Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

488
Dramburg - Drap d'argent, Drap d'or
als D. des Schauspiels. 3 Bde., 1893 fg.): Prölh,
Katechismus der D. (Lpz. 1877); von Verger. Dra-
maturgische Vorträge (Wien 1890 - 91); Gartel-
mann, Dramatik. Kritik des aristotelischen Systems
und Begründung eines neuen (Berl. 1892); Müller-
Guttendrunn, Dramaturgische Gänge (Dresd. 1892);
Auerbach, Dramat. Eindrücke (Stüttg. 1893); Nel-
ten, D. der Neuheit (Halle 1893).
Dramburg, i) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Kos-
lin, Hat1171,55 (iliin, (1890) 35779 (17488 männl.,
18291 weidl.) E., 3 Städte, 52 Landgemeinden und
50 Gutsbezirke. - 2) D., ehemals Drage- oder
Draweburg, Kreisstadt im Kreis D., an der Drage
und an der Nebenlinie Ruhnow-Neustettin-Konitz
der Preuß. Staatsbahncn, Sitz eines Landrats-
amtes und Amtsgerichts (Landgericht Stargard),
hat (1890) 5723 (2818 männl., 2905 weibl.) C<, dar-
unter 38 Katholiken und 165Israeliten, Post zweiter
Klasse, Telegraph, ko'nigl. Gymnasium, Schullehrer-
seminar,Präparandenanstalt, Vorschußverein, Kreis-
sparkasse, Krankenhaus; Tuchsabrikation, Ackerbau
und Viehzucht.
Dramion (Drami), Gewicht, s. Drachme.
Dramm, Gewicht, s. Dirhcm. Vper (s. d.).
vra.ninia. per ninsioa., ital. Bezeichnung für
Drammen, Seestadt im norweg. Amt Vuslerud,
in schöner Gegcnd am nördl. Ende des Drammens-
sjord, einem westl. Arme des Kristianiafjord, an der
Mündung der turzcn, aber sehr wasserreichen Dram-
menselv und an den Linien D.-Randsfjord (89 Kra)
und Kristiania-D. (53 km), ist Sitz des Amtmanns
und hat (1891) 20441 E. Der Ort besteht aus den
drei durch Wasserläufe voneinander geschiedenen
Städten Bragernäs, Strömsö und Tangen, welche
durch Brücken miteinander verbunden sind. Nach
den verheerenden Bränden von 1866 und 1870 ist
der größte Teil der Stadt neu erbaut worden.
Haupterwerbszweige sind beträchtliche Bierbrauerei,
Tabaksfabrikation, Gerderei sowie großartige Säge-
mühlen, Schiffswerfte, Baumwollspinnerei, Weberei,
Eisengießerei und sehr ausgedehnter Handel, be-
sonders Holzausfuhr. Am bedeutendsten ist der aus-
wärtige Verkehr mit England und Holland. Die
Tonnenzahl der ankommenden Schiffe betrug (1888)
86301, der abgehenden 147977, die Zahl der
eigenen Schiffe (Ende 1888) 191 mit 62424 t. Auch
der Binnenhandel ist lebhaft. Mit Kristiania ist
D. durch regelmäßige Dampffchiffahrt verbunden.
Drammensfjord, s. Kristianiasjord.
Dramolet (frz., spr. -leb), Dramole'tt, kurzes
Dramura, Gewicht, s. Dirhem. ^Drama.
Dran, rechter Nebenfluh der Dräu in der südl.
Steiermark, entspringt in mehrern Quelldüchen im
Vachergebirge, die^sick oberhalb Plankcnstein, wo
der Fluß vou der (^üdbahn überbrückt ist, am Fuße
eines Dräu- und Savegebict trennenden Höhenzugs
sammeln. Von dort fließt die D. vorwiegend öst-
lich, rechts teilweise von mäßigen Hügeln, links
von durchweg flachen, stellmweis sumpfigen Ufern
gesäumt und mündet unterhalb Pettau in die Dran.
Sie treibt viele Mühlen, Stampfen und Vrettsägen.
Drance (spr. drangß, D. de Savoie) oder
Dränsc, Fluß, entsteht aus drei Quellbächen im
Depart. Haute-Savoie, an der Ostgrenze des Cha-
blais, stießt durch ein enges, tief eingeschnittenes Thal
und mündet zwischen Evian und Thonon nach 44kin
langem Laufe in den Genfersce, in den sie einen
großen Schuttkegel vorschiebt. - D. (Dranse),
Nebenfluß der Rhone, s. Vagne.
Drangiane (Drangiana), pers. Zaranka
("Land des Sees"), alte Landschaft im iran. Hock-
land, das Gebiet um den Hamunsumpf, sehr frucht-
bar, obgleich im Süden und Westen von Wüsten
eingeschlossen. Die Perser dehnten ihre Grenzen
nordwärts bis über den obern Heri-rud aus. Die
Einwohner hießen Zaranken (Sarangen) und
trugen hohe Wasserstiefel und lange Lanzen. Um 130
v. Chr. ward die Südhälfte des Landes von den Saken
besetzt und Sakastane genannt (jetzt Seistau).
Dranmor, s. Schmid, Ferdinand von.
Dranse (spr. drangß), Nebenfluh der Rhone, s.
Vagne. - D., Zufluß des Genfersees, s. Drance.
Dransfeld, Stadt im Kreis Münden des preuß.
Reg.-Bez. Hildesheim, 15 km im SW. von Göt-
tingen, in 302 in Höhe, an der Linie Hannover-
Cassel der Preuß. Staatsbahnen, die hier die Wasser-
scheide zwischen Leine und Weser überschreitet, hat
(1890) 1470 E., darunter 12 Katholiken und 80
Israeliten, Post, Telegraph. In der romantischen
Umgebung die Vasaltkupven des Hohenhagen,
Dransberges, Hengelsberges und Sesebühels; am
Hohenhagen (507 m) ein Basaltsteinbruch, am Sese-
bühel ein umfangreiches Mergellager. Im N. der
Stadt eine sehr gut erhaltene altgerman. Verschan-
zung, die Hünendurg.
Drap (frz., spr. dra), eigentlich überhaupt ein
derber, fester Stoff, jetzt meist ein solcher von tuch-
artigem, auch geköpertem Gewebe. So bezeichnet
v. ä'^ddsvilis ein leichtes franz. Tuch, das ur-
sprünglich in der Stadt Abbeville erzeugt wurde;
1). ä'or und I). ä'arF6Qt (spr. darschäng), broschierte
Seidenstoffe, deren Muster (Blumen u. s. w.) aus
Gold-, resp. aus Silberfäden besteht; I). äs Vsi-ri,
einen zweiseitigen, vierbindigen Köper, ein Köper-
tuch (nach dem ehemaligen Herzogtum Verri so
genannt), das vorzüglich fest gewalkt und daher
sehr stark und wasserdicht ist; D. äe 3016 (spr. ßöä),
einen lederartig starken Seidenstoss von drei-, vier-
oder fünfbindigcm Köper; I). äs äNin^g (fpr. dam),
Damentuch, ein leichtes, feines Halbtuch, meist
von schwarzer Farbe.
I>7""4)., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab-
kürzung für den franz. Konchyliologen Jacques
Philippe Raymond Draparnaud (spr. -noh),
geb. 3. Juni 1772 zu Montpellier, gest. daselbst
1. Febr. 1805 als Professor der Naturgeschichte;
er schrieb "Iiistoirs niUursIIe ä63 inoiliiäqueä äs
jH^aucs" (Par. 1805).
Drapa, eine in der altnord. Dichtung häusig
vorkommende Gedichtsform, die namentlich vom
10. bis 13. Jahrh, in Blüte war. Sie war meist
in der Drötttvaettstrophe und sehr künstlich gebaut.
In der Regel zersällt die D. in drei Teile, deren
mittlerer den Stef oder den Kehrreim, d. h. eine
regelmäßig wiederkehrende Halbstrophe, enthält.
Die D. wurde teils zum Lobe einzelner Personen
(so die Olafsdrapa, Knutsdrapa, Eireksdrapa),
teils zur Verherrlichung ganzer Stämme (fo die
Iomsvinngadrapa, dieIslendingadrapa) gedichtet.
Galt sie einem Gestorbenen, so hieß sie Ersidrapa;
behandelte sie eine Licbesepisode, Mansöngsdrapa.
Auch zum Lobe Christi, zur Verherrlichung des hei-
ligen Kreuzes (Kroßdrapa), zum Preise der Heili-
gen wurden D. gedichtet, bis im 15. Jahrh, diese
Dichtungsgattung den leichtern Reimen, den Ni-
mur, weichen muhte. - Vgl. Möbius in der "Ger-
mania" (18. Bd.). lDrap.
Vr^p H'a^FVNt, vrg.p H'or, Seidenstoffe, s.