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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Douglas (Stephen Arnold) - Douglass
Bruder, Sir George D. von Pittendriech, zur
Se'üe gestanden, der Vater von James D., be-
kannter unter dem Namen des Grafen vonMor -
ton, einem Titel, den er durch seine Gattin Elisa-
beth, die Erbin James', des dritten Grafen von
Morton, 1553 erhielt. Er war Mitglied der ersten
Kongregation der protestantischen schott. Lords
1557; unter Maria Stuart nahm er als Lord-
kanzler zuerst eine vermittelnde Haltung an, aber
als die Königin eine kath. Politik einschlug, trat
er zu ihren Gegnern. Er war 1566 unter den Ge-
nossen Darnleys bei der Ermordung von Marias
Sekretär Nizzio und mußte vor Maria nach Eng-
land entweichen. Bald wurde er begnadigt und
schloß sich mit Bothwell und Murray den: Bunde
gegen Darnley an, ebenso nachher gegen Bothwell.
Als Maria in die Gefangenschaft der Lords gekom-
men war, brachte er sie nach Lochleven, und er vor
allen entschied nach ihrem Entkommen den letzten
Kampf bei Langside (1568). Mit Murray erschien
er in England als einer der Ankläger gegen die des
Gattenmordcs beschuldigte schott. Königin. Nach
der Ermordung des Regenten Murray (1570) setzte
er die Einsetzung von Darnleys Vater Lennor
durch, nach dem Tod von dessen Nachfolger Graf
Mar (1573) wurde er felbst Regent. Mit Kraft
und Energie waltete der verschlagene Mann seines
Amtes, schlug die kath. Partei der gefangenen Ko-
nigin Maria mit engl. Hilfe nieder und ließ die
Häupter hinrichten. Aber die Widersacher, die seine
Härte und Anmaßnng erweckten, nötigten ihn, sein
Ämt vorübergehend niederzulegen (1578), ein Kom-
plott von Günstlingen des mündig gewordenen Ja-
kob VI. brachte ihn ganz zu Fall, er wurde vor
Gericht gestellt und 2. Juni 1581 öffentlich zu Edin-
burgh enthauptet.
Der Titel eines Grafen Angus war vom sechsten
Grafen Archibald auf feinen Neffen David D.,
Mortons Bruder, übergegangen, und diesem folgte
sein einziger Sohn Archibald D., achter Graf
Angus. Ihm wurden 1587 die von seinem Oheim
Morton ihm zugedachten Güter und der Titel eines
Grafen von Norton bestätigt. Da er schon 1587
ohne männlichen Erben starb, so gingen seine Titel
auf zwei Seitenlinien über. Die Würde eines Gra-
fen Morton erhielt William D. von Lochleven (gest.
1606), dessen Nachkommen sie noch führen, jetziger
Inhaber ist Sholto D., einundzwanzigster
Graf von Morton, geb.5. Nov.1814. Den Titel
eines Grafen AnguserhieltSirWilliamD. von
Glenbervie (gest. 1591). Dessen Enkel William
D., el st er G r afAn g us (gest. 1660), war Anhänger
Karls I., der ihn 1633 zum MarquisvonD. erhob
und zu wichtigen Verhandlungen bei seinem begin-
nenden Zerwürfnis mit Schottland benutzte. Ihm
folgte als zweiter Marquis fein Enkel James D.
(gest. 1700), dessen Sohn Archibald D. 1703 zum
Herzog vonD. erhoben wurde, aber erbelos starb
(1761). Die Herzogswürde erlosch, das Marquisat
kam an den siebenten Herzog von Hamilton (s. d.),
einen Nachkommen des jüngern Sohnes des ersten
Marquis D. Der Schwestersohn des Herzogs von
D., Archibald Stuart, geb. 1748, erbte nach
einem langen Prozeß die alten Familiengüter,
nahm den Namen D. an und ward 1790 als Lord
D. von Douglas-Castle zum Peer erhoben.
Ihm folgten seine drei Söhne Archibald, Charles
und James, die aber alle kinderlos starben, der
letzte 6. April 1857. - Vgl. Hume of Godscroft,
lliLtor? ok tk6 Ü0U86 0k I). (Lond. 1644), und
Fräser, v. Look.
Douglas (spr. döagläß), Stephen Arnold, nord-
amerik. Politiker, geb. 23. April 1813 zu Brandon
im Staate Vermont, genoß eine dürftige Erziehung
und lieh sich 1834 als Advokat m Iacksonville
(Illinois) nieder. Er wurde bald einer der Führer
der demokratischen Partei seines Staates, die ihn im
Febr. 1841 zum Richter des Obergerichts von Illi-
nois erwählte. 1843 legte er dieses Amt nieder,
da er in den Vereinigten-Staaten-Kongreß gewählt
worden war, dem er bis zu seinem Tode, "nd
zwar bis 1847 als Abgeordneter, von 1847 an als
Senator angehörte. D. war während des größten
Teils seiner parlamentarischen Laufbahn ein ent-
schiedener Parteigänger des Südens, so trat er
namentlich für alle auf Ausdehnung des Sklaverei-
gebietes gerichteten Bestrebungen energifch ein, sprach
sich für die Annexion von Texas und Eroberung
von Cuba aus und suchte bei Gelegenheit der
Oregon-Vill (Aug. 1848) die Missouri-Linie bis
zum Stillen Ocean auszudehnen. Als Vorsitzender
des Ausschusses für die Territorien, war seine
Stellung zu der Eklavereifrage ein Umstand von
nationaler Bedeutung. Als im Herbst 1853 die
Nebraska - Bill eingebracht wnrde, veränderte D.
seinen Standpunkt und verlangte im Gegensatz
zum Herkommen, daß alle die Sklaverei betreffen-
den Angelegenheiten auf Grund "des großen Prin-
cips der Selbstregierung" den Bewohnern der Ter-
ritorien und der später aus ihnen gebildeten Staaten
zur ausschließlichen Entscheidung überlassen bleiben
sollten. Diese sog. Squatter - Souveränitätslehre
befriedigte keine der streitenden Parteien. Seine
bisherigen Freunde betrachteten sie als ein An-
gebot ihres Urhebers auf die Präsidentschaft; dem
Süden ging sie nicht weit genng, indem er für
sich das Recht beanspruchte, mit seinen Sklaven
wie mit jedem andern Eigentum in die Terri-
torien gehen zu können, während der Norden diese
als freies und der Sklaverei verschlossenes Gebiet
betrachtet wissen wollte. Diese einander entgegen-
gesetzten Ansichten führten zunächst zu den Kanfas-
Wirren (f. Kanfas), in denen der Süden unterlag,
dann aber zur Zersplitterung der demokratischen
Partei selbst, deren südl. Flügel im April 1860
Breckinridge und deren nördlicher bald darauf D.
zu seinem Präsidentschaftskandidaten ernannte.
Beide erlitten eine Niederlage, da der Republikaner
Lincoln Nov. 1860 gewählt wurde. Bei dem einige
Monate fpäter ausbrechenden Bürgerkriege trat D.
mit großer Energie für die Erhaltung der Union
ein und unterstützte seinen frühern Gegner Lincoln
uneigennützig mit Rat und That. Er starb 3. Juni
1861 auf einer Reife zu Chicago. - Vgl. Sheahan,
1.if6 ol D. (Neuyork 1860).
Douglass (spr. döggläß), Frederick, amerik. Red-
ner und Journalist, als Sklave von einer schwarzen
Mutter 1817 auf einer Pflanzung bei Easton im
Staate Maryland geboren, kam nach Baltimore
zu Verwandten seines Herrn, denen er 1838 ent-
lief. Er gelangte nach Neubedford, wo er sich einige
Jahre als Arbeiter ernährte. 1841 hielt er auf einer
Antifklavereiversammlung eine so glänzende Rede,
daß er zum Agenten der Antisklavereigesellschaft von
Masfachusetts ernannt wurde. Als solcher bereiste
er 4 Jahre lang die Staaten von Neuengland.
1844 veröffentlichte er eine Autobiographie und be-
gab sich dann nach England, wo er das Publikum
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