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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dithymoldijodid - Ditters von Dittersdorf
mit ^1890^ 36 217 E.) und ^üderdithmarschen
(746 ^m mit 43 611 E.). Die alte Volkstracht ist
noch nicht ganz geschwunden. Mit Bezug auf die
Eroberung D.s nahm das schlesw.-Holstein. (Olden-
burgcr) Fürstenhaus dafür als Wappenzeichen einen
silbernen geharnischten Reiter mit gezücktem Schwert
im roten Felde. Das Landessiegel des vormaligen
Freistaates D. zeigte das Bild der Jungfrau Maria
mit dem Jesuskinde und des heil. Oswald. - Vgl.
Joh. Adolfi, genannt Neocorus, Chronik des Lan-
des D. Aus der Urschrift hg. von Dahlmann (2 Bde.,
Niel 1827)' Urkundenbuch zur Geschichte des Landes
D., hg. von Michelsen (Altona 1834), und Michel-
sen, Sammlung altdithmarscher Rechtsquellen (ebd.
1842); Pätzsch, Das alte D. (Kiel 1802); Kolster, Ge-
schichte D.s. Nach F. K. Dahlmanns Vorlesungen
iLpz. 1873); N. Chalybaeus, Geschichte D.s bis zur
Eroberung des Landes im I. 1559 (Kiel 1888).
Dithymoldijodid, s. Aristol.
Dithyrambus (grch.), ein Beiname des Dio-
nysos (s. d.); dann ein begeistertes Lied auf diesen
Gott, später auch auf andere Götter und Heroen,
un5n Begleitung von Musik, vorzugsweise Floten-
spiel, und in Verbindung mit mimischer Darstel-
lung. Die Heimat des D. ist wahrscheinlich Phry-
gien. Kunstmäßige Form gab ihm Arion. Weiter
ausgebildet wurde er von Lasos von Hermione,
Simonidcs von Kcos, Pindar u. a. In Attika
entwickelte sich neben dem D. die Tragödie, ohne
daß man deshalb dort aushörte, ihn zu pflegen.
Doch entartete diese Dichtart früher als andere. Die
Begeisterung des ältern D. wurde durch Schwulst,
der hohe Schwung der Musik durch überfeinerte
Melodien, Mischung der verschiedenen Tonarten
und Virtuosenhaften Vortrag ersetzt und verdorben.
Schon gegen Ausgang des 5. Jahrb. v. Chr.,
seit Melanippides von Mclos, begann diese Ent-
artung. Seiner Richtung folgten Philorcnus von
Kvthera, Timotheus von Milet, Kinesias von
Athen u. a. Durch diese Dichter-Komponisten verlor
der D. seinen religiösen Gehalt und seine strengere
Kunstform, die Gliederung in Strophen und Ge-
genstrophen, und an Stelle des Vortrages durch
Chöre (s. d.) trat der durch einzelne Virtuosen. Er-
halten sind nur wenige Fragmente von Dithyram-
ben, hg. von Bcrgk in den ((?00t3.6 1)'iici Filleci"
(4. Aufl., 3 Bde., Lpz. 1878-82); griechisch und
deutsch finden sie sich in "Griech. Lyriker" (hg. von
Härtung, Bd. 6, ebd. 1857).
Dition (lat.), Macht, Gewalt über jemand,
Herrschaft; Macktgebict.
Dito, auch Ditto, abgekürzt äo. (vom ital.
Ü6tt,0), das Vorbesagte, das Nämliche, Gleiche;
ferner soviel wie gleichfalls, ebenso, wird gebraucht,
um Bezeichnungen, die mehrmals nacheinander oder
in Rechnungen u. dgl. untereinander vorkommen,
nickt wiederholen zu müssen.
Dito (ital., das lat. (li^itus, "Finger", "Zoll"),
amtliche Bezeichnung des Centimctcrs, nachdem
unter der franz. Herrschaft im größten Teile Italiens
das franz. metrische System eingeführt worden war.
Dieses System blieb im Lombardisch-Venetianischen
Königreiche und in Venetien unter der österr. Herr-
schaft bis zur Einverleibung in das Königreich Ita-
lien (1859 und 1866) bei den Behörden in Anwen-
dung, während im übrigen Verkehr die ältern ört-
lich verschiedenen Größen dienten. Unter diesen
kam ein D. in Mailand vor, wo er ^2 des Piede
oder Fußes und - 3,62 654 cm war.
Ditömie (grch.), Zweiteilung, Halbierung.
Dito und Idem, Pseudonym, s. Elisabeth,
Königin von Rumänien, und Kremnitz, Mite.
Ditriglyph (grch.), der Raum zwischen zwei
Triglyphcn im Fries der dor. Säulenordnung (s. d.>.
Ditrochäus (grch.), ein aus zwei Trochäen (s. d.)
zusammengesetzter viersilbiger Versfuß, - ^ - ^>,
z. B. Hausgenosse.
Vits (frz., spr. di), Sprüche, s. I^dlianx.
Dittanakläsis (grch.), s. Doppelflügel.
Dittenberger, Karl Friedr. Nilhelm, Philolog,
geb. 31. Aug. 1840 zu Heidelberg, studierte in Jena
und Götlingcn, war Gymnasiallehrer in Göttingen
(zugleich Privatdocent an der Universität), Berlin,
Rudolstadt, Quedlinburg und ist seit 1874 ord.
Professor der klassischen Philologie an der Univer-
sität Halle. Er veröffentlichte: "1n8ci'ipti0u63 ani-
cao a^tlUig i'0man2.6" (Bd. 3 des von der Berliner
Akademie herausgegebenen "Ooi'pug iu^viptiomim
atticaimn", Verl. 1878-82), "^vlio^e inäci'iptio-
iiuni ^i'Hecki'nin" (2 Bde., Lpz. 1883), "(^orpuä in>
Lci'iptioinim F1^L<.'I.1'U!N 6^601^6 Loptenti'ioiiHliZ",
Bd. 1 (Berl. 1892) und bearbeitete feit der 6. Auf-
lage die Kranerfcbe Ausgabe von Cäsars "vs deilo
FHilico" (15. Aufl., ebd. 1890).
Dittersbach, Dorf im Kreis Waldenburg des
prcuß. Reg.-Bez. Vreslau, 4 km südlich von Wal-
denburg, an der Linie Görlitz-Kohlfurt-Glatz der
3612 weibl.) E., Post, Telegraph, Fernsprccheinrich-
tung, tath. Kirche, kath. und evang. Schule; Zünd-
bolzsabrik (mit Versand nach Amerika und China),
Steinkohlenbergbau (Zechen Melchior- und Ama-
grün), Garnbleichcrci und Nindvichzucht. Auf dem
Gipfel des Echloßbergs befindet sich die Ruine
einer 1366 erbauten Burg. D. gehört dem Fürsten
von Pleß.
Dittersbach, Torf im Gerichtsbezirk Vöhmisch-
Kamnitz der österr.Vezirkshauptmannschaft Tetfchen
in Bödmen, nahe der fächs. Grenze, Mittelpunkt der
böhm. Schweiz, hat (1890) 593 deutsche E., Post,
Telcgrapb, eine Zwirnfabrik, Weberei, Ackerbau
uud Viehzucht. Die seltsamen Fclsformationen des
Sandsteins in der Umgebung, Dittersbacher
Felsen, werden von Reisenden häufig besucht.
Der Fclsenkessel hat einen Durchmesser von mehr
als 1100 m. In einer Höhe von 350 in spalten sich
die Sandsteinwände und bilden zahlreiche schroffe
Säulen und spitze Felökegel.
Dittersdorf, ungar. (^"i-F^-Ditro, Groß-Ge-
meinde im Stuhlbezirk Gyergyö-Ezent-Miklös des
ungar. Komitats Csik in Siebenbürgen, hat (1890)
5811 magyar. röm.-kath. E. (310 Rumänen), dar-
unter 436 Griechisch-Katholische, Post und einen
Sauerbrunnen, dessen Wasser dem Säuerling zu
Borszek äbnlich ist und häusig auch als Borsze'ler
Sauerwasser in den Handel kommt.
Ditters von Dittcrsdorf, Karl, Komponist,
geb. 2. Nov. 1739 zu Wien, entwickelte frühzeitig
auf der Violine musikalisches Talent, sodah ihn der
Gcneralfeldzeugmeister Prinz Joseph von Hildburg-
hausen als Kammerlnaben ins Haus nahm und ihn
von Trani auf der Violine, vom Hofkapellmeister
Bono in der Komposition ausbilden ließ. Er erhielt
1760 Anstellung am Hoforchestcr, reiste dann 1761
mit Gluck nach Italien, verlieh aber 1765 den kaiserl.
Dienst, um beim Bischof von Grohwardein als
Kapelldirektor einzutreten. Fünf Jahre blieb er in
dieser Stellung, während welcher Zeit er seine ersten