cmtzer dem Araber Alhazan (Anfang des
12. Jahrh.) und Kepler (1601), von dem der Name
D.herrührt, noch Snellius (1621), Descartes (1637),
Newton (1666), tzuygens (1704), Euler (1769-71),
Fraunhofcr (1814), Üittrow (1830), Cauchy (1836),
Gauß (1841-47), in neuerer Zeit namentlich Abbe
(Jena) verdient gemacht.
Dioräma(grä).), ein zuSchaustellungen benutztes
Gemälde, bei dem während des Betrachtens eine
Verwandlung der Lichttöne, Farbentöne, wohl auch
einzelner Figuren selbst vor sich geht. So hat man
Sommerlandschaften, die sich in Ninterlandschaften,
Tageslandschaften, die sich in Abendlandschaften
verwandeln. Zur Erhöhung des Effektes dienen ge-
wisfe, eine Bewegung zeigende Beigaben, wie ein
umlaufendes Mühlrad nebst fliehendem Wasser,
<^chneefall, aufsteigender Rauch u. s. w., ferner nach-
geahmte Geräusche, die den auf dem Bilde sicht-
baren Vorgängen entsprechen. Das Wesentliche
der Herstellung solcher D. liegt darin, daß die Bilder-
fläche, aus möglichst durchsichtigem Stoff bestehend,
auf beiden leiten bemalt ist. Je nachdem nun die
vordere Fläche mit auffallendem Licht beleuchtet
oder von der Rückseite ein Lichtbündel durch das
Bild gesendet wird, erblickt man das vordere oder
das hintere Bild. Die Bewegungen werden durch
besondere Mechanismen erzeugt. Der franz. Maler
Daguerre (s. d.) erfand 1822 das D., das fpäter von
Gropius in Berlin fo bedeutend vervollkommnet
wurde, daß seine Schaustellungen zu den Sehens-
würdigkeiten der Residenz zählten, bis der Apparat
1851 nach Petersburg ging.
Diorismus (grch!), Begriffsbestimmung; dio-
ristifch, begriffsbestimmend.
Diorrt, ein Eruptivgestein von dunkelgrüner
Farbe (daher früher mit unter der Bezeichnung
Grün st ein einbegriffen), das aus einem krystalli-
nisch-körnigen Gemenge von triklinem Feldspat und
.Vornblende besteht, denen sich meistens Schüppchen
von Chlorit und in gewissen Varietäten Körner von
Quarz zugesellen (Quarzdiorit). Visweilen ist
die Hornblende durch dunkeln Magnesiaglimmer
vertreten, wodurch der Glimmerdiorit entsteht.
Accessorisch finden sich Orthoklas, Augit, Enstatlt,
Granat, Epidot, Apatit, Titanit, Magnetit, Pyrit,
Titaneisen. Werden die Individuen der aufgezähl-
ten Gesteinsgemengteile so klein, daß sie mit bloßem
Auge nicht mehr zu unterscheiden sind, so nennt man
das entstehende, fast dichte Gestein Dioritapha-
n i t. Sind in letzterm einzelne große Feldspat- und
Hornblendetrystalle ausgeschieden, so heißt das Ge-
stein Diorit Porphyr. Der D. bildet Gänge und
Stöcke, und zwar meist im Gebiet archäischer oder
paläozoischer Formationen, so bei Nuhla, Vrotte-
rode, an der Roßtrappe, am Kysshäuser, im Oden-
wald, in Böhmen, in der Normandie und Bretagne.
Diorltporphyrit, s. Porphyr.
Diorthosis (grch.), Anordnung; in der Heilkunde
soviel wie Orthopädie; Diorthota, Streckbett.
Viosoorsa. ^., Uams Wurzel, Pflanzengat-
tung aus der Familie der Dioscoreaceen (s. d.) mit
gegen 150 Arten, die in den wärmern Gegenden der
Alten und Neuen Welt eine ausgedehnte Verbrei-
tung besitzen. Es sind meist windende Gewächse
mit knolligem, oft sehr großen Wurzelstock und herz-
förmigen Blättern, getrennt-gefchlechtigen Blüten.
Während einige ihrer Arten, wie I). nodilig ^n-^/t.,
I). inel^noieuca. />?'nc??., v. m6tn.Uicll. />nM., I>.
inulticolor ^?'?M. u. a. mit ihren prächtig gefärb-
ten und gezeichneten Blättern zu den edelsten Ge-
wächsen unserer Warmhäuser gehören, haben andere