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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Doublieren - Doucet
Imitationen (s. d.); in der Gärtnerei eine Blume,
namentlich eine Nelke, welche außer der Grundfarbe
nur noch eine Farbe in bandförmigen Streifen hat,
eine D. machen, aus einem Doppelgewehr zwei
Tiere unmittelbar nacheinander erlegen.
Doublieren (frz., fpr. dub-), verdoppeln, aber
auch im weitcrn Sinne vervielfachen, ein dem
Zwirnen des Garns, namentlich der (^eidc, vor-
ausgehendes Verfahren, nach welchem fo viele
Fäden, als zusammengedreht werden sollen, zu-
sammengeführt und parallel nebeneinander liegend
auf eine gemeinsame Spille gewunden werden; auch
diejenige Operation der Spinnerei, durch welche
eine Anzahl von Watten, resp. Bändern zu einem
Ganzen verarbeitet werden (f. Spinnerei); in der
Metallbearbeitung das Auswalzen zweier über-
einander gelegten Bleche (s. Plattieren). - Im
militärischen Sinne besteht das D. darin, daß
zwei ursprünglich nebeneinander flehende Mann sich
bintcrcinauoer setzen und umgekehrt. Im 17. Jahrh,
wurde z. V. das D. angewendet, um die für ge-
wöhnlich in 6 Glieder formierten Musketiere zum
Feuergefecht auf 3 Glieder zu fetzen. Im heutigen
Sprachgebrauch kennt man nur noch das Ein-
doublicren, d. h. das Einschieben von Abteilun-
^n oder einzelnen Rotten und Mannschaften zwi-
schen die Abteilungen, Rotten oder Mannschaften
der bis herigen Fronllinie. - über D. beim Billard-
spiel f. Billard.
Doubliermaschine (spr. dub-), f. Spinnerei.
Voukinrs (frz., spr. dublühr), Unterfutter, Auf-
fchlag an Röcken u. s. w.
Doubs (fpr. du; lat. Dudis), der größte Zufluß
der Saöne im östl. Frankreich, im Winter ein
reihender Strom, im Sommer ein schwacher Bach,
entspringt in 937 in .höhe, 1,5 km in: SW. und
oberhalb Mouthe am Fuße des Mont-Noir inlIura-
gcbirge, durchfließt den Lac de St. Point, geht in
nordöstl. Lauf über Pontarlier und Morteau und
bildet den kleinen Lac dos Brenets, dann den 27 m
hohen Wasferfall Saut du D. Darauf bildet er
die Grenze gegen die Schweiz, welche er oberhalb
Soubey betritt, wendet sich bei St. Ursanne, durch
den Mont-Terrible (1000 m) gezwungen, plötzlich
nach W., tritt wieder in Frankreich ein und geht
dicr unterhalb St. Hippolyte, wo er links den
forellenreichen Dessoubre ausnimmt, durch ein
Qucrthal der Montagnes du Loniont nach N. bis
Audincourt. Hier nimmt er gleich darauf rechts die
Allaine auf, wird schiffbar, wendet sich dann in
seinem dem obern fast parallelen Unterlaufe, von
der Eisenbahn begleitet, nach SW. über Baumc-
lcs-Dames und Vesancon (236 m), über Dole im
Depart. Jura, wo er links die Loue aufnimmt, und
mündet im Dcpart. Saönc-ct-Loirc bei dem Dorfe
Verdun in 176 in Höhe in die Saöne, nach einem
vielfach gewundenen Laufe von 430 km, während
der direkte Quellabftand nur 95 km beträgt. Sein
oberes Thal bis gegen Montbe'liard ist eng und
felsig, oft zwischen senkrechten Felswänden einge-
schlossen,das untcredagegcnweitund waldig. Seinen
Lauf benutzt zum Teil der Rhein-Rhöne-Kanal (s. d.).
Doubs (spr. du), Departement, nach dem Flusse D.
benannt, aus etwa eiuem Drittel der Franche-Comte
und der ganzen Grafschaft Mo'mpclgard gebildet,
wird im O. und SO. von der Schweiz, im SW. von
dem Depart. Jura, im NW. und N. von Haute-
Saone und Belfort begrenzt, hat 5227,55, nach Be-
rechnung des Kricgsministcriums 5315 hkm, (1891)
303081 (5. (gegen 310963 im I. 1880), d. i. 57 auf
1 l^km, darunter 14457 Allsländer, und zerfällt
in die 4 Arrondissemcnts Beaume-les-Dames, Bc-
sancon, Montbe'liard, Pontarlier mit 27 Kantonen
und'638 Gemeinden. Hauptstadt ist Vesancon. Außer
dem D. (über 300 km Lau^im Departement) und sei-
nen Zuflüssen ist noch der ^aönezufluß Ognon an der
Nordwestgrenze zu nennen. Über vier Fünftel der
Bodenfläche sind Gebirgsland des Jura (s. d.). Man
unterscheidet drei Regionen. Die erste ist von Kalt-
steinselsen durchschnitten, die im Mont-d'Or bis
l463 m aufsteigen und, auf ihrem Rücken fast vege-
tationslos, nur an den südl. Abhängen mit Weiden
und Tannenwäldern bedeckt sind. Man baut hier
ctwas Gerste und Hafer; die Häufer stehen verein-
zelt; die Bewohner sind kräftig, redlich und gastfrei.
In der mildern Mittelregion gedeiht Roggen und
beginnt der Weizen-, an günstig gelegenen Stellen
der Weinban; die Höhen sind mit Eichen, Buchen
und Tannen bewaldet. Die untere Region, mit
Bergen von über 300 m, ist sehr fruchtbar, reich an
Korn und Getreide, stark bevölkert. Die meisten
Hochebenen sind von Sümpfen und ehemaligen See-
bcckcn bedeckt. Am Fuße ihrer Berge wechseln Seen,
Moräste, Torfmoore, Höhlen, Grotten, Bcrgwerke
und Mineralquellen miteinander ab. Der Acker-
bau hat in neuester Zeit große Fortfchritte gemacht.
1892 wurden auf 38 189 !m 707318 kl Weizen, auf
1621 ku. 28 205 KI Roggen, auf 2964 w 63 765 I"!
Gerste und auf 37 602 ka 1019 000 dl Hafer und
in 6676 K^ Weinpflanzungen 14432 Kl Wein, im
Durchfchnitt von 1882-91 aber 85103 Kl gebaut.
Die Viehzucht liefert starke Pferde (1887: 19897),
Rinder (138319), Schweine (48102), Scbafe u.s.w.
DieKäfebcreitung ist nicht unbedeutend. Das Mine-
ralreich liefert Marmor, Bausteine, Eisenerz, Tbon,
Torf und Salz. Wichtige Industriezweige sind
Glockengießerei, Nagclfabrikation, Maschinenbau,
die Papier- und Lederfabrikation, Spinnerei und
Weberei, Branntweinbrennerei, Absinthdestillation,
Siegel-und Gipsbrennerei; am bedeutendsten ist die
Uhrmacherei, welche, hauptsächlich in Vesancon be-
trieben, jährlich etwa 400000 Uhren liesert'. Der
Handel mit Uhren, Eisenwaren, Holz, Vieh, Butter
und Käse ist beträchtlich. Die Haupteisenbahnlinie
des Departements ist die von Belfort über Vefancon
nach Döle. Überhaupt befitzt es deren 376/; km,
serner s1890) 306,9 km Nationalstraßen, ein Lyceum
und 4 Eolleges. - Vgl. Ioanne, (-eoFi-kpkie du äs-
pHrt6M6ut äu O. (1889). gleise,
vouosinent (frz., spr. dußmäng), sanft, sachte,
Toucet (spr. dußeh), Charles Camille, franz.
Bühnendichter, geb. 16. Mai 1812 zu Paris, wurde
Advokat und trat 1837 in die Domänenverwaltung,
widmete sich aber später ganz der Dichtkunst. Auf
dem Odeontheater gelangten zur Aufführung feine
Lustspiele: "Hu ^ouii6 Komm6" (1841), "I/^vocat
(16 3ll 05M86" (1812), "1^6 1)H1'0Q I^üenr" (1842),
ccI^3,cIiH886 3.UX fi'i^OUZ" (1846), "1^6 661-1)161' l)2.n-
(1U6t ä6 1847') (1847), "1^68 6QN6M18 ä6 1a. M3.180N"
(1850) und "1.6 li-uit cl6f6iiäu" (1857); letzteres Stück
und das 1860 auf dem ^1l6Üti-6 ki-Hi^aiz aufge-
führte Schaufpiel "Lll. c0ii8iä6i-Hti0ii" (1860) sind
die gelungensten Werke D.s. Außerdem schrieb er
noch einc große Anzahl von Gelegenheitsstücken und
lange Zeit für den tt^Iouit^ui'" dcls Fcmüeton vcr
Theaterkritik. Erwähnung verdienen noch seine ly-
rischen Scenen: "V6la8(iii62" (1847) und "I.", d^q,^
ä'^iitouio" (1849), beide von der Akademie der schö-