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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Drehwurm - Dreieichenhain
Torsionen eine naturgemäße Folge des Windens,
weil durch einige Bewegungserscheinungen der
Pflanzen, die für Zustandekommen der Windungen
unbedingt notwendig find, Drehungen in den <
Stammorganen der betreffenden Pflanzen hervor-
gerufen werden. Diese Drehungen müssen sich bei
später erfolgendem Dickenwachstum der Schling-
pflanze sowohl als der von ihr umschlungenen Stütze
noch verstärken. Über die forstliche Unterscheidung
nachsonnigcr und widersonniger D. s. Holz.
Drehwurm, Quese, s. Bandwürmer und Dreh-
krankheit.
Drei-Ahren, frz. ^1-013-^918, Kur- und Wall-
fahrtsort im Kanton Kaysersberg, Kreis Rappolts-
weiler des Bezirks Oberelsaß, zur Gemeinde Nieder-
morschweier (715 E.) gehörig, 15 km westlich von
Colmar und 8 km nordwestlich von Türkheim, in
741 in Höhe auf einem Bergrücken zwischen dem
Münsterthale und dem Thale von Urbeis, hat Poft-
agentur und Fernsprechverbindung und ist ein im
Sommer sehr besuchter Luftkurort. Ursprung der
Wallfahrt und vermutlich der Kirche fällt ins Ende
des 15. Jahrh. 1651 wurde dabei ein mit regulierten
Augustiner-Chorherren besetztes Kloster gestiftet und
1661 den Antonitcrn von Ifenheim untergeordnet.
An ihre Stelle traten später Cistercienser, dann
Kapuziner. Das Kloster wurde 1793 aufgehoben.
Kirche und Kloster wurden in der Revolutionszeit
durch Einwohner von Ammerschweier gekauft, 1804
erfolgte die Wiederherstellung des Gottesdienstes
und der Wallfahrt.
Dreibätzner, s. Batzen.
Dreiberg, in der Heraldik ein aus drei Wölbun-
gen bestehender Hügel, dessen mittlere Erhöhung die
beiden Scitenwölbungen überragt; erscheint meist
aus dem Schildesfuß wachsend und dient gewöhn-
lich andern Bildern zum Fuß- oder Stützpunkt.
Dreibergen, Strafanstalt bei Vützow (s. 0.).
Dreiblatt, Pstanzengattung, f. N6NMitQ68.
Dreiblatt, ein Gesellschaftskartenspiel, das
mit 52 Karten von zwei bis vier Teilnehmern ge-
spielt wird, von denen jeder drei Blätter erhält.
Weiteres s. Tippen.
Dreibund, Bezeichnung des seit Anfang des I.
1883 zwischen Deutschland, Österreich-Ungarn und
Italien bestehenden und wiederholt (März 1887 und
zuletzt Juni 1891 auf 6 Jahre) erneuerten Defensiv-
dundes (s. Deutschland und Deutsches Neich, Öster-
reichisch-Ungarische Monarchie und Italien).
Dreidecker, s. Deck.
Dreieck, eine von drei Linien (Seiten) ein-
geschlossene Figur. Nach der Beschaffenheit der
Seiten kann man die D. in geradlinige, krumm-
linige und gemischtlinige einteilen, je nachdem sie
nur von geraden, oder uur von krummen, oder
von geraden und krummen Linien zugleich einge-
schlossen werden. Von den krummlinigen D. werden
diejenigen besonders betrachtet, deren Seiten Bogen
größter Kugelkreise find, welche D. mithin auf der
Oberfläche einer Kugel liegen, weshalb sie sphä-
rische oder Kugeldreiecke heißen. Die gerad-
linigen D., die zugleich ebene D. sind, bilden einen
wichtigen Gegenstand der ebenen Geometrie und
werden auf doppelte Weise eingeteilt, nämlich nach
der relativen Größe ihrer Seiten in gleichseitige, in
denen die drei Seiten gleich sind, gleichschenklige,
in denen nur zwei Seiten gleich find, ungleichseitige,
in denen alle Seiten ungleich find; ferner nach der
Beschaffenheit ibrer Winkel in rechtwinklige, die
einen rechten und zwei spitze, stumpfwinklige, die
einen stumpfen und zwei fpitze, und spitzwinklige,
die nur spitze Winkel enthalten. Die beiden letzten
Klassen nennt man auch schiefwintlige D. Aus ge-
gebenen Elementen eines D. seine übrigen Elemente
zu berechnen, lehrt die Trigonometrie (s.d.). - Das
D. hat auch eine magische Bedeutung, z. V. in
doppelter Durchkreuzung als Freimaurerzeichen, als
jüd. Abzeichen, auch im Abrakadabra (s. d.).
Dreieck, Sternbild am nördl. Himmel, in dem
aber nur drei Sterne heller als fünfter Größe sind.
Diese drei bilden die kenntliche Figur des D. Einige
Sterne sind Doppelstcrne und ein spiralförmiger
Nebelsteck steht in diesem Sternbildc.
Dreiecke, Geräte, welche zum Zeichnen, beson-
ders für das technische Zeichnen gebraucht werden.
(Über ihre Anwendung s. Zeichnen II.) Brauch-
bare D. müssen gellaue Winkel und gerade Kanten
haben. Für gewöhnlich arbeitet der Zeichner mit zwei
D.: das eine hat einen rechten Winkel, einen zu
60° und einen zu 30", das andere einen rechten
Winkel und zwei zu je 45° (s. beistehende Fig. 1
und 2). Die Größe der D. richtet sich nach der
der anzufertigenden Zeichnungen. Zum
Zeichnen von Böschungen sind beson-
dere Böschungs- und von Weichen in
Bahnhofsplänen Weichendreiecke im
Handel erhältlich. Zum Zeichnen von
Fig. 1.
Fig. 2.
Achtecken werden D. mit einem rechten Winkel,
einem von 22^° und einem von 67^° gebraucht.
Auch für Schattenkonstruktionen sind besondere
Schattenwinkel und sür axonometrische Zeichnungen
besondere Schiebedreiecke zu erhalten. Die D. sind
meistens aus Holz, Mahagoni mit Ebenholzein-
fafsung oder Eichenholz mit Ahorneinfafsung, letz-
tere allerdings weniger dauerhaft, mit eingelegten
Federn in den Ecken gefertigt. Ferner sind solche
aus schwarzem Hartgummi (etwas schmutzig und
veränderlich), Metall (sehr genau, aber teuer), Glas
(sehr sauber und durchsichtig, aber zerbrechlich) und
neuerdings aus Celluloid (sauber, nicht zerbrechlich
und gut durchsichtig) im Gebrauche.
Dreieckiges Bein (Oä ti-iquetruia), einer der
acht Handwurzelknochen, s. Hand.
Dreieckmuscheln, s. vou^x.
Dreiecksaufnahme, s. Triangulation.
Dreiecksköpfe, s. Grubcnottcrn.
Dreieichenhain, auch bloß H a i n oder Hainin
der Drei eich, Stadt im Kreis Osfenbach der Hess.
Provinz Starkcnburg,zwischenDarmstadt undFrank-
furt a. M., hat (1890) 1271 E., Postagentur, Fern-
sprechverbindung, eine vollständig erhaltene Ring-
mauer, Ruinen des Schlosses Hain oder Hagen,
der Sage nach von Karl d. Gr. erbaut, der in dem
großenReichsforst, derDreieich,vondemdieStadt
ihren Namen hat, oft gejagt haben foll, fpäter erb-
liches Lehn der Herren von Hagen und von Falken-
stein, kam im 15. Jahrh, an d^e Grasen von Isen-
burg. Von den zahreichen Weihern ist der Wog un-
mittelbar an der Burg der fchönste. In der Nähe
Schloß Philippseich mit fchönem Park. - D. soll